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Fußball-Weltmeisterschaft
LSVD: "Löst dieses System FIFA endlich auf!"
FIFA-Präsident Infantino verlangt, dass der Fußball nicht "in jeden ideologischen oder politischen Kampf hineingezogen wird" – der Lesben- und Schwulenverband reagiert mit einem gepfefferten Boykottaufruf.

Der LSVD fordert dazu auf, kein Geld für Merchandising-Artikel der Fußball-WM in Katar auszugeben (Bild: IMAGO / ChinaImages)
- 4. November 2022, 12:41h 2 Min.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich in einem Brief an die 32 Teilnehmer der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar gewandt und dafür plädiert, dass der Fußball und nicht politische Debatten im Mittelpunkt des am 20. November beginnenden Turniers stehen soll. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Fußball-Weltverband bestätigten am Freitag das Schreiben, über das zunächst der britische Sender Sky News berichtet hatte.
Der Sender zitierte aus Infantinos Schreiben: "Wir wissen, dass Fußball nicht in einem Vakuum lebt, und wir sind uns ebenso bewusst, dass es überall auf der Welt viele Herausforderungen und Schwierigkeiten politischer Art gibt. Aber lassen Sie bitte nicht zu, dass der Fußball in jeden ideologischen oder politischen Kampf hineingezogen wird, den es gibt."
Infantino betreibt Pinkwashing
Der WM-Ausrichter Katar steht vor allen wegen seines Umgangs mit den Bauarbeiter*innen der Stadien und der Kriminalisierung von queeren Menschen in der Kritik. Laut Sky News heißt es im Infantino-Brief: "Bei der FIFA versuchen wir, alle Meinungen und Überzeugungen zu respektieren, ohne dem Rest der Welt moralische Lektionen zu erteilen." Und dass in Katar jedermann, "unabhängig von Herkunft, Hintergrund, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Nationalität", willkommen sei.
Zuvor hatte bereits Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am Dienstag die Situation in Katar verharmlost und homosexuellen Menschen guten Gewissens empfohlen, zur WM in den Verfolgerstaat zu reisen (queer.de berichtete).
LSVD: "Menschenrechte haben bereits verloren"
Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) forderte die Fußballverbände nach Infantinos Brief dazu auf, die FIFA nicht weiter zu unterstützen. "Glaubt nicht mehr an das Märchen, dass die Turniere der FIFA Menschenrechte voranbringen würden oder ein Gewinn für die austragenden Nationen wären", erklärte LSVD-Vorstand Alfonso Pantisano am Freitag in einer Pressemitteilung. "Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar und auch bei der kommenden U20-Weltmeisterschaft in Indonesien kann es keinen Gewinner geben. Denn die Menschenrechte haben bereits verloren. Darum: Löst dieses System FIFA endlich auf! "
Der LSVD forderte die Bürger*innen darüber hinaus dazu auf, sich die WM nicht anzuschauen. "Gebt kein Geld für Merchandising-Artikel aus, weder für PC-Spiele noch Trikots, Bälle oder ähnliches. Gebt dem menschenverachtenden System FIFA keinen Cent", so Pantinsano. "Unterstützt stattdessen Kneipen und Bars, die die WM nicht zeigen. Den vielen Gastwirt*innen in Deutschland und überall auf der Welt, die sich in diesen schweren Zeiten für einen Boykott entschieden haben, gilt unser Respekt." (cw/dpa)













