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Scheinehe

Ukraine: Schwuler Soldat heiratet Kindheitsfreundin, um sich und seinen Partner abzusichern

Ein ukrainischer Soldat zieht freiwillig in den Krieg. Um sich und seinen Lebenspartner abzusichern, heiratet er zuvor seine Kindheitsfreundin Leda Kosmatschewska aus Kiew.


Symbolbild: Beerdigung eines ukrainischen Soldaten in Kiew (Bild: IMAGO / ZUMA Wire)

In der Ukraine verteidigen auch viele homosexuelle Soldat*innen ihr Land gegen die russischen Aggressoren. Denys [Name geändert; Anm. d. Red.] hat sich bereits im Februar als Soldat gemeldet. Nun soll er ins Kampfgebiet versetzt werden. Sein Partner Oleksander [Name geändert; Anm. d. Red.] unterstützt ihn dabei.

Eine nicht ungefährliche Situation, die für nicht-heterosexuelle Paare eine noch größere Herausforderung darstellt: Denn nachdem gleichgeschlechtliche Partnerschaften in der Ukraine rechtlich nicht anerkannt werden, können sich homosexuelle Paare beispielsweise nicht absichern, um im Ernst- oder gar Todesfall Entscheidungen für den anderen zu treffen oder Entschädigungen zu bekommen.

Leda heiratet Denys aus Liebe zu ihrem Heimatland

Genau diese Umstände haben Denys nun dazu veranlasst, seine Kindheitsfreundin Leda Kosmatschewska zu fragen, ob sie ihn heiraten möchte. Mit Erfolg, denn sie willigte ein. Auf Facebook verriet sie den Grund dafür: "Weil der Präsident meines Landes noch nicht auf die Forderung der Gesellschaft reagiert hat, indem er die Petition zur gleichgeschlechtlichen Ehe unterzeichnet." Sie selbst liebt einen anderen Mann, der ebenfalls beim Militär ist.

Leda betont, dass sie keine LGBTI-Aktivistin sei, sondern aus Liebe zu ihrem Land handle. Der "BBC News Ukraina" gegenüber sagte sie: "Ich werde seine Ehefrau, weil ich mein Land liebe und hoffe, dass dieses Land all seine Bürger liebt – unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung."

Im Juli dieses Jahres gab es in der Ukraine eine elektronische Petition zur Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen. Trotz 25.000 Unterschriften, hielt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj daran fest, dass die Ehe die Vereinigung zwischen Mann und Frau sei, und man das Grundgesetz während des Krieges nicht ändern könne. Laut dem Menschenrechtszentrum "Our World" befürworten nur 23,6 Prozent der ukrainischen Bürger*innen die Ehe für alle.

Die Ehe könnte noch scheitern


Leda Kosmatschewska im Brautkeid

Sollte Denys also etwas zustoßen, könnte Leda für ihn nun prinzipiell Dokumente unterschreiben, ihn im Krankenhaus besuchen, sein Vermögen erben oder Entschädigung fordern. Sein Partner Oleksander könnte dies nicht, obwohl die beiden bereits seit 15 Jahren ein Paar sind. Kehrt der schwule Soldat lebend aus dem Krieg zurück, wollen sich die beiden scheiden lassen.

Mehrere ukrainische Medien berichteten über die ungewöhnlichen Hochzeitspläne. Doch nachdem die Geschichte einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist, könnte die Scheinehe womöglich gar nicht beschlossen bezieungsweise später angefochten werden. Zudem verfolgt die Ehe in der Ukraine vor allem das Ziel der Fortpflanzung und könnte gerade von Blutsverwandten angezweifelt werden, wie auch die ukrainische Zeitung "Pravda" schreibt. Nichtsdestotrotz bleibt die Scheinehe weiterhin eine Möglichkeit für Denys und Oleksander – und vermutlich auch die einzige.

Leda wird unterdessen auf Facebook für ihren Mut gefeiert und regt Diskussionen an. Unter ihrem Beitrag im weißen Brautkleid hat sie auch Selenskyj und dessen Frau markiert. "Ich denke, sie kann einen Partner verstehen, dessen Ehepartner das eigene Leben riskiert", schrieb sie. "Ich habe über die Verantwortung eines Paares nachgedacht. Vielleicht erreicht Sie diese Geschichte sie und kann die Angelegenheit beeinflussen."

-w-

#1 moreandmoreAnonym
  • 05.11.2022, 13:24h
  • is this the world we created...

    freddy
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#2 Schon
  • 05.11.2022, 16:04hFürth
  • Das ist eine Schande für die Ukraine!
    Vielleicht sollten die Queers auch nur zu 23,6 Prozent für die Bevölkerung kämpfen? Was soll denn der Mist? Ich dachte die Ukrainer wären weltoffen?
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#3 SeraphinaAnonym
  • 05.11.2022, 16:33h
  • Antwort auf #2 von Schon
  • Das ist nichts neues, Ukraine ist weit hinten im ILGA Europe Ranking was LGBTIQ* Rechte und Sicherheit angeht und in dieser Hinsicht ideologisch dem großen Nachbarn Russland relativ nahe bzw. deutlich näher als West- und Nordeuropa.
    Wer etwas anderes dachte hat sich die letzten 8-9 Monate verblenden lassen.

    Gerade für Ukrainische Trans* sind die Grenzbehörden in Ukraine und Nachbarländern in diesen Kriegszeiten eine Barriere, gerade wenn sie keine "geschlechtsangleichenden" Operationen durch haben die nötig sind zur legalen Änderung des Geschlechtseintrags + Vornamen in den Pässen etc.
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