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YouGov-Umfrage

Mehrheit für DFB-Zeichen gegen Missstände in Katar

Die Debatte über die Menschenrechtslage in Katar begleitet die Nationalmannschaft zur WM. Einer Umfrage zufolge erhofft sich die Mehrheit der Deutschen ein sichtbares Zeichen während der Endrunde.


Symbolbild: Manuel Neuer mit Regenbogenbinde bei der EM 2021 (Bild: Die Mannschaft / twitter)
  • 12. November 2022, 04:25h - 3 Min.

Fast zwei Drittel der Deutschen erhoffen sich von der Fußball-Nationalmannschaft während der WM in Katar auf dem Spielfeld ein Zeichen gegen die Missstände im Gastgeberland. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. 40 Prozent der Befragten gaben an, eine solche Aktion "voll und ganz" zu befürworten, 17 Prozent antworteten mit: "Befürworte ich eher". Jeweils zwölf Prozent lehnen das "eher" und "voll und ganz" ab. 19 Prozent machten keine Angabe.

Der WM-Ausrichter steht seit Jahren unter anderem wegen der Menschenrechtslage im Land und der schlechten Lebensbedingungen für ausländische Arbeiter in der Kritik. Homosexualität ist in Katar laut Gesetz verboten. Bezogen auf die Arbeitnehmerrechte verweist die Regierung des Emirats auf Reformen und weist die Kritik zu großen Teilen zurück.

Flick: DFB wird sich "nicht wegducken"

Bundestrainer Hansi Flick hatte am Donnerstag angekündigt, die DFB-Auswahl werde sich bei Fragen nach der Menschenrechtslage "nicht wegducken". Es sei "enorm wichtig, dass wir als DFB auf der einen Seite uns auf das Sportliche konzentrieren, aber auch klar ansprechen müssen, was die Menschenrechtssituation in Katar ist. Da müssen wir unsere Augen und Ohren offenhalten. Wir wollen uns nicht wegducken und ganz klar auf die Missstände aufmerksam machen."

Zuletzt hatte der frühere katarische Nationalspieler Khalid Salman in seiner Rolle als einer der WM-Botschafter in der ZDF-Dokumentation "Geheimsache Katar" Schwulsein als "geistigen Schaden" bezeichnet (queer.de berichtete). Später behauptete der 60-Jährige, seine Aussagen seien "aus dem Zusammenhang gerissen" worden (queer.de berichtete). Flick sagte, jeder habe "die Dinge auch mitbekommen, was von Katar-Seite passiert ist, was uns sprachlos macht, fassungslos". Vor Ort habe der DFB "nochmal einen Hebel. Dafür steht der DFB, dafür steht die Mannschaft."

Delegationsleiter – und vorrangig für gesellschaftspolitische Themen verantwortlich – wird in Katar DFB-Präsident Bernd Neuendorf sein. Die Nationalspieler waren in den vergangenen Monaten von Menschenrechtsorganisationen über die Lage in Katar informiert worden und hatten sich auch immer wieder kritisch geäußert. Vor dem Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels im März 2021 gegen Island hatten die DFB-Profis mit einer T-Shirt-Aktion erstmals auf dem Rasen deutlich sichtbar für Menschenrechte demonstriert. (cw/dpa)

Die YouGov-Umfrage

Würden Sie es befürworten oder ablehnen, wenn die deutschen Fußballspieler in Katar auf dem Spielfeld ein Zeichen gegen Missstände im Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft setzen würden?

Befürworte ich voll und ganz: 40 Prozent
Befürworte ich eher: 17 Prozent
Lehne ich eher ab: 12 Prozent
Lehne ich voll und ganz ab: 12 Prozent
Weiß nicht/Keine Angabe: 19 Prozent

Befragt wurden 2.022 Personen in der Zeit vom 4. bis 9. November 2022.
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