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Comic

Rowohlt kündigt neuen Ralf-König-Comic an

Im Februar 2023 erscheint nach "Vervirte Zeiten" der Nachfolge-Band "ABBA HALLO!" des schwulen Comic-Papsts mit neuen Geschichten rund um das Paar Konrad und Paul.


Das Cover von "ABBA HALLO!"

Wieder hat Ralf König seine Gemeinde im Internet über Monate fast täglich mit einem Strip amüsiert und getröstet. Konrad und Paul treiben durch einen zweiten Coronawinter, immer noch mit Maske, aber mit wachsender Lust auf Partys, Ausgelassenheit und auf das neue Album von ABBA.

Doch zur Pandemie gesellen sich noch ganz andere Sorgen, was in diesen Zeiten ja wirklich niemanden wundert. Aber nach Jahrzehnten scheinbar problemloser Koexistenz zweier gänzlich unterschiedlicher Charaktere stellt sich Konrad und Paul mit einem Mal und aus gutem Grund die erschreckende Frage: Was, wenn ihre Liebe fort ist?

Nach "Vervirte Zeiten" erscheint am 14. Februar 2023 im Rowohlt Verlag der 208-seitige Nachfolge-Band "ABBA HALLO!" (gebundene Ausgabe: 25 Euro, E-Book: 19,99 Euro). Das Cover wurde jetzt vorab veröffentlicht.

Erste Comics erschienen im "Rosa Flieder"

Ralf König wuchs im westfälischen Werl-Westönnen auf, besuchte die Overberg-Hauptschule in Werl und absolvierte im Anschluss eine Tischlerlehre. 1979, während seines Coming-outs, angestoßen durch Rosa von Praunheims Buch "Sex und Karriere", veröffentlichte er erste kurze, vor dem Hintergrund der politischen Schwulenbewegung teilweise sehr engagierte Comic-Storys in dem Münchener Underground-Magazin "Zomix" sowie der Schwulenzeitschrift "Rosa Flieder". Er holte seine Mittlere Reife nach und studierte von 1981 bis 1986 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf mit dem Schwerpunkt Freie Kunst.

1981 erschienen mit "2arius, Das sensationelle Comic-Book" und "SchwulComix" drei erste Comic-Hefte, deren sich zwischen Naturalismus und Underground bewegende Ästhetik die Suche nach einem individuellen Stil dokumentieren. Für die Zeitschrift "Arbeit und Sicherheit im deutschen Bergbau" entstand 1983 als Auftragsarbeit die Serie "Bodo und Heinz" (bis 1985).

Mit dem Band "SchwulComix 2", 1984 in dem Berliner Szeneverlag Rosa Winkel erschienen, fand König schließlich zu einer eigenen Stilistik und zu seinem Thema: In pointierten Kurzgeschichten, die von dem zeichnerischen Minimalismus der Französin Claire Bretécher beeinflusst sind, porträtierte er selbstironisch und mit satirischem Augenzwinkern den Alltag der schwulen Subkultur. Zwei weitere "SchwulComix"-Alben (später nachgedruckt unter den Titeln "Zitronenröllchen", "Silvestertuntenball" und "Sahneschnittchen") folgten 1985 und 1986 und machten König als Chronisten der Schwulenbewegung einem wachsenden Publikum bekannt. (cw)

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#1 Julian SAnonym
  • 13.11.2022, 13:51h
  • Ich war früher mal ein großer Fan von Ralf König. Ich mochte seinen Zeichenstil und fand es auch gut, dass er sich auch inhaltlich nichts vorschreiben ließ und selbst vor Explizitheit und kontroversen Themen nicht zurückschreckte.

    Aber das hat sich komplett gewandelt durch sein Verhalten und seine Aussagen nach den Charlie-Hebdo-Anschlägen. Während andere (Promis wie einfache Bürger) sich solidarisch zeigten und im Netz wie im realen Leben mit Namen und Gesicht für Freiheit der Kunst eintraten (Je suis Charlie), hatte es Herr König ganz eilig, zu erklären, bestimmte Dinge nicht mehr zeichnen zu wollen und bestimmte Themen nicht mehr behandeln zu wollen.

    Ich kann jeden Illustrator, Cartoonisten und Karikaturisten verstehen, der danach Angst hatte. Und ich habe auch durchaus Verständnis, wenn diese Angst dann zu einer Selbstzensur führt. Aber angesichts von Menschen, die für die Freiheit der Kunst ihr Leben gelassen haben und zahlreicher anderer, die sich nicht haben einschüchtern lassen, hätte man sich einfach selbst zensieren können, ohne das laut raus zu posaunen. Damit hat er gezeigt, dass die Attentäter gewonnen haben und ist den Opfern und anderen Kollegen in den Rücken gefallen. Das war sehr unsolidarisch.
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#2 SchlupfiAnonym
  • 13.11.2022, 15:23h
  • Antwort auf #1 von Julian S
  • Als immernoch sehr großer Fan von Ralf Königs Comics kann ich zwar nachvollziehen was Du hier äußern tust, doch gleichzeitig beschreibst Du ja selbst im Kommentar wie es ist, wenn man einfach so weitermacht und dabei sogar riskiert mit Morddrohungen angegangen zu werden. Da würde auch ich, wenn ich denn Comic Zeichner wäre, mich schon zurückhalten.
    Ralf hat das öffentlich kund getan und nun verurteilst Du ihn deshalb dafür. Strafst ihn hiermit sogar öffentlich ab.
    Hast Du je überhaupt seine beiden Bände: Dschinn, Dschinn Der Zauber Des Schabbar und Teil 2: Dschinn, Dschinn Schleierzwang im Sündenpfuhl gelesen? Ich glaube sagen zu können, beide Bände haben es Pfaustdick hinter den Ohren und sind für mich sogar hintergründig recht politisch gemeint.
    Ich möchte kein Autor oder Autorin sein, die nach Veröffentlichung eines ihrer Werke unter Personenschutz stehen müssen. So ist leider die Realität.
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#3 Julian SAnonym
  • 13.11.2022, 15:54h
  • Antwort auf #2 von Schlupfi
  • Ich habe doch ausdrücklich gesagt, dass ich seine Entscheidung inhaltlich nachvollziehen kann.

    Aber meine Kritik bezog sich darauf, wie er das kommuniziert hat. Damit haben die Terroristen ihr Ziel erreicht und gewonnen. Und er ist den Kollegen in den Rücken gefallen, die sich eben nicht haben einschüchtern lassen. Und auch all den Menschen, die auf den Straßen für Freiheit der Kunst demonstriert haben oder ihre Profile im Internet mit "Je suis Charlie" verändert haben.

    Ich kann jeden verstehen, der aus Angst lieber schweigt und sich selbst zensiert. Aber dann muss man nicht auch noch unsolidarisch den Leuten in den Rücken fallen, die sich auch für seine Freiheit als Zeichner und als schwuler Mann einsetzen. Wenn andere schon (unter eigener Gefährdung) für einen die Kohlen aus dem Feuer holen, braucht man ihnen zumindest nicht in den Rücken zu fallen.

    Und auch wenn ich seinen Zeichenstil nach wie vor mag, ist das für mich halt ein No-Go. Das ist für mich halt etwas, wo ich mein Gewissen nicht für ein wenig Unterhaltung und Spaß solange abgeben kann.
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