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Comic
Rowohlt kündigt neuen Ralf-König-Comic an
Im Februar 2023 erscheint nach "Vervirte Zeiten" der Nachfolge-Band "ABBA HALLO!" des schwulen Comic-Papsts mit neuen Geschichten rund um das Paar Konrad und Paul.
- 13. November 2022, 07:51h 2 Min.

Das Cover von "ABBA HALLO!"
Wieder hat Ralf König seine Gemeinde im Internet über Monate fast täglich mit einem Strip amüsiert und getröstet. Konrad und Paul treiben durch einen zweiten Coronawinter, immer noch mit Maske, aber mit wachsender Lust auf Partys, Ausgelassenheit und auf das neue Album von ABBA.
Doch zur Pandemie gesellen sich noch ganz andere Sorgen, was in diesen Zeiten ja wirklich niemanden wundert. Aber nach Jahrzehnten scheinbar problemloser Koexistenz zweier gänzlich unterschiedlicher Charaktere stellt sich Konrad und Paul mit einem Mal und aus gutem Grund die erschreckende Frage: Was, wenn ihre Liebe fort ist?
Nach "Vervirte Zeiten" erscheint am 14. Februar 2023 im Rowohlt Verlag der 208-seitige Nachfolge-Band "ABBA HALLO!" (gebundene Ausgabe: 25 Euro, E-Book: 19,99 Euro). Das Cover wurde jetzt vorab veröffentlicht.
Erste Comics erschienen im "Rosa Flieder"
Ralf König wuchs im westfälischen Werl-Westönnen auf, besuchte die Overberg-Hauptschule in Werl und absolvierte im Anschluss eine Tischlerlehre. 1979, während seines Coming-outs, angestoßen durch Rosa von Praunheims Buch "Sex und Karriere", veröffentlichte er erste kurze, vor dem Hintergrund der politischen Schwulenbewegung teilweise sehr engagierte Comic-Storys in dem Münchener Underground-Magazin "Zomix" sowie der Schwulenzeitschrift "Rosa Flieder". Er holte seine Mittlere Reife nach und studierte von 1981 bis 1986 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf mit dem Schwerpunkt Freie Kunst.
1981 erschienen mit "2arius, Das sensationelle Comic-Book" und "SchwulComix" drei erste Comic-Hefte, deren sich zwischen Naturalismus und Underground bewegende Ästhetik die Suche nach einem individuellen Stil dokumentieren. Für die Zeitschrift "Arbeit und Sicherheit im deutschen Bergbau" entstand 1983 als Auftragsarbeit die Serie "Bodo und Heinz" (bis 1985).
Mit dem Band "SchwulComix 2", 1984 in dem Berliner Szeneverlag Rosa Winkel erschienen, fand König schließlich zu einer eigenen Stilistik und zu seinem Thema: In pointierten Kurzgeschichten, die von dem zeichnerischen Minimalismus der Französin Claire Bretécher beeinflusst sind, porträtierte er selbstironisch und mit satirischem Augenzwinkern den Alltag der schwulen Subkultur. Zwei weitere "SchwulComix"-Alben (später nachgedruckt unter den Titeln "Zitronenröllchen", "Silvestertuntenball" und "Sahneschnittchen") folgten 1985 und 1986 und machten König als Chronisten der Schwulenbewegung einem wachsenden Publikum bekannt. (cw)
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Aber das hat sich komplett gewandelt durch sein Verhalten und seine Aussagen nach den Charlie-Hebdo-Anschlägen. Während andere (Promis wie einfache Bürger) sich solidarisch zeigten und im Netz wie im realen Leben mit Namen und Gesicht für Freiheit der Kunst eintraten (Je suis Charlie), hatte es Herr König ganz eilig, zu erklären, bestimmte Dinge nicht mehr zeichnen zu wollen und bestimmte Themen nicht mehr behandeln zu wollen.
Ich kann jeden Illustrator, Cartoonisten und Karikaturisten verstehen, der danach Angst hatte. Und ich habe auch durchaus Verständnis, wenn diese Angst dann zu einer Selbstzensur führt. Aber angesichts von Menschen, die für die Freiheit der Kunst ihr Leben gelassen haben und zahlreicher anderer, die sich nicht haben einschüchtern lassen, hätte man sich einfach selbst zensieren können, ohne das laut raus zu posaunen. Damit hat er gezeigt, dass die Attentäter gewonnen haben und ist den Opfern und anderen Kollegen in den Rücken gefallen. Das war sehr unsolidarisch.