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"Allerletzter Film, den ich machen will"

Roland Emmerich kündigt Karriereende an

Der schwule Hollywood-Regisseur Roland Emmerich will noch einen allerletzten Film drehen – und sich danach in die wohlverdiente Rente verabschieden. Das hat er jetzt selbst angekündigt.


Roland Emmerich inszenierte Hollywood-Blockbuster wie "Independence Day" und "The Day After Tomorrow" (Bild: Dick Thomas Johnson / flickr)

  • 13. November 2022, 11:01h 19 2 Min.

Roland Emmerich (67) gilt als erfolgreichster deutscher Regie-Export in Hollywood. Der Regisseur von legendären Katastrophenfilmen wie "Independence Day","The Day After Tomorrow" und "2012" kündigte jetzt in der "Bild am Sonntag" an, dass er in zwei bis drei Jahren einen Film über Umweltkatastrophen drehen wird. Dieses noch unbetitelte Projekt soll dann auch Emmerichs letztes bleiben. "Das ist der allerletzte Film, den ich machen will", erklärt der in den USA lebende Filmemacher.

"Das System wird nicht mehr funktionieren"

In seinem finalen Werk wird es demnach "darum gehen, dass die Welt aus den Fugen gerät". Er stelle sich "die Frage, ob es irgendwann eine Zeit geben wird, in der Menschen nicht mehr in dem Land leben können, in dem sie geboren wurden – wegen Hitze, wegen Wasserknappheit, wegen Hunger". Dies werde zu einer "Völkerwanderung" führen, "die ganz, ganz grausam sein wird". Emmerich ist sich sicher: "Das System wird nicht mehr funktionieren, wenn sich plötzlich viele Millionen Menschen auf die Reise machen und in ein anderes Land gehen".

Wie es nach dem nun angekündigten Karriereende weitergehen wird, weiß der schwule Star-Regisseur derzeit noch nicht. Er wolle aber viel lesen, ein wenig malen "und einfach Spaß haben". Seinen grob angerissenen Umwelt-Katastrophenfilm zuvor noch zu realisieren, sei dem Hollywood-Schwergewicht allerdings ein wichtiges Anliegen. "Diese Botschaft möchte ich unbedingt noch auf die Leinwand bringen. Der einzige Weg, die Menschen wachzurütteln, ist in meinen Augen, wenn sie sich vor etwas ganz schrecklich fürchten", so Emmerich.

Schon früh für LGBTI-Rechte engagiert

Roland Emmerich hat einen deutschen und einen amerikanischen Pass. Als Barack Obama gewählt wurde, seien er und seine Schwester, die Produzentin Ute Emmerich, Amerikaner*innen geworden. Los Angeles ist seit Jahrzehnten die Wahlheimat des Jungen aus dem kleinen Ort Maichingen bei Stuttgart, der heute ein Stadtteil von Sindelfingen ist. Dort engagierte er sich schon früh für LGBTI-Rechte – so spendete er 2006 150.000 US-Dollar an ein Projekt zur Bewahrung und Restaurierung schwuler und lesbischer Filme. Aus seiner eigenen Homosexualität machte er zwar nie ein Geheimnis, sprach aber in den letzten zehn Jahren häufiger öffentlich darüber (queer.de berichtete). 2017 gab er in L.A. seinem langjährigen Partner Gerardo Omar Soto das Jawort (queer.de berichtete).

Nicht besonders erfolgreich war Emmerichs Ausflug in den queeren Film: 2015 floppte sein Herzensprojekt "Stonewall", das von den Ausschreitungen in der Christopher Street im New York des Jahres 1969 handelt, sowohl bei Kritiker*innen als auch an der Kinokasse (queer.de berichtete). (cw/spot)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 13.11.2022, 12:59h
  • Naja, mit 67 darf man auch mal über den Ruhestand nachdenken. Er hat ein aufregendes und vermutlich auch sehr stressiges Leben geführt, da hat er sich das wohlverdient. Er soll dann die Zeit genießen.

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    Dort engagierte er sich schon früh für LGBTI-Rechte so spendete er 2006 150.000 US-Dollar an ein Projekt zur Bewahrung und Restaurierung schwuler und lesbischer Filme.
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    Vorbildlich. Und vor allem: er macht sowas aus Überzeugung und nicht, um damit hausieren zu gehen.
  • Direktlink »
#2 SebiAnonym
  • 13.11.2022, 13:00h
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    Nicht besonders erfolgreich war Emmerichs Ausflug in den queeren Film: 2015 floppte sein Herzensprojekt "Stonewall", das von den Ausschreitungen in der Christopher Street im New York des Jahres 1969 handelt
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    Das lag leider an der Hetzkampagne, die gegen den Film gefahren wurde.

    Und das alles nur, weil manche Leute den Unterschied zwischen einer Dokumentation und einem Spielfilm nicht verstanden haben. Und der Initiator der Hetzkampagne hat ja sogar später zugegeben, den Film nie gesehen zu haben und sich sein Urteil anhand des Trailers und Szenenbilder gebildet zu haben. Und leider sind dann manche wie die Lemminge gefolgt statt sich ein eigenes Bild zu machen.

    Der Vorwurf war, dass Transpersonen und Farbige, die beide bei den Stonewall-Unruhen eine wichtige Rolle gespielt haben, tabuisiert würden. Also zunächst mal: hier gab es mal einen Artikel mit 10 Szenenbildern. Da war (bis auf ein einziges Foto, das nur ein Portrait des Hauptdarstellers war) kein Foto dabei, wo nicht mindestens eine Person of Color und eine Transperson dabei war.

    Und zweitens:
    der Film war eben keine Doku, die die Geschehnisse so vollständig wie möglich abbilden will, sondern das war ein fiktionaler Spielfilm, der die Geschehnisse anhand des Schicksals einer Person und ihrer Erlebnisse zeigt. Das war also einfach nur ein dramaturgischer Kniff.

    Wir hätten froh sein können, dass ein Top-Regisseur einen großen Film über das Thema dreht, der ohne die Boykotte auch Heteros hätte erreichen können und der eben nicht nur für kleine Arthaus-Kinos oder Direct-to-video-Releases gedacht war. Aber mit den Boykotten und Kampagnen hat man nicht nur diesen Film "gecancelt", sondern auch dafür gesorgt, dass sich auf absehbare Zeit kein anderer Top-Regisseur nochmal diesem Thema widmen wird.
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#3 PeerAnonym
  • 13.11.2022, 14:16h
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • Ich konnte damals auch die Kritik (und teilweise war das ja sogar blanker Hass) nicht nachvollziehen.

    Ich habe den Film damals im Kino gesehen und fand ihn ganz gut. Der war jetzt nicht so hervorragend und prägend wie "Pride", "Milk", "Brokeback Mountain", "Beautiful thing", "Maurice", "Das Kuckucksei" und andere Klassiker des Gay Cinema. Aber er war durchaus gut und hätte auch viel bewegen können, wenn wir (oder besser: Teile von uns) es uns nicht wieder mal selbst versaut hätten.
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