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LSVD-Kritik
Katar: Auswärtiges Amt verschweigt Verfolgungsgefahr durch Apps
Die Nutzung der Apps Etheraz und Hayya ist für Katar-Besucher*innen verpflichtend. Diese können auf den internen Speicher des Handys zugreifen und durch exakte Ortung persönliche Treffen nachvollziehen.

Für den Besuch der WM in Katar ist u.a. die Nutzung der App Ehteraz verpflichtend (Bild: IMAGO / Rüdiger Wölk)
- 15. November 2022, 14:30h 2 Min.
Die Installation und aktive Nutzung der beiden Apps Etheraz und Hayya ist für die Einreise zur WM in Katar, den Stadion-Besuch und die öffentlichen Verkehrsmittel vor Ort verpflichtend. Die Apps stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar – nicht nur für queere Menschen. Unter anderem das Computer-Magazin "Chip" äußerte starke Bedenken, denn die Mobilfunk-Daten aller WM-Besucher*innen können damit massiv ausgespäht werden. Die verpflichtenden Apps können demnach den Ruhemodus eines Mobiltelefons überwinden und auf den internen Speicher des Geräts zugreifen und sogar durch exakte Ortung persönliche Treffen nachvollziehen.
LSVD: "Die queere Community hat Fragen"
In einer Pressemitteilung forderte der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) am Dienstag das Auswärtige Amt (AA) auf, auf die Verfolgungsgefahr durch die beiden Apps hinzuweisen. "Die queere Community hat Fragen, die das Auswärtige Amt noch nicht beantwortet hat", kritisierte LSVD-Vorstand Alfonso Pantisano – und nannte einige Beispiele: "Kann die Regierung in Katar über diese Apps (genauer) überprüfen, ob jemand Dating-Apps wie Romeo, Her, Grindr oder Tinder installiert hat? Kann das Dating- und Sexleben von allen WM-Besucher*innen dadurch überwacht werden? Wird auf diesem Weg auch auf Chatverläufe wie zum Beispiel WhatsApp und sonstige Fotos zugegriffen, die eine queere Identität beweisen könnten?"
Außerdem fragte Pantisano: "Was passiert beispielsweise, wenn sich drei schwule Jungs auf eine Cola in einem Hotelzimmer treffen und aufs Bett setzen? Muss man damit rechnen, dass die Scharia-Polizei dann aufgrund der Handydaten das Hotelzimmer stürmt?"
Explizite Reisewarnung gefordert
Der LSVD forderte das Auswärtige Amt erneut auf, eine explizite Reisewarnung für Katar auszusprechen. Auf der Internetseite zu "Reise- und Sicherheitswarnungen" für Katar heißt es derzeit: "Es sollte Reisenden bewusst sein, dass homosexuelle Handlungen und nichtehelicher Geschlechtsverkehr verboten sind und strafrechtlich geahndet werden." Dieser Hinweis sei "nicht aussagekräftig genug" und könne "Reisende unnötig gefährden", kritisierte der Lesben- und Schwulenverband.
"Die Gefahren von einer mehrjährigen Haftstrafe, über Folter und Gewalt bis hin zur Androhung der Todesstrafe muss das AA endlich klar benennen und auch davor warnen", forderte Pantisano. "Der LSVD hat kein Verständnis für das AA, weil es unter anderem durch die deutschen Botschaften auf der ganzen Welt diese relevanten Informationen besitzt, diese aber im Fall von Katar verharmlost." (mize/pm)














Hier werden Menschen gefährdet aufgrund politischer Interessen und das in Deutschland. Ohne Worte....
Ich hoff hier wird mal richtig Druck gemacht!