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USA

Mormonenkirche unterstützt Gesetzentwurf zur Ehe für alle

Homosexualität wird von der Mormonenkirche zwar nach wie vor abgelehnt. Mit der staatlichen Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe kann sich die in Teilen der USA sehr einflussreiche Glaubensgemeinschaft aber anfreunden.


Szene aus dem Film "Latter Days" aus dem Jahr 2003, in dem Mormonen-Missionar Aaron Davis (Steve Sandvoss, li.) seine Homosexualität entdeckt

  • 16. November 2022, 13:58h 3 3 Min.

Die Mormonenkirche, die viertgrößte Glaubensgemeinschaft der USA, hat am Dienstag ihre Unterstützung für das Bundesgesetz "Respect for Marriage Act" zur Anerkennung der Ehe für alle angekündigt. Die weltweit 17 Millionen Mitglieder zählende "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" erklärte jedoch, dass sie die gleichgeschlechtliche Ehe weiterhin als Verstoß gegen die Gebote Gottes ansehe, aber die staatliche Anerkennung befürworte, solange diese nicht die Rechte religiöser Gruppen einschränke.

"Wir glauben, dass dieser Ansatz ein Schritt nach vorne ist. Wir setzen dafür ein, sowohl Prinzipen und die Praxis der Religionsfreiheit als auch die Rechte von LGBTQ-Menschen zu verteidigen. So können wir Beziehungen heilen und für ein größeres gegenseitiges Verständnis erreichen", erklärte die Kirche in einer Stellungnahme.

/ EqualityUtah | Die LGBTI-Organisation Equality Utah begrüßt die Stellungnahme der Mormonenkirche
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Die Erklärung ist nach Ansicht von Patrick Mason, einem Religionsprofessor an der Utah State University, nicht überraschend: "Das ist Teil der Theologie der Kirche: Sie hält die Gesetze des Landes ein und erkennt an, dass ihre religiösen Vorschriften für Kirchenmitglieder anders sind als in der Gesellschaft", sagte Mason der Nachrichtenagentur AP.

US-Kongress debattiert derzeit über Ehe-Gesetz

Der "Respect for Marriage Act" ist derzeit Thema im US-Bundesparlament. Während das Repräsentantenhaus bereits im Juli mit großer Mehrheit dafür stimmte, ist eine Abstimmung im Senat verschoben worden (queer.de berichtete). Hintergrund ist, dass dort eine Supermehrheit von 60 der 100 Senator*innen nötig ist. Während sich die 50 Mitglieder der demokratischen Fraktion einhellig für das Gesetz aussprechen, gibt es derzeit aber noch nicht die Unterstützung von der republikanischen Fraktion.

Die Ehe für alle wurde eigentlich bereits 2015 USA-weit nach einer Entscheidung des Supreme Court geöffnet (queer.de berichtete). Allerdings ist seither kein formales Gesetz beschlossen worden. Auch der 1996 beschlossene "Defense of Marriage Act", der die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen verbietet, ist nach wie vor nicht formal abgeschafft worden, obwohl er seit einer Supreme-Court-Entscheidung aus dem Jahr 2013 nicht mehr angewandt werden darf (queer.de berichtete).

LGBTI-Aktivist*innen befürchten nun, dass der inzwischen weit konservativere Gerichtshof möglicherweise das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben wieder einführen könnte. Der republikanische Richter Clarence Thomas hat bereits offen erklärt, dass das Gericht nun die Ehe für alle "überdenken" könnte (queer.de berichtete).

Die Mormonenkirche, die neben der Bibel auch das im Jahr 1830 erstmals veröffentlichte "Buch Mormon" als Gottes Wort anerkennt, galt in der Vergangenheit als einer der queerfeindlichsten Glaubensgemeinschaften der USA. 2009 erklärte etwa einer der Kirchenanführer, dass Satan Menschen homosexuell mache (queer.de berichtete). Gemeinsam mit der katholischen Kirche kämpften die Mormonen dafür, die Ehe-Öffnung durch den Supreme Court zu verhindern (queer.de berichtete). An der kircheneigenen Privat-Hochschule Brigham Young University, können offen schwule oder lesbische lebende Studierende wegen ihrer sexuellen Orientierung exmatrikuliert werden. Allerdings hat die Kirche das Homo-Verbot zuletzt etwas gelockert (queer.de berichtete). (dk)

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#1 DQ24Anonym
  • 16.11.2022, 19:50h
  • Als ehemaliges Mitglied dieses Kultes weiß ich, warum die LDS das tut: Einerseits will sie so Klagen der LGBTIQ+ Gemeinschaft zuvorkommen, sich aber andererseits das Recht auf Diskriminierung vorbehalten.
    Denn die LDS braucht in so einem fall die staatliche Ehe nicht anerkennen, und hat das Recht, Menschen, die diese Ehe eingehen, zu exkommunizieren, und/oder, ihnen die Gemeinschaft zu entziehen, was bedeutet, dass sie gemieden werden, und ihnen allein die Schuld zugewiesen wird.
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#2 MuschebubuAnonym
  • 16.11.2022, 21:35h
  • Antwort auf #1 von DQ24
  • Die Haltung der LDS hat sicher ihre Gründe. Meine Meinung ist, dass ich aber damit leben kann. Wenn eine religiöse Gemeinschaft sagt, für sie kann eine religiös geschlossene Ehe nur zwischen Mann und Frau eingegangen werden, gut dann ist dem so. Bedingung für mich, die staatliche Ehe wird akzeptiert, nach dem Grundsatz Trennung Kirche und Staat Aber ich weiß, dass ist nicht überall so einfach handhabbar.
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#3 MandalorianAnonym
  • 17.11.2022, 08:22h
  • Wir die Vielweiberei der Mormonen eigentlich in allen Bundesstaaten anerkannt?
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