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Fußball-WM

Frankreichs Kapitän will nicht einmal One-Love-Binde tragen

Statt mit allen Regenbogenfarben wollen Kapitäne mehrerer Nationalmannschaften in Katar nur mit einer "entschärften" Armbinde ein Zeichen für Vielfalt setzen. Frankreichs Kapitän Lloris verzichtet selbst darauf.


Deutschlands Torwart Manuel Neuer trug die One-Love-Binde am Mittwoch beim Testspiel in Oman (Bild: IMAGO / Ulmer / Teamfoto)
  • 17. November 2022, 01:46h 17 3 Min.

Mit einer mehrfarbigen One-Love-Kapitänsbinde – anstelle eines "echten" Regenbogens – wollen Manuel Neuer und die Kapitäne anderer Nationalteams in Katar ein Zeichen für Vielfalt und Menschenrechte setzen. Für Gesprächsstoff sorgt nun, dass ausgerechnet Frankreich als Land der Freiheit ausschert und auf die "entschärfte" Binde bei der Fußball-WM verzichten will.

Lloris will mit Verzicht "Respekt zeigen"


Hugo Lloris (Bild: Steffen Prößdorf / wikipedia)

Nein, er werde die Binde nicht tragen, er habe sich dazu klar geäußert, betonte Frankreichs Kapitän Hugo Lloris am Dienstag.

Er wolle das Gastgeberland respektieren und stelle sich hinter den Präsidenten des französischen Fußballverbandes (FFF), Noël Le Graët, der sich gegen die Binde ausgesprochen habe, hatte er schon am Vorabend erläutert. "Wenn man Ausländer in Frankreich aufnimmt, möchte man, dass sie sich an unsere Regeln halten und unsere Kultur respektieren. Das werde ich auch tun, wenn ich nach Katar gehe. Man kann damit nicht einverstanden sein, aber ich werde Respekt zeigen", sagte Lloris auf einer Pressekonferenz.

"Bevor man etwas unternimmt, braucht man die Zustimmung der FIFA und der FFF. In dieser Angelegenheit habe ich meine persönliche Meinung, die sich mit der des Präsidenten deckt."

CSD Deutschland e.V.: One-Love-Binde "in Wirklichkeit reine Farce"

Der DFB hatte Ende September die gemeinsame Aktion mit anderen Topnationen angekündigt. Auf der mehrfarbigen Kapitänsbinde steht "One Love" (queer.de berichtete). Kritik war an der Farbgebung aufgekommen, weil diese nicht die Regenbogen­flagge darstellt (queer.de berichtete). Manche "Kampagnen, die eigentlich eine gute Absicht haben", seien "in Wirklichkeit reine Farce", kritisierte etwas der CSD Deutschland e.V. in einem Offenen Brief an den Verband und die Nationalmannschaft. "Eure spezielle Kapitänsbinde soll Vielfalt demonstrieren, zeigt aber eigentlich nur, welche Angst ihr als Verband vor FIFA und Sponsoren habt." Während der EM 2021 hatte Neuer noch eine Kapitänsbinde in Regenbogen­farben getragen (queer.de berichtete).

Katar ist wichtiger Wirtschaftspartner Frankreichs

Trotz des Verzichts auf die One-Love-Binde positionierte sich die französische Nationalmannschaft am Dienstag klar für die Achtung der Menschenrechte und gegen jegliche Form von Diskriminierung. In einem offenen Brief kündigten die "Bleus" an, den Einsatz von Nichtregierungsorganisationen für die Menschenrechte finanziell zu unterstützen. "Wir sind uns auch bewusst, dass der Fußball eine Verantwortung trägt, um sicherzustellen, dass die Menschenrechte wie auch unsere Umwelt respektiert werden, und dass jeder von uns seinen Teil dazu beitragen muss", hieß es in dem Schreiben.

Mit dem Verzicht auf die One-Love-Binde vermeidet Frankreich es auf jeden Fall, seinen wichtigen Wirtschaftspartner Katar zu brüskieren. Kürzlich erst machte Katar den französischen Konzern Total zum ersten internationalen Partner beim weltgrößten Flüssiggasprojekt. Und im Frühjahr schob Frankreich einen strategischen Dialog mit Katar an – Schwerpunkte sollen Energie, Verteidigung sowie Investitionen in die Wirtschaft sein. Wie die Zeitung "Le Monde" berichtete, stieß es Katar schon übel auf, dass sich etliche französische Großstädte zu einem Public-Viewing-Boykott gegen die WM entschieden, auch um gegen Menschenrechtsverstöße in dem Land zu protestieren. (cw/dpa)

-w-

#1 Pride
  • 17.11.2022, 07:07h...
  • Er werde Respekt zeigen. Das Gegenteil ist das gegenüber den grundsätzlich zu geltenden Menschenrechten. Da muß wohl auch eines der Länder der Freiheit selbst wieder nachlernen.
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#2 RosmullahAnonym
  • 17.11.2022, 07:07h
  • 1936 haben auch sehr viele ausländische Gäste "aus Respekt" den Führergruß gezeigt. Respekt vor Faschismus führt unweigerlich zu einer Mitschuld an Unterdrückung, Tod und Vernichtung.
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#3 Pride