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USA
Biden zu Angriff in Colorado: "Wir dürfen Hass nicht dulden"
Nach dem Anschlag auf den "Club Q" in Colorado Springs versichert US-Präsident Joe Biden der queeren Community seine Solidarität. Der überwältigte Täter verweigert unterdessen die Aussage. Weitere Reaktionen und Entwicklungen.

Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags legten Menschen am Sonntag am Tatort Blumen nieder (Bild: IMAGO / USA TODAY Network)
- 21. November 2022, 03:09h 4 Min.
Nach den tödlichen Schüssen im "Club Q" in Colorado Springs hat US-Präsident Joe Biden queeren Menschen in den USA seine Solidarität versichert. "Obwohl das Motiv für diesen Angriff noch nicht klar ist, wissen wir, dass die LGBTQI+-Community in den letzten Jahren schrecklicher Hassgewalt ausgesetzt war", heißt es in einer am Sonntag vom Weißen Haus verbreiteten Stellungnahme. Biden erinnerte sowohl an den Anschlag auf den Club "Pulse" in Orlando vor sechs Jahren als auch an die "Epidemie von Gewalt und Mord gegen trans Frauen – insbesondere trans Frauen of Color".
"Orte, die eigentlich sichere Orte der Akzeptanz und des Feierns sein sollten, sollten niemals zu Orten des Terrors und der Gewalt werden", erklärte Biden in seiner Stellungnahme. "Dennoch geschieht dies viel zu oft. Wir müssen die Ungerechtigkeiten beseitigen, die zur Gewalt gegen LGBTQI+ Menschen beitragen. Wir können und dürfen Hass nicht dulden."
Der US-Präsident erinnerte daran, dass er zu Beginn des Jahres das "bedeutendste Gesetz zur Waffensicherheit seit fast drei Jahrzehnten" unterzeichnet habe. Das sei jedoch nicht genug. "Wir müssen ein Verbot von Angriffswaffen erlassen, um Kriegswaffen von Amerikas Straßen zu verbannen."
Zahl der Verletzten steigt auf 25
In der Nacht zu Sonntag, dem Transgender Day of Remembrance, hatte der 22-jährige Anderson Lee Aldrich den Club mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe betreten und fing sofort wortlos an zu schießen. Fünf Menschen kamen ums Leben (queer.de berichtete).
Die Polizei sprach anfangs von 18 Verletzten, im Tagesverlauf korrigierte sie die Zahl dann auf 25 hoch. Mehrere verwundete Club-Besucher*innen erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Der mutmaßliche Täter wurde von einem Gast überwältigt und befindet sich ebenfalls im Krankenhaus.
Der Besucher habe dem Mann eine Waffe entreißen und ihn damit niederschlagen können, sagte der Bürgermeister von Colorado Springs, John Suthers, der "New York Times". "Er hat Dutzende und Aberdutzende Leben gerettet", betonte einer der Club-Besitzer, Matthew Haynes, bei einer kurzfristig angesetzten Trauerveranstaltung. Der Angriff sei dadurch nach rund einer Minute vorbei gewesen, sagte Polizeichef Vasquez. Der mutmaßliche Täter verweigere bislang die Aussage.
Anlaufstellen für Gäste und Angehörige
Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags legten Menschen am Sonntag Blumen am Tatort nieder. Für Besucher*innen des Clubs, Angehörige, Freund*innen und Anwohner*innen richtete das Colorado Springs Police Department eine Anlaufstelle ein. Angeboten werden dort "Unterstützung der psychischen Gesundheit, spirituelle Hilfe, emotionale Unterstützungstiere, Kinderbetreuung, finanzielle Notfallressourcen, Unterstützung für LGBTQ+, Mahlzeiten und andere Dienstleistungen", heißt es in einer Mitteilung auf Twitter. "Für die Sicherheit aller Besucher sorgen uniformierte Polizeibeamte." Journalist*innen haben keinen Zutritt.
/ CSPDPIOAfter last nights shooting at Club Q, the Colorado Springs Police Department is hosting a Community Resource Expo to provide our community members with support in navigating the variety of emotions surrounding this tragedy. pic.twitter.com/0QRZzJSqPb
Colorado Springs Police Department (@CSPDPIO) November 20, 2022
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Auch der "Club Q" richtete in Kooperation mit LGBTI-Organisationen in einem Hotel eine betreute Notunterkunft für Gäste und Angehörige ein.
Reaktionen aus Deutschland
Die tödlichen Schüsse in den USA bewegten auch in Deutschland die Community. "Nach Oslo und Bratislava der nächste Angriff auf eine queere Location, diesmal in Colorado Springs. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen", heißt es in einem Tweet von Die Linke.queer. "Wieder einmal wird deutlich: Der Kampf um eine solidarische und freie Gesellschaft ist alternativlos."
/ dielinke_queerNach Oslo und Bratislava der nächste Angriff auf eine queere Location, diesmal in Colorado Springs. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Wieder einmal wird deutlich: Der Kampf um eine solidarische und freie Gesellschaft ist alternativlos. #ClubQ pic.twitter.com/rMsM8PNKCI
DIE LINKE.queer (@dielinke_queer) November 20, 2022
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Die SPDqueer erklärte auf Twitter: "Unsere Community ist erneut Ziel eines schrecklichen Hassverbrechens geworden. Wir trauern um die Opfer, fühlen mit ihren Familien und der Community in den USA."
Auch die Grünen reagierten: "Unfassbar. Menschen werden erschossen in einem #queer Club!", schrieb die lesbische Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws auf Twitter. "Meine Gedanken sind bei Angehörigen und Freund*innen. Diese vermutlich queerfeindliche Tat geht alle an und bedroht #lgbtiq überall. In Solidarität gegen Hass, Gewalt und Menschenfeinde."
Ausgerechnet am Transgender Day of Remembrance "werden wir mit so einer furchtbaren Nachricht aus den USA konfrontiert", postete Schauws trans Kollegin Tessa Ganserer in einem Tweet. "Meine erschütterte Anteilnahme gilt den Opfern und Anwesenden vor Ort. Unsere solidarischen Gedanken sind bei euch!"
Auch der queerpolitiische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Jürgen Lenders hob die zeitliche Nähe des Anschlags zum Gedenktag hervor: "Am heutigen #dayofremembrance hat es in den USA einen Amoklauf in einem Club gegeben", erklärte er auf Twitter. "Meine Gedanken sind bei den Toten, Verletzten und deren Angehörigen." (mize)
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