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Dennis O.s Reise zu sich selbst
"Ich habe dafür gebetet, morgen nicht mehr schwul zu sein"
Mit seiner stets gut gelaunten Art und seinen schrillen Looks zählte Dennis O. mit Abstand zu den stärksten Kandidaten der diesjährigen "Prince Charming"-Staffel. Bis zur Selbstakzeptanz war es jedoch ein weiter Weg.

Dennis O. sorgte bei "Prince Charming" für jede Menge Unterhaltung (Bild: RTL)
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21. November 2022, 06:19h 6 Min.
Vor anderthalb Wochen endete für Dennis O. die Reise bei "Prince Charming" und damit auch die Chance, den einen Platz in Fabian Fuchs' Herz zu ergattern (queer.de berichtete). Doch in insgesamt sieben Folgen hat er die Zuschauer*innen sicherlich so gut unterhalten wie kaum ein anderer Kandidat und bekam gerade auf Instagram viel Zuspruch für seinen einzigartigen Charakter.
Doch wie er queer.de in einem exklusiven Interview verriet, war er nicht immer so outgoing und selbstbewusst, wie er sich in dem RTL+- Format präsentiert hat. Im Gegenteil: Wie viele queere Menschen hatte auch Dennis in seiner Kindheit und Jugend damit zu kämpfen, sich seine sexuelle Orientierung einzugestehen. Für ihn war diese ein regelrechter Albtraum, weshalb er auch dafür gebetet hat, dass er von heute auf morgen hetero wird.
Die Beschäftigung mit dem Universum half Dennis, sich zu akzeptieren
Erst nach einiger Zeit konnte er immer mehr zu sich stehen. Geholfen hat ihm dabei unter anderem die US-amerikanische Reality-Show "RuPaul's Drag Race", welche er seit der dritten Staffel verfolgt. Zudem habe er sich viel mit dem Universum beschäftigt und sich immer wieder gedacht, wie irrelevant einzelne Dinge im Vergleich zur Größe dieses großen, schwarzen Loches seien. Ihm wurde klar, dass es letztlich vollkommen egal ist, welche sexuelle Orientierung man hat – und dass man sich damit nicht stressen sollte.
Ein weiteres positives Ereignis: Als Dennis seinem besten Freund mit 16 Jahren erzählte, dass er in ihn verknallt sei, reagierte dieser sehr rücksichtsvoll. Denn anstatt ein Fass aufzumachen, meinte er, dass er sich geehrt fühle und dankbar für diese Offenheit sei, die Gefühle aber leider nicht erwidern könne. Die Tatsache, dass es überhaupt nichts an ihrer Freundschaft veränderte und sie auch weiterhin gemeinsame Zock-Abende – inklusive Übernachtungen – verbracht haben, ließ ihn sehr ausgewogen fühlen.
Seine Mutter reagierte zunächst negativ auf sein Coming-out

Dennis O. kann sich weitere Auftritte im TV vorstellen (Bild: RTL)
Als er dann aber das erste Mal so richtig verliebt war, hat seine Mutter dies bemerkt, und es kam zu einem offenen Gespräch. Leider hat sie damals nicht sonderlich positiv reagiert, obwohl die beiden früher sehr viele queere Dinge unternommen haben und er sich auch immer als Mädchen verkleiden durfte. Heute weiß Dennis jedoch, dass seine Mutter damals lediglich Angst um ihn hatte und ihn beschützen wollte. Denn aufgrund einer innigen Freundschaft zu einem homosexuellen Mann wusste seine Mutter, dass das schwule Leben – gerade in Kleinstädten – auch seine Schattenseiten hat.
Er hätte sich damals eine andere Reaktion von ihr gewünscht, bekam diese dann aber von seiner Schwester, die sich später ebenfalls als queer outete. Sie sei damals seine größte Supporterin gewesen und habe ihm das Gefühl gegeben, dass die beiden dem Rest der Welt standhalten können. Wer bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nichts von seiner sexuellen Orientierung wusste, war sein rumänischer Vater, der laut ihm – mit seinen starken, blauen Augen – sehr böse aussehe und teilweise auch sehr ernst agiere. Doch umso mehr hat er sich gefreut, als sein Vater ihm mitteilte, dass er bereits von dessen Homosexualität ausgegangen sei und nur darauf gewartet habe, dass er es ihm erzählt.
"Ich brauche keine Bestätigung von anderen Menschen"
Mit 19 zog Dennis nach Berlin, wo er sein Schwulsein noch offener ausleben konnte, und wagte nun eben den Schritt, sich bei "Prince Charming" zu bewerben. Auf die Zeit in Griechenland blickt Dennis durchaus positiv zurück. Mit den anderen Kandidaten habe er eine "wunderschöne Zeit gehabt" und es stets genossen, so viele Menschen um sich herum zu haben. Gerade mit Dennis S., mit dem er sich auf Rhodos auch ein Bett teilte, fühle er sich bis heute sehr verbunden.
Die gute Stimmung konnte man auch als Zuschauer*in wahrnehmen – vor allem dann, wenn Dennis und Co. morgens zu den Pop-Hymnen von Cher und anderen queeren Ikonen tanzten. Doch nicht alle fanden dies so positiv: Auf der Instagram-Seite von "Prince Charming" hagelte es zahlreiche Kommentare, dass diese morgendlichen Performances zu aufgesetzt seien. Dennis entgegnet hier, dass Musik ein absolutes Luxus-Gut in dem Haus gewesen sei, und sie sich immer gefreut hätten, wenn sie dann zumindest morgens oder abends auf den Partys Mal ein paar Songs hören konnten.
Doch auch so könne er nicht verstehen, warum sich Menschen darüber aufregen, wenn andere gute Laune haben. Seine Erfahrungen aus der Vergangenheit helfen ihm heutzutage, mit dem Hass und Neid anderer umzugehen. Er hat für sich relativ früh erkannt: "Ich brauche keine Bestätigung von anderen Menschen, sondern muss am Ende des Tages einfach happy mit mir selbst sein."
Dennis sah sein Ausscheiden bereits im Traum voraus
Glücklich war er tatsächlich auch, als seine Reise bei "Prince Charming" endete. Denn kurz vorher habe er von einer Busfahrt in seine ehemalige Heimat Villingen geträumt, bei der alle in Fabians Heimat Freiburg ausgestiegen seien. Im Traum habe er aber gemerkt, dass er sich dort nicht wohlfühle und nach Hause möchte. Dies stand für ihn sinnbildlich dafür, dass es keine Zukunft mit Fabian gibt. Da die Zahl sieben zudem seine Lieblingszahl sei, habe er sich gefreut, in der siebten Folge nach Hause fahren zu können.
Instagram / charmings.official | Dennis O. auf Instagram
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In der Zeit auf Rhodos habe Dennis viel über sich selbst lernen können und sei sehr gewachsen. Aktuell möchte er sich auch viel Freiraum geben und legt deshalb erst mal keinen großen Wert darauf, einen Partner kennenzulernen. Dennoch sei er weiterhin offen für die Liebe – genauso wie für eine weitere Teilnahme in einem TV-Format. Dann aber gerne in einer sozialen oder wissenschaftlichen Sendung, in dem es am Ende keine Gewinner*innen gebe.
Kritik von Folge 1: Der Prinz, die Penis-Seife, peinliche Plattitüden und ein Pupser
Kritik von Folge 2: Seestern-Reiten auf der schwulen Klassenfahrt
Kritik von Folge 3: Vor der Pool-Party gibt's ein Penis-Eis für alle
Kritik von Folge 4: Haben Fabian und Sebastian etwa Sex?
Kritik von Folge 5: Sklaven, Tränen, internalisierte Homophobie
Kritik von Folge 6: Massage (fast) mit Happy Ending
Kritik von Folge 7: Flaschendrehen und ganz viel Wodka
Kritik von Folge 8: Die Kandidaten als Karikaturen ihrer selbst
Die vierte Staffel von "Prince Charming" kann seit Donnerstag, den 29. September 2022 auf RTL+ gestreamt werden. Jede Woche gibt es für die Abonnent*innen (ab 4,99 € im Monat) eine neue Episode. Auf Youtube gibt es ein Sneak Peak, in dem die ersten 18 Minuten der Premierenfolge zu sehen sind. Insgesamt zeigt RTL+ neun Folgen plus eine später aufgenommene Wiedersehensfolge. Darin wird der Prince verraten, ob er immer noch mit dem von ihm ausgewählten Mann zusammen ist. Mehr in einem Interview mit Fabian Fuchs.















leider gibts immer noch zuviele ,die den Humbug glauben und die Sekten unterstuetzen....und das ist eine Schande