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Attacke auf "Club Q"
Das sind die Opfer von Colorado Springs
Bei dem Angriff auf den queeren "Club Q" kamen die beiden Barkeeper Derrick und Daniel sowie drei Gäste im Alter zwischen 22 und 40 Jahren ums Leben. Der überwältigte Schütze soll in den kommenden Tagen erstmals vor Gericht erscheinen.

Zwei der fünf Todesopfer: Derrick Rump (l.) und Daniel Aston arbeiteten im "Club Q" (Bild: IMAGO / ZUMA Wire)
- 22. November 2022, 04:44h 3 Min.
Die Polizei von Colorado Springs veröffentlichte am Montag die Namen der fünf Todesopfer der Attacke auf den queeren "Club Q". Bei dem Angriff in der Nacht auf Sonntag kamen die beiden Barkeeper Derrick Rump (38) und Daniel Aston (28) ums Leben – der trans Mann Aston arbeitete seit zwei Jahren im Club. Ebenfalls getötet wurden die drei Gäste Kelly Loving (40), Ashley Paugh (35), Mutter einer elfjährigen Tochter, sowie Raymond Green Vance (22).
/ GovofCO | Colorados Gouverneur Jarid Polis teilte Fotos der fünf Todesopfer: "Wir erinnern uns an sie und tragen sie in unseren Herzen."We remember those and hold them close in our hearts. pic.twitter.com/dgNjf1xFCV
Governor Jared Polis (@GovofCO) November 21, 2022
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Green Vance war mit seiner Partnerin Kassy Fierro und deren Eltern im Club, um den Geburtstag eines Freundes zu feiern. Kassys Vater Richard Fierro gehörte zu den beiden Personen, die den Angreifer überwältigen konnten.
"Ich muss diesen Typen töten, bevor er uns tötet"
"Ich habe noch nie eine Person getroffen, die so heldenhaft gehandelt hat und dabei so bescheiden war", sagte der örtliche Bürgermeister John Suthers über Fierro. Der ehemalige US-Soldat selbst erklärte gegenüber der "New York Times", er habe von hinten nach dem Schützen gegriffen, ihm die Waffe abgenommen und ihm damit immer wieder auf den Kopf geschlagen. "Ich weiß nicht genau, was ich getan habe, ich bin einfach in Kampfmodus gegangen", sagte Fierro demnach weiter. "Ich weiß einfach, ich muss diesen Typen töten, bevor er uns tötet."
Am späten Samstagabend hatte ein mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe bewaffneter 22-Jähriger den "Club Q" betreten und auf die dort feiernden Menschen geschossen. Fünf Menschen starben, mindestens 18 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt (queer.de berichtete). Einige der Verletzten schweben weiterhin in Lebensgefahr. Die Attacke ereignete sich in der Nacht zum Transgender Day of Remembrance.
Augenzeug*innen schilderten, wie der Täter sofort zu schießen begann, bevor einige Gäste dazwischen gingen. Sie hätten ihn geschlagen und getreten und ihn daran gehindert, "noch mehr Schaden anzurichten", berichtete Barkeeper Michael Anderson. "Sie haben mir das Leben gerettet."

"Sich sicher zu fühlen ist ein Menschenrecht": Vor dem Tatort in Colorado Springs bekundeten viele Menschen ihre Trauer und Solidarität mit Blumen, Kerzen, Stofftieren und Botschaften (Bild: IMAGO / ZUMA Wire)
Joshua Thurman, ein häufiger Gast aus Colorado Springs, stand auch Stunden nach dem Vorfall noch unter Schock. "Es war beängstigend", berichtete er Reporter*innen. "Auf dem Boden lagen Leichen. Es gab Glasscherben, zerbrochene Becher, weinende Menschen." Der Club sei für ihn ein "geschützter Ort" gewesen, sagte Thurman. "Wohin sollen wir denn jetzt gehen?"
Mutmaßlicher Täter noch im Krankenhaus
Der zuständige Bezirksstaatsanwalt Michael Allen betonte, es seien noch keine finalen Anklagepunkte gegen den Verdächtigen bei Gericht vorgebracht worden. Das stehe noch aus. Er stimmte die Öffentlichkeit auf längere Ermittlungen ein. Keine Angaben machte Allen dazu, ob der Verdächtige inzwischen mit der Polizei gesprochen habe. Der Schütze befinde sich derzeit noch im Krankenhaus und werde in den kommenden Tagen erstmals vor Gericht erscheinen.
Offizielle Angaben zum Motiv des mutmaßlichen Täters gab es zunächst nicht. Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Colorado, Phil Weiser, hatte allerdings gesagt, er halte ein anderes Motiv als Hass für schwer vorstellbar (queer.de berichtete). US-Präsident Joe Biden verurteilte die Tat und prangerte Gewalt gegen queere Menschen an (queer.de berichtete).
Die Ermittler*innen gaben den Namen des mutmaßlichen Schützen mit Anderson Lee Aldrich an. Der 22-Jährige soll laut "Denver Gazette" bereits Mitte 2021 wegen einer Bombendrohung festgenommen worden sein soll. Zudem soll er Enkel des extrem rechten republikanischen Politikers Randy Voepel sein, der einen Sitz im Landesparlament von Kalifornien hat. Voepel unterstützte unter anderem den Putschversuch vom 6. Januar 2021 durch Anhänger*innen des abgewählten Präsidenten Donald Trump. (cw/AFP/dpa)














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