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Colorado Springs
Erste Anhörung vor Gericht nach Anschlag auf "Club Q"
Die tatverdächtige Person bleibt nach der tödlichen Schussattacke in Colorado Springs ohne Kaution in Haft. Ihre nichtbinäre Geschlechtsidentität werde nichts an der Anklage ändern, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die angeklagte Person wurde per Video aus dem Bezirksgefängnis zugeschaltet (Bild: El Paso County Court)
- 24. November 2022, 02:03h 3 Min.
Die Person, die am Wochenende im queeren "Club Q" in Colorado Springs das Feuer eröffnet haben soll, ist erstmals per Videoschalte vor Gericht erschienen. Die Richterin ordnete bei dem Termin vor dem Paso County Court am Mittwoch an, dass A. ohne Kaution in Haft bleiben solle, wie US-Medien berichteten. Die nächste Anhörung ist für den 6. Dezember angesetzt. Es wird erwartet, dass dann auch die finalen Anklagepunkte bekannt werden.
Das Anwaltsteam der Verteidigung erklärten bereits vor der Verhandlung, dass A. nichtbinär sei (queer.de berichtete). A. wolle mit "Mx. A." angesprochen werden, hieß es in einer Fußnote der Gerichtsunterlagen und bevorzuge die Pronomen "they/them". Die Person wurde in orangefarbener Häftlingskleidung aus dem Bezirksgefängnis zugeschaltet und saß während der Anhörung zusammengesunken auf einem Stuhl, wie auf einem Video zu sehen war. A. sprach nur um zu bestätigen, wie they heißt und um über alle Rechte informiert worden zu sein.
Offen ist noch, ob sich A. auch wegen Hassverbrechen vor Gericht verantworten muss – bisher ist dies als vorläufiger Anklagepunkt gelistet.
Nach Überzeugung der Polizei hatte A. (22) in der Nacht zu Sonntag den Club mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe betreten und sofort das Feuer eröffnet. Fünf Menschen kamen ums Leben, 18 weitere wurden bei dem Angriff teilweise schwer verletzt (queer.de berichtete). Zwei Anwesende im Club schritten der Polizei zufolge ein und stoppten A. Offizielle Angaben für das Tat-Motiv gab es zunächst nicht. Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Colorado, Phil Weiser, hatte allerdings gesagt, er halte ein anderes Motiv als Hass für schwer vorstellbar.
Staatsanwalt Michael Allen betonte, dass A.'s Geschlechtsidentität nichts ändere. "Es hat keinen Einfluss darauf, wie ich diesen Fall verfolge", zitierte der Sender CNN Allen. "Ich möchte, dass sie wissen, dass wir die Stimme der Opfer im Gerichtssaal sein werden und dass wir während des gesamten Prozesses an ihrer Seite kämpfen werden", sagte er demnach mit Blick auf die Angehörigen.
Homophober Vater äußert sich in Interviews
US-Medien berichteten zudem, A. habe eine schwierige Kindheit gehabt. Die Eltern hatten demnach Drogenprobleme und trennten sich, als ihr Kind zwei Jahre alt war.
A.s Vater, der nach eigenen Angaben früher als Pornodarsteller gearbeitet hat und jetzt Kampfsport-Trainer ist, sagte im Sender CBS, er habe A. als Kind für gewalttätiges Verhalten "gelobt". "Ich habe ihm gesagt, dass es funktioniert", sagte er. Der "New York Times" sagte der Vater, er habe seinem Kind gegenüber auch seine starke Abneigung gegenüber homosexuellen Menschen zum Ausdruck gebracht. Auf CBS sagte er: "Es gibt keine Schwulen in der Kirche der Mormonen." (cw/dpa/AFP)














Nur ticken die Uhren in den Vereinigten Staaten anders. Egal wie das Urteil hierzu fällt, es macht die Opfer nicht wieder lebendig.
Auch ich frage mich, wieso er sein Leben nicht geändert hatte, wenn man aus solch beschissenen Lebensverhältnissen stammte.
War they von beginn an so mit Hass durchfressen? Was für ein Leben.