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"Promotion für LGTBI"

Fußball-WM: AfD macht "woken Mist" für deutsche Niederlage verantwortlich

Nach Ansicht der AfD ist offenbar Hass der einzige Weg, um ein Länderspiel zu gewinnen.


Hobby-Bundestrainerin Beatrix von Storch hält Menschenrechte für "Mist" (Bild: Ministério da Ciência, Tecnologia e Inovações / flickr)

  • 24. November 2022, 09:09h 29 2 Min.

Die AfD versucht die Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft im WM-Auftaktspiel politisch auszuschlachten. Eine ganze Reihe von prominenten Politiker*innen der Rechtsaußen-Partei machen dabei in sozialen Medien die Debatte um die One-Love-Binde für das überraschende 1:2 gegen Japan verantwortlich. "Ich glaube, wenn unsere Fußballnationalmannschaft wieder stolz die deutschen Farben trägt und aufhört, mit woken Mist den Sport zu politisieren, dann gewinnt sie auch wieder", erklärte etwa Vizefraktionschefin Beatrix von Storch auf Facebook.



Martin Reichardt, der familienpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, ergänzte: "Wer fragwürdige Maskottchen wie @NancyFaeser hat, sich mehr um #woke Armbinden als um #Fussball kümmert, der verliert halt 1:2 gegen #Japan!". Die Niederlage stehe symbolisch für den "Niedergang" Deutschlands unter der Ampelregierung.

NRW-Vizefraktionschef Sven Tritschler schrieb: "Alles, was die #Woken anfassen, wird sch**ße. Gilt auch für Fußball", so der offen homosexuelle Kölner auf Twitter. Der Berliner Abgeordnete Gunnar Lindemann attestierte: "Anstatt anständigen Fussball zu spielen, beschäftigt sich unsere #DFB #Nationalmannschaft lieber mit GenderGagga und Promotion für #LGTBI. So wird das nix mit der #WM2022 in #Katar2022."

Politikerin fordert Respekt für homophobe Katarer

Die ehemalige Bundestagsvizepräsidentschaftskandidatin Mariana Harder-Kühnel witterte sogar Totalitarismus: "Die Politisierung des Sports nimmt totalitäre Ausmaße an. Es geht nicht mehr um Fußball, sondern um Regenbogenbinden und Zwang zu gratismutigen Bekenntnissen. Dieser Wokismus kennt keinen Respekt vor anderen Kulturen. So blamieren wir uns im Ausland. Und auf dem Platz", schrieb sie auf Twitter.

Auch auf der Parteiseite der AfD wurde die Niederlage kommentiert – und angedeutet, dass Akzeptanz und Vaterlandsliebe einander ausschließen: "Vielleicht sollte sich der #DFB Gedanken darüber machen, den Sport und die Liebe zu Deutschland wieder in den Vordergrund einer Fußball-Weltmeisterschaft zu rücken", heißt es dort. Dazu setzte die Partei das Bild einer Kapitänsbinde, in der statt dem Slogan "One Love" die Aufschrift "#GER" und die deutsche Flagge zu sehen ist. (dk)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 24.11.2022, 10:33h
  • 1. Interessant, dass Einsatz für Menschenrechte und Menschenleben für die AfD "woker Mist" ist.

    2. Ich weiß ja, dass LGBTI für alles mögliche verantwortlich gemacht werden von Naturkatastrophen bis Konkunkturwellen. Und jetzt eben auch für die Niederlage der deutschen Mannschaft. Aber können die Leute, die sowas immer mantra-artig wiederholen, auch mal begründen, wo da der Kausalzusammenhang ist?

    3. Sind eigentlich auch die toten Arbeiter für das Abschneiden der deutschen Mannschaft verantwortlich oder nur die LGBTI?
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#2 MarkenkernAnonym
  • 24.11.2022, 11:23h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • "1. Interessant, dass Einsatz für Menschenrechte und Menschenleben für die AfD "woker Mist" ist."

    Das Feindbild "Wokeness" ist im blaubraunen Bereich die Bezeichnung für alles, was mit Menschenrechten oder Empathie zu tun hat. Ausnahme: Die Hasswesen profitieren selbst von bestimmten Aspekten, dann werden sie gern genommen. Gelten dann aber natürlich nur für sie (in Deutschland: bio-deutsch, christlich, reaktionär, weiß, cis und natürlich hetero; in den USA das gleiche, nur eben auf die dortige Nationalität bezogen und selbstverständlich gehören Juden, Muslime, Afroamerikaner, Latinx etc. nicht dazu, selbst wenn sie in den USA geboren sein sollten - Personen wie Hershel Walker als "diverses" (hier: afroamerikanisches) Feigenblatt werden natürlich gern genutzt, Parallelen zum Verhalten NS-Führungsstab/Röhm sind sicherlich nicht unbedingt falsch).

    Diese neurechte Mischung aus reaktionären und nationalistischen Elementen mit klerikal-faschistischer Unterstützung zur "Wiederherstellung der natürlichen Ordnung" sollte idealerweise eigentlich jede*r politisch interessierte Demokrat*in -insbesondere in Regierungsebenen- schon seit einigen Jahren auf dem Schirm haben:
    www.gwi-boell.de/de/2019/04/29/agenda-europe-ein-extremistis
    ches-christliches-netzwerk-im-herzen-europas



    Es lohnt sich auch die Lektüre der Fachpublikation mit dem trockenen Titel "Die 'Agenda Europe': Strategien und Ziele eines Netzwerks gegen sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte in Europa", der von proFamilia bereitgestellten deutschen Übersetzung der Publikation "Restoring The Natural Order: The Religious Extremists Vision to Mobilize European Societies Against Human Rights on
    Sexuality and Reproduction" des European Parliamentary Forum on Population and Development (EPF) :
    www.profamilia.de/fileadmin/publikationen/Fachpublikationen/
    Agenda_Europe.pdf
  • Direktlink »
#3 esbolAnonym