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Neue RKI-Zahlen
Zahl von HIV-Neuinfektionen unter Schwulen rückläufig
In Deutschland stagnieren die Zahlen für HIV-Neuinfektionen. Unter Männern, die Sex mit Männern haben, gingen sie jedoch leicht zurück. Ein möglicher Grund ist die PrEP.
- 24. November 2022, 12:08h 2 Min.
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist im vergangenen Jahr weitgehend unverändert geblieben. 2021 infizierten sich schätzungsweise 1.800 Menschen neu mit HIV und damit etwa so viele wie im Vorjahr, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag anlässlich des bevorstehenden Weltaidstags mitteilte. Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit so niedrig wie zuletzt vor zwei Jahrzehnten.
Allerdings könnte dem RKI zufolge wegen der Pandemie weniger auf HIV getestet worden sein, weshalb die Zahl der Neuinfektionen für 2021 tatsächlich unterschätzt werden könnte. Unabhängig davon seien die Fallzahlen "immer noch zu hoch", erklärte RKI-Chef Lothar Wieler.
Rückgang unter Männern, die Sex mit Männern haben
Die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen bei homosexuellen Männern lag im vergangenen Jahr bei etwa 1.000, was einem Rückgang von 100 Neuinfektionen gegenüber dem Vorjahr entspreche (queer.de berichtete). Etwa 320 Menschen infizierten sich 2021 beim intravenösen Drogenkonsum mit HIV. Etwa 440 Menschen steckten sich in Deutschland durch heterosexuelle Kontakte an.
Ende vergangenen Jahres lag damit die Zahl der Infizierten insgesamt bei 90.800. Schätzungsweise 8.600 wussten demnach nichts von ihrer Ansteckung.
HIV wird in erster Linie durch Menschen übertragen, deren Infektion noch nicht diagnostiziert wurde. Etwa ein Drittel aller neudiagnostizierten Infektionen wurde 2021 erst mit einem fortgeschrittenen Immundefekt diagnostiziert, fast jede fünfte Infektion sogar erst mit dem Vollbild Aids.
HIV-Diagnosen werden oft erst Jahre nach der Infektion gestellt. Die Daten liefern laut RKI deshalb nur begrenzte Informationen zur aktuellen Ausbreitung von HIV in Deutschland.
Der seit 2019 geschätzte Rückgang von Neuinfektionen ist demnach vermutlich auf die Einschränkung sexueller Kontakte und auf weniger Tests während der Coronapandemie sowie auf die Verhinderung von Neuinfektionen durch die sogenannte Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zurückzuführen. Diese Medikamente für HIV-Negative sind seit 2019 Kassenleistung (queer.de berichtete). (AFP/dk)
















Ein Argument für die Prep ist ja, daß man mit den Safer-Sex-Kampagnen allein gegen die weitere Ausbreitung von HIV nicht mehr ankam.
Wir sind also momentan auf einem günstigeren Pfad, wissen nur noch nicht, ob aus den richtigen Gründen.
Mit gleicher Post hat das RKI heute einen aktuellen Hinweis der Stiko referiert, der zufolge Ihr bitte an Eure zweite Dosis Jynneos denkt:
www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/Affenpocken/
STIKO-Stellungnahme-MVA-Komplettierung.html
Das stark abgeklungene Infektionsgeschehen von MPOX könnte ja dazu verleiten, die zweite Dosis schleifen zu lassen, nachdem sie so lange depriorisiert war/vorenthalten wurde.
Außerdem könnten bislang Abgewiesene diese Erinnerung zum Anlaß nehmen, jetzt (Die Butter muß vom Hof!) erneut nachzufragen.
Do it.