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Queerfeindliche Attacke

AfD-MdB beschimpft Kim de l'Horizon: "Das Dekadente und Verkommene geriert sich als Kultur"

Kim de l'Horizon hatte als erste nichtbinäre Person den Deutschen Buchpreis gewonnen – und musste sich viele Beschimpfungen gefallen lassen. Jetzt kommt der Hass sogar aus dem Bundestag.


Der AfD-Politiker Martin Reichardt macht aus seiner Abneigung gegen queere Menschen kein Geheimnis (Bild: Daniel Schneider / wikipedia)

Martin Reichardt, der familienpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, hat sich am Donnerstag auf Twitter abfällig über Kim de l'Horizon geäußert. Der 53-jährige AfD-Chef von Sachsen-Anhalt veröffentlichte ein Bild der nichtbinären Person, die letzten Monat mit "Blutbuch" den Deutschen Buchpreis gewonnen hatte (queer.de berichtete). Dazu schrieb der Volksvertreter: "Die europäische Kultur von Homer bis Goethe, von Locke bis Nietzsche, von Shakespeare bis Schiller schüttelt sich in Krämpfen! Das Dekadente und Verkommene geriert sich als Kultur & das verblödete linke Establishment applaudiert! #OneLove"



Anlass für den Tweet ist, dass de l'Horizon kürzlich auch als Sieger*in eines Preises im eigenen Heimatland bekanntgegeben wurde; der Schweizer Buchpreis ist mit umgerechnet 34.000 Euro dotiert. "Blutbuch" führt derzeit auch die Schweizer Bestsellerliste an.

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Der queere Roman "Blutbuch" (Buchkritik von Anja Kümmel) wurde als "Bildungsroman fürs 21. Jahrhundert" ("NZZ") gelobt. Nach der Verleihung des Deutschen Buchpreises vor einem Monat schlug de l'Horizon bereits viel Hass entgegen. Daher muss l'Horizon inzwischen von einem Sicherheitsdienst geschützt werden (queer.de berichtete). Nach dem AfD-Tweet könnte sich die Lage noch zuspitzen.

Martin Reichardt ist für seine extrem queerfeindlichen Äußerungen berüchtigt. So beleidigte er mehrfach den Queerbeauftragen Sven Lehmann (Grüne). Zudem rückt er gerne Aufklärung über Vielfalt in die Nähe von sexuellem Missbrauch von Kindern (queer.de berichtete). Die Grünen beschimpfte er kürzlich auf Twitter als "Kinderschänder", weil sie sich für Trans-Rechte einsetzen. Am Mittwoch kritisierte er im Zusammenhang der deutschen Fußballnationalmannschaft "woke Armbinden" (queer.de berichtete). (dk)

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#1 SeraphinaAnonym
  • 24.11.2022, 15:04h
  • "Der queere Roman "Blutbuch" (Buchkritik von Anja Kümmel) wurde als "Bildungsroman fürs 21. Jahrhundert" ("NZZ") gelobt."

    Das Zitat überrascht mich etwas, hab angesichts einiger Artikel NZZ bisher eher als transfeindliches konservatives Blatt wahrgenommen. Zum AfD-Abgeordneten muss ich nicht viel sagen außer, dass doch auch gewisse Dinge richtig laufen müssen in Deutschland wenn die Blaubraunen immer weiter ihre Giftpfeile abfeuern.
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#2 KilianEhemaliges Profil
  • 24.11.2022, 15:12h
  • Ich verweigere den Kommentar zur rechtsradikalen Politfigur der faschistoiden Reichsromantikerpartei.

    Aber den Roman empfehle ich sehr gerne. Nach "Herkunft" der zweite Preisträger, den ich wirklich genossen habe und ein zweites Mal lesen werde. Der schweizer Literaturclub hat das Buch verhandelt und recht fair und zutreffend rezenziert, inklusive eines recht großen, vorgelesenen Stückes daraus, für den ersten Eindruck zu Kims Sprache. Jederzeit in der SRF-Mediathek via Browser zu streamen.
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