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Heimkino

"Brennende Sonne": Queeres Melodram am Beckenrand

In einer abgelegenen Villa verbringen vier Freunde den Sommer am Pool. Als jedoch ein mysteriöser Bekannter aus der Vergangenheit seinen Besuch ankündigt, reißen alte Wunden auf und das sommerliche Idyll beginnt zu bröckeln.


Mit nackter Haut wird in "Brennende Sonne" nicht gegeizt (Bild: GMfilms)

Auf den ersten Blick scheint alles perfekt zu sein: Die Sonne strahlt, und vier gute Freude tummeln sich am blauen Pool, irgendwo in einer schicken Villa an der portugiesischen Küste. Vasco ist frisch verliebt in einen anderen Mann, der schwule Filmemacher Simão schreibt an seinem neuen Drehbuch, und Joana versucht mit dem bisexuellen Francisco ein Kind zu bekommen. Doch dann kündigt sich per SMS David an, ein alter Bekannter, der vor zehn Jahren plötzlich aus dem Leben der Freund*innen verschwunden ist. Schnell macht sich Unruhe breit, denn alle verbindet eine bewegte Vergangenheit mit David…

In hübsch fotografierten Bildern entfaltet Regisseur Vicente Alves do Ó anhand dieser Prämisse ein Drama um eine Gruppe gutaussehender Mittvierziger in einer Luxusvilla im Nirgendwo. "Brennende Sonne" (Amazon-Affiliate-Link ) gibt sich dabei von der ersten Einstellung an stimmungsvoll und fängt die sommerliche Atmosphäre auf gelungene Weise ein. Schwelgerische Poolfilme hat das Kino ja nun einige zu bieten, man denke etwa an "Der Swimmingpool" (1969) mit Romy Schneider und Alain Delon, an François Ozons "Swimming Pool" (2003) oder an "A Bigger Splash" (2015). Alves do Ó scheint im Angesicht dieser Konkurrenz nicht baden gehen zu wollen und lässt sich inszenatorisch einiges einfallen. Vor allem visuell gelingen ihm eindrückliche Momente, die "Brennende Sonne" immer wieder ins Surreale abdriften lassen.

Nichtssagendes Geräkel am Pool


Poster zum Film: "Brennende Sonne" ist am 25. November 2022 digital und auf DVD erschienen

Trotz mancher Stärken (wie dem Soundtrack mit Liedern des queeren brasilianischen Popstars Johnny Hooker) kann der Film dennoch nicht überzeugen. Das liegt vor allem an der dünnen Geschichte, die um den mysteriösen David kreist. Was die Protagonist*innen an diesem Mann, der aus dem Off seine Gedanken mitteilt, aber nie zu sehen ist, nun so faszinierend finden und warum sie seine Ankunft geradezu fürchten, bleibt ebenso rätselhaft wie der Umstand, dass sich erwachsene Menschen hier wie melodramatische Teenager aufführen.

Wirkliche Sympathien kann keiner der durchaus engagierten Darsteller*innen wecken, so hohl und nichtssagend sind ihre Dialoge, die sich meist in vagen Andeutungen und bedeutungsschwangeren Sinnsprüchen verlieren. Da lässt es selbst kalt, dass mit nackter Haut nicht gegeizt wird, und alle Schauspieler*innen beinahe durchgängig in Badeklamotten herumlaufen.

Ein bisschen schade ist es, dass dieser queere Poolfilm sich in lahmen Arthouse-Klischees verliert und nicht so recht weiß, wovon er eigentlich erzählen will. Denn das Alves do Ó seinen Film so selbstverständlich mit queeren Figuren bevölkert, die dabei nicht auf die üblichen Konflikte und Themen reduziert werden, ist im Grunde erfrischend. Etwas mehr als Geräkel am Beckenrand und Anleihen bei Meistern wie Ozon und Bergman hätte es allerdings schon gebraucht, um aus interessanten Ideen einen sehenswerten Film zu machen.

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Infos zum Film

Brennende Sonne. Drama. Portugal 2018. Regie: Vicente Alves do Ó. Cast: Ricardo Pereira, Oceana Basílio, Nuno Pardal, Ricardo Barbosa, Rafael Gomes, Márcio Martha. Laufzeit: 94 Minuten. Sprache: portugiesische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 16. GMfilms. Ab 25. November 2022 auf DVD und als Video on Demand.

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#1 Interessant aberAnonym
  • 26.11.2022, 10:40h
  • Schade, aber wie leider bei so vielen interessanten Filmen: Nur OmU, dann verzichte ich leider.
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#2 CornyAnonym
  • 26.11.2022, 18:28h
  • Gut, Meinungen sind unterschiedlich. Aber einen Film deshalb schlechtzureden, weil andere Filme (sehr subjektiv) " besser" sind, ist ein starkes Stück. Noch stärker ist es, keinerlei Details in die Beurteilung einfließen zu lassen, welche Rückschlüsse auf die Handlung erlauben oder mit welchen man nachvollziehen könnte, ob die Beurteilung einigermaßen zutreffend ist.
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