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Nilla Fischer

Erfinderin der Regenbogen­binde übt scharfe Kritik an der FIFA

Die Diskussionen um die "One Love"-Binde gehen weiter. Jetzt meldet sich die Spielerin zu Wort, die die Regenbogenbinde vor fünf Jahren nach Deutschland gebracht hat.


Als erste Kapitänin eines Bundesligateams trug Nilla Fischer vom VfL Wolfsburg 2017 eine Regenbogenbinde am Arm (Bild: VfL Wolfsburg)
  • 27. November 2022, 06:29h 16 3 Min.

Die schwedische Fußballspielerin Nilla Fischer, die die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben 2017 nach Deutschland brachte, hat dem Weltfußballverband FIFA Grenzüberschreitungen vorgeworfen. Nach dem Verbot der "One Love"-Armbinde bei der WM in Katar frage sie sich, wie die FIFA sich das vorgestellt habe, sagte die 38-jährige Ex-Kapitänin des VfL Wolfsburg der "Bild am Sonntag". Es gebe keine Regel, die den Schiedsrichter befuge, einen Spieler für eine farbige Kapitänsbinde zu verwarnen", sagte sie. "Außerdem wäre der Aufschrei der Medien doch riesig gewesen, wenn sieben Kapitäne wegen der Binde tatsächlich Gelb gesehen hätten. Die FIFA überschreitet leider oft Grenzen – auch in diesem Fall."

Die FIFA hatte das Tragen der "One Love"-Armbinde unter Androhung von Sanktionen untersagt. Sieben europäische Verbände, darunter der DFB, hatten daher auf die geplante Aktion verzichtet (queer.de berichtete). Die deutsche Nationalmannschaft hatte sich vor der 1:2-Auftaktniederlage gegen Japan stattdessen aus Protest die Hände vor den Mund gehalten (queer.de berichtete).

Fischer: Noch eine Chance für die "One Love"-Binde

Fischer sagte der Zeitung, für die deutsche Nationalmannschaft sei es noch nicht zu spät, der "One Love"-Binde doch noch eine Chance zu geben. "Würde Manuel Neuer gegen Spanien mit der Binde auf den Platz treten, wäre das nach wie vor ein starkes Zeichen." Dass Neuer die Binde gegen Japan nicht getragen habe, habe sie enttäuscht. "Das gilt allerdings für alle Länder, die vor dem Turnier ankündigten, mit dieser Binde aufzulaufen. Wenn du eine Haltung hast, musst du auch bereit sein, Konsequenzen zu tragen und dafür einstehen." Begeistert sei sie dagegen von der deutschen Innenministerin Nancy Faeser gewesen, die sich mit der "One Love"-Binde ins Stadion und neben Präsident Gianni Infantino gesetzt hatte (queer.de berichtete).

Fischer ist offen lesbisch. 2013 heiratete sie ihre Freundin. 2014 wurde sie in Schweden zur "Lesbischen Frau des Jahres" gekürt. Auch bei den Themen Gleichberechtigung und Sexismus meldet sie sich immer wieder zu Wort. 2017 brachte sie die Regenbogenbinde nach Deutschland (queer.de berichtete).

"Der VfL war begeistert"

In ihrer Heimat Schweden seien die Regenbogenfarben im Fußball schon lange allgegenwärtig gewesen, sagte Fischer der "Bild am Sonntag". In einem Interview sei ihr die Frage gestellt worden, wieso in Deutschland nicht ein ähnliches Zeichen gegen Diskriminierung von Homosexualität gesetzt werde. Sie sei dann mit der Idee auf ihren damaligen Verein VfL Wolfsburg zugegangen. "Der VfL war begeistert. Anders als der DFB, der nicht sofort Feuer und Flamme war." Seitdem sei viel passiert. "Der DFB macht mittlerweile ja sehr klar, dass er für LGBTQ-Rechte einsteht. Mich freut diese Entwicklung." (cw/dpa)

-w-

#1 WadimAnonym
  • 27.11.2022, 09:41h
  • Wie immer, Frauen haben die Eier.
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#2 PeerAnonym
  • 27.11.2022, 10:00h
  • "Erfinderin der Regenbogenbinde"

    Sorry, aber das ist nicht die "Erfinderin" der Regenbogenbinde.

    Schon in den 1990er-Jahren habe ich in Köln auf dem CSD Leute gesehen, die nicht nur die von Gilbert Baker festgelegte Regenbogenflagge schwenkten, sondern die auch entsprechende T-Shirts trugen, Armbänder, Stirnbänder und Käppis trugen und die auch Armbinden trugen (häufig waren das die Regenbogen-Schweißbänder, die man eigentlich an den Handgelenken trug und die man einfach hochgeschoben hat, manchmal jedoch auch selbst gebastelte Armbinden).

    Sie hat die Regenbogenbinde vielleicht in den deutschen Fußball gebracht und dort als erste getragen. Das mag sein und das ist auf jeden Fall auch ein Verdienst, der zu würdigen ist. Aber "Erfinderin der Regenbogenbinde" klingt doch etwas missverständlich.

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    " 'Es gebe keine Regel, die den Schiedsrichter befuge, einen Spieler für eine farbige Kapitänsbinde zu verwarnen', sagte sie."

    Genau das macht es ja so lächerlich, dass die Fußballer diesem Wunsch der FIFA so bereitwillig folgen. Was hätte schon passieren sollen, wenn man es wirklich drauf angelegt hätte? Nichts.

    Mal angenommen, die Schiedrichter hätten sich wirklich über die Regeln ihres Sports hinweggesetzt und willkürlich Gelbe oder Rote Karten verteilt. Damit wäre diese WM und der Fußball doch nur endgültig in der Lächerlichkeit angekommen, die sie eh schon haben.

    Aber leider ziehen es Fußballer vor, brav zu kriechen und bei Menschenrechtsverletzungen weg zu sehen, statt mal Rückgrat zu zeigen und Eier in der Hose zu haben. Naja, müssen die selbst wissen. Die müssen sich den Rest ihres Lebens im Spiegel ansehen, nicht wir.
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#3 BulleneierAnonym