Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?43938

Mecklenburg-Vorpommern

Rostock: CSD-Organisatorin wird Oberbürgermeisterin

Mit 58,4 Prozent setzte sich die Linken-Politikerin Eva-Maria Kröger in der Stichwahl klar gegen ihren von CDU und FDP unterstützten Mitbewerber durch. Die Landtagsabgeordnete ist im Vorstand des CSD Rostock e.V.


Eva-Maria Kröger hat das Rostocker Rathaus erobert (Bild: Die Linke)

Die Linken-Politikerin Eva-Maria Kröger hat mit deutlichem Vorsprung die Oberbürgermeister*innen-Wahl in Mecklenburg-Vorpommerns größter Stadt Rostock gewonnen. Die 40-Jährige setzte sich in der Stichwahl klar gegen ihren Mitbewerber durch – den von CDU und FDP unterstützten parteilosen Michael Ebert (52). Sie lag am Sonntagabend nach dem vorläufigen Ergebnis mit 58,4 Prozent der Stimmen uneinholbar vorne. Ebert kam auf 41,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 36,9 Prozent.

Als bisherige Landtagsabgeordnete und langjährige Fraktionschefin der Linken in der Rostocker Bürgerschaft hat Kröger in den vergangenen Jahren auch immer wieder queerpolitische Initiativen ergriffen. Im Mai setzte sie etwa mit durch, dass Landesbehörden und Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern die Regenbogenflagge bei entsprechendem Anlass auch ohne Genehmigung des Innenministeriums hissen dürfen (queer.de berichtete). Vor zwei Jahren sorgte sie mit einer starken Rede zum Thema Blutspende für homo- und bisexuelle Männer für pubertär-verklemmtes Kichern im Schweriner Landtag (queer.de berichtete).

Wahlaufruf des CSD Rostock für Kröger

Seit 2018 ist Eva-Maria Kröger ehrenamtliche Finanzvorständin des CSD Rostock. Vor der Stichwahl hatte der Verein eine Wahlempfehlung für die Linken-Politikerin veröffentlicht. "Mit Eva steht dieses Mal eine Kandidatin in der Stichwahl, die sich seit vielen Jahren und wie keine andere für eine offene Gesellschaft in Rostock einsetzt und sich insbesondere für die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in dieser Stadt stark macht", erklärte die Pride-Vorsitzende Jule Esteh. "Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Hansestadt Rostock und unserem Verein ist auch ihr zu verdanken. Als Vorstandsmitglied beim CSD Rostock hat sie sich in den letzten Jahren nicht nur um die Vereinsfinanzen gekümmert, sondern auch den Bus gefahren, Zelte auf und ab gebaut und mit vielen wichtigen Stellen vermittelt. Auf Eva kann man sich verlassen."

Enttäuscht über geringe Wahlbeteiligung

Sie sehr dankbar für das Wahlergebnis, sagte Kröger am Abend im Rathaus. "Das ist gerade ein sehr glücklicher Moment." Zugleich betonte sie, dass jede*r Demokrat*in immer enttäuscht sei, wenn die Wahlbeteiligung niedrig ausfalle. Letztlich müsse aber jede Person für sich entscheiden, ob sie zur Wahl gehe.

Ebert erkannte die Wahlniederlage an: "Natürlich bin ich enttäuscht, aber die Entscheidung der Rostocker und Rostockerinnen muss ich akzeptieren. Ich gratuliere Eva-Maria Kröger und wünsche ihr für die kommenden Jahre Ausdauer."

Kröger und der ranghohe Polizeibeamte Ebert waren beim ersten Durchgang am 13. November mit 17 Kandidat*innen als Bestplatzierte hervorgegangen und so in die Stichwahl gekommen. SPD und Grüne hatten ihre Wähler*innen aufgefordert, für Kröger zu stimmen. Die künftige Oberbürgermeisterin wurde im Rostocker Rathaus von ihren Anhänger*innen mit "Eva"-Rufen gefeiert.

Kröger ist zweite Frau im Amt – nach LSVD-Sprecherin

Notwendig wurde die Wahl, weil der bisherige Amtsinhaber Claus Ruhe Madsen im Juni als Wirtschaftsminister in das Kabinett von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach Schleswig-Holstein wechselte. Das OB-Amt wird auf sieben Jahre vergeben. Rostock ist mit knapp 210.000 Einwohner*innen die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns.

Kröger ist die erste gewählte Oberbürgermeisterin der Stadt. Lediglich Ida Schillen (PDS), frühere Bundessprecherin des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD), war 2004/05 nach dem Rücktritt des damaligen Oberbürgermeisters vorübergehend für sechs Wochen amtierende Oberbürgermeisterin.

Kröger wird mit einer Bürgerschaft zusammenarbeiten, in der ihre Partei, die Linke, die stärkste Fraktion stellt. Allerdings sind in dem Stadtparlament wechselnde Mehrheiten bei Entscheidungen keine Ausnahme. Die Bürgerschaft zählt 53 Abgeordnete und fünf Fraktionen. Neben der Linken sind das CDU/UFR, Grünen, SPD und der Rostocker Bund. Hinzu kommen fraktionslose Einzelabgeordnete. (cw/dpa)

#1 MandalorianAnonym
  • 28.11.2022, 10:17h
  • Ich wünsche Ihr viel Erfolg und hoffe, dass sie die Zeit gut übersteht. Die Kombination Linke + CSD könnte die Kameradschaften in der Umgebung reichlich triggern.
  • Antworten » | Direktlink »