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Schlag für Macron

Frankreich: Homophobe Ministerin tritt wegen unzulänglicher Vermögenserklärung zurück

Erst im Juli hatte Caroline Cayeux ihr Amt angetreten – und war wegen homophober Äußerungen in der Kritik.


Caroline Cayeux war nur vier Monate 24 Tage Ministerin (Bild: Screenshot Public Sénat)

Die französische Regierung hat ein Kabinettsmitglied weniger: Die beigeordnete Ministerin für Gebietskörperschaften, Caroline Cayeux, hat wegen einer als unzulänglich eingestuften Vermögenserklärung ihren Rücktritt eingereicht. "Die Transparenzbehörde hat mir mitgeteilt, dass sie meine Vermögenserklärung für zu niedrig halte", erklärte Cayeux am Montag. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nahm den Rücktritt an und übergab ihren Bereich der bisherigen Staatssekretärin Dominique Faure.

Die 74-Jährige war bei ihrem Amtsantritt im Juli wegen homophober Äußerungen in die Kritik geraten (queer.de berichtete). Hintergrund war, dass sie 2012 das Gesetz zur Ehe für alle als "spleenige Reform, die gegen die Natur geht" bezeichnet hatte. Kurz nach ihrer Ernennung verschlimmerte sie den Eindruck von Homophobie, als sie erklärte, dass sie "viele Freunde unter solchen Leuten" habe. Auf Twitter empörten sich viele über den Ausdruck "solche Leute" (#cesgensla). Cayeux entschuldigte sich später für die Formulierung.

Twitter / realmarcel1
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Die Transparenzbehörde, die unter anderem die Vermögensangaben von Regierungsmitgliedern prüft, äußerte sich zunächst nicht zu dem Fall. Cayeux stammt aus dem konservativen Lager, war lange Bürgermeisterin von Beauvais und mehrere Jahre Senatorin der konservativen Republikaner.

Cayeux hatte sich kürzlich noch an der Seite Macrons bei dessen Treffen mit den französischen Bürgermeister*innen gezeigt. Die Opposition spottete über den Rücktritt der Ministerin. "Die Kohle und das Macron-Lager – eine unendliche Geschichte", erklärte der rechtspopulistische Abgeordnete Sébastien Chenu.

"Die Frage ist: Wer hat in dieser Regierung eigentlich keine Probleme mit der Justiz oder der Transparenzbehörde?", schrieb der Parteichef der sozialistischen Partei, Olivier Faure, auf Twitter. (AFP/cw)

Twitter / faureolivier
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#1 MessageAnonym
#2 jumbojuiceAnonym
  • 28.11.2022, 18:56h
  • Zu sagen "spleenige Reform, die gegen die Natur geht" ist grausam, gemein und glasklar homophob.

    Für "spleenige Reform, die gegen die Natur geht" hätte sie sich entschuldigen sollen - nicht für "solche Leute" oder "Formulierungen". So werden emanzipatorische Belange lächerlich gemacht und auf "Wortwahl" reduziert.

    Ein Ausdruck wie "solche Leuten" ist nichtssagend. Es kann herablassend sein - oder auch nicht. Und das ist völlig egal, denn sie hat längst deutlich gesagt was sie wirklich denkt. Macht wenig Sinn sich mit sowas aufzuhalten. Es lenkt ab und wirkt schnell kleinlich und dadurch unglaubwürdig und begünstigen "Wortwahl"-Entschuldigungen wenn es Inhalts-Entschuldigen bräuchte.
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#3 56James35Anonym