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Viruserkrankung
Affenpocken werden ab sofort Mpox genannt
Der neue Name sei gewählt worden, weil er in anderen Sprachen auch gut aussprechbar sei und verwendet werden könne, teilte die Weltgesundheitsorganisation mit.

Koloriertes Bild aus einem Elektronenmikroskop: Mpox-Partikel (rot) in einer infizierten Zelle (blau) (Bild: NIAID / flickr)
- 29. November 2022, 00:23h 2 Min.
Die Krankheit Affenpocken erhält einen neuen Namen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benutzt ab sofort statt Monkeypox die Bezeichnung Mpox, wie sie nun mitteilte. Ein Jahr würden beide Namen noch nebeneinander stehen, bevor nur noch Mpox verwendet werde.
Der neue Name sei gewählt worden, weil er in anderen Sprachen auch gut aussprechbar sei und verwendet werden könne. Auch das Virus selbst soll eine neue Bezeichnung bekommen. Dafür ist ein unabhängiger Expertenrat (ICTV) zuständig, der noch keine Entscheidung getroffen hat. Schon im August waren für die beiden Virus-Untergruppen, die nach afrikanischen Regionen benannt waren, die Bezeichnungen Untergruppe I und Untergruppe II eingeführt worden.
Mpox haben mit Affen nichts zu tun
Die Krankheit hieß nur deshalb Monkeypox (Affenpocken), weil sie 1958 erstmals in Affen entdeckt wurde. Mit den Ausbrüchen in diesem Jahr haben Affen aber nichts zu tun. Vielmehr stecken sich Menschen bei engem körperlichen Kontakt mit anderen Menschen an. Dennoch wurden in diesem Jahr etwa in Brasilien Affen angegriffen, weil Menschen sie für die Ausbrüche verantwortlich machten.
Generell sollen nach den Vorgaben der WHO bei Namen für Krankheiten Hinweise auf bestimmte Länder, Regionen oder Tiere vermieden werden. Zudem soll der Name leicht aussprechbar sein.
Auch nach dem Ausbruch des damals neuartigen Corona-Virus in Wuhan in China hatte die WHO mit Hochdruck an einem neutralen Namen gearbeitet, um zu verhindern, dass sich Bezeichnungen wie China-Virus oder Wuhan-Virus durchsetzen. Die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Krankheit heißt Covid-19, eine Abkürzung von Coronavirus Disease. Die 19 zeigt, dass die Krankheit 2019 erstmals auftauchte.
Weltweiter Gesundheitsnotstand
Anfang November hatte die WHO entschieden, dass der Mpox-Ausbruch in zahlreichen Ländern vorerst ein weltweiter Gesundheitsnotstand bleibt (queer.de berichtete). Zwar gebe es bei der Bekämpfung Fortschritte, dennoch käme es weiterhin zu neuen Infektionen, zudem hätten einige Länder noch nicht genügend Diagnose- und Behandlungsmittel oder Impfstoffe zur Verfügung.
Die WHO äußerte sich auch besorgt, weil Betroffene in manchen Ländern weiterhin diskriminiert werden, was dazu führe, dass Erkrankungen womöglich versteckt würden und die Infektion sich so weiter ausbreiten könne. Es infizieren sich aktuell vor allem schwule und bisexuelle Männer, die häufigen Sex mit wechselnden Partnern haben. In vielen Ländern steht Homosexualität unter Strafe. (cw/dpa)















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