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Deutschland
Evangelisch-methodistische Kirche öffnet sich für Schwule und Lesben
Homosexuelle können in der Freikirche demnächst Pastor*innen und gleichgeschlechtliche Paare gesegnet werden – Gemeinden können das allerdings ablehnen.

Regenbogen vor einer Gemeinde der United Methodist Church, wie die Kirche international heißt, in Seattle (Bild: Joe Mabel / wikipedia)
- 29. November 2022, 10:39h 2 Min.
Eine außerordentliche nationale Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland hat am Freitag eine Öffnung der Kirche hin zu homosexuellen Menschen beschlossen. Nach einem Prozess von über drei Jahren stimmte die Versammlung in Chemnitz einstimmig bei vier Enthaltungen für eine entsprechende Änderung der Kirchenordnung.
Der Beschluss eröffne "die Möglichkeit der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare im Rahmen einer kirchlichen Trauung sowie die Ordination homosexueller Menschen für den pastoralen Dienst", teilte die Kirche mit rund 46.000 Mitgliedern in Deutschland mit. "Gleichzeitig wurde die für die Einheit der Kirche wichtige Beheimatung von Menschen, die in dieser Hinsicht ihre traditionelle Sicht bewahren wollen, ausdrücklich befürwortet."
Konkret bedeute dies, dass Pastoren oder Pastorinnen nicht verpflichtet werden können, "gegen das eigene Gewissen anlässlich einer kirchlichen Trauung Ehepaare zu segnen". Auch Gemeinden sind nicht zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare verpflichtet – ebenso könnten sie sich gegen die Zuweisung homosexueller Pastor*innen stellen.
"Gemeindebund" für "traditionelle Haltungen" gegründet
Die Meldung der Kirche trägt die Überschrift "Mit gegenseitigem Respekt zur Lösung" und enthält bereits im Teaser die Aussage "Traditionelle Haltungen bleiben geachtet". So wurde "Menschen, die mit veränderten sexualethischen Richtlinien in Gewissensnöte kommen, eine geistliche Heimat" geschaffen – sie organisieren sich in einer neuen Untergruppe namens "Gemeinschaftsbund in der Evangelisch-methodistischen Kirche".
Die Konferenz der Kirche beschloss auch, dass neben Einzelpersonen auch Gemeinden Mitglied des "Gemeinschaftsbundes" werden können. 17 Gemeinden hätten sich bereits angeschlossen, so die Meldung der Kirche. Sie verfügt in Deutschland über rund 420 Gemeinden, über die Hälfte davon in Süddeutschland. Mitglieder von Gemeinden, die sich dem "Gemeinschaftsbund" anschließen, seien nicht automatisch selbst Mitglied.
Die aus einer Bewegung in England im 18. Jahrhundert hervorgegangene Freikirche hat weltweit rund 12 Millionen Anhänger*innen, die meisten davon in den USA, wo sie die zweitgrößte protestantische Kirche ist. Auch in einigen Staaten Afrikas sowie auf den Philippinen kommt sie auf eine größere Anzahl von Gläubigen. (cw)















2. Eine "Segnung", wie sie auch Waffen, Motorrädern, etc. längst zuteil wird, ist keine Ehe und damit wiederum erneute Diskriminierung.
3. Wenn dann doch wieder jede Gemeinde selbst entscheidet, ob das erlaubt ist oder nicht, ist das nichts wert.
Fazit:
Eine reine Marketing-Aktion, die nichts ändern wird.