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Trotz weiterer Vorwürfe

Kevin Spacey: Erste Filmrolle seit seinem Sieg im Belästigungs-Prozess

Der Regisseur des Films "Control" verpflichtete den US-Amerikaner für eine wichtige Sprechrolle – obwohl Spacey noch vor einem Strafprozess in Großbritannien steht.


Kevin Spacey wurde nach den erstmals 2017 geäußerten Vorwürfen zur Persona non grata in Hollywood – er verlor etwa seine Rolle als Frank Underwood in der hochgelobten Serie "House of Cards" (Bild: Netflix)

  • 29. November 2022, 12:29h, noch kein Kommentar

Im Oktober wurde der zweifache Oscarpreisträger Kevin Spacey (63) in einem Zivilprozess um sexuelle Übergriffe von einer New Yorker Jury für nicht schuldig befunden. Sein Schauspielkollege Anthony Rapp (51) hatte ihm vorgeworfen, ihn sexuell belästigt zu haben, als Rapp gerade einmal 14 Jahre alt war. Nun berichtet das US-Branchenmagazin "Variety", dass Spacey die erste Rolle seit seinem juristischen Sieg für sich verbuchen konnte: Im Independent-Thriller "Control" des britischen Regisseurs Gene Fallaize (38) übernimmt Spacey eine Sprechrolle.

In Spaceys neuem Film ist die britische Ministerin Stella Simmons (Lauren Metcalfe) in eine Affäre mit dem Premierminister (Mark Hampton) verstrickt. Als Simmons ein selbstfahrendes Auto besteigt, wird dieses plötzlich gehackt und sie darin entführt. Spacey wird die mysteriöse Person einsprechen, die die Kontrolle über das Fahrzeug übernimmt. Die Rolle ist "Variety" zufolge zu vergleichen mit Kiefer Sutherlands Performance im Thriller "Nicht auflegen!" aus dem Jahr 2002.

Der Regisseur des Films bezeichnete Spacey als "einen der größten Schauspieler unserer Generation". Spaceys Privatleben könne Fallaize "nicht kommentieren", da er davon "keine Kenntnis" besäße. Der Filmemacher freut sich auf die "Möglichkeit, mit einem Schauspiel-Titanen zu arbeiten".

Seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Spacey im Jahr 2017 ist dieser lediglich in den zwei Langfilmen "Billionaire Boys Club" (2018) und "L'uomo che disegnò Dio" (2022) aufgetreten. Demnächst wird der Darsteller noch in den bereits abgedrehten "Peter Five Eight" sowie "Gore" zu sehen sein.

Die Vorwürfe Rapps waren die ersten gegen Spacey, der danach auch in Kritik geriet, weil er seine erste Reaktion auf die Vorwürfe mit einem Coming-out verband. Danach wurden diverse weitere Vorwürfe in den USA und Großbritannien bekannt. Im kommenden Jahr muss sich Spacey in London in einem Strafprozess zu sexuellen Übergriffen vor Gericht verantworten. Die Anklage in dem Prozess wurde erst vor wenigen Wochen ausgeweitet, nachdem Spacey sieben weitere sexuelle Übergriffe gegen einen Mann vorgeworfen werden, darunter Nötigung zu sexuellen Aktivitäten. Insgesamt bezieht sich der Prozess damit auf vorgeworfene Handlungen gegenüber vier Männern (queer.de berichtete).

An die Produktionsfirma der Serie "House of Cards" muss der einstige Serienstar wegen Vertragsbruchs rund 31 Millionen US-Dollar zahlen. Spacey habe während der Produktion der Netflix-Serie gegen Richtlinien bezüglich sexueller Belästigung der Produktionsfirma verstoßen. (spot/cw)