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Ende einer politischen Reise?
Queerfeindlicher Ex-MdB Florian Post tritt in CSU ein
Der ehemalige Sozialdemokrat, der letztes Jahr mit einem queerfeindlichen Wahlkampf für Kopfschütteln sorgte, hat eine neue politische Heimat gefunden.

Künftig steht eine andere Buchstabenkombination in einer anderen Farbe hinter Florian Post (Bild: Williampost / wikipedia)
- 30. November 2022, 12:08h 2 Min.
Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post ist in die CSU eingetreten. Wie der "Münchner Merkur" berichtet, habe der Kreisverband München Nord am Montagabend dem Aufnahmeantrag des 41-Jährigen zugestimmt. Der Ortsverband Moosach habe bereits am Freitag zugestimmt. Post hatte erst im August seinen Austritt aus der SPD nach 18 Jahren Parteimitgliedschaft bekanntgegeben (queer.de berichtete).
Gegenüber dem "Spiegel" bestätigte Post seinen Übertritt: "Die SPD setzt sich schon lange nicht mehr für Menschen ein, die unseren Wohlstand täglich aufs Neue erarbeiten", teilte er dem Hamburger Nachrichtenmagazin mit. Das seien Menschen, "die jeden Tag aufstehen, sich um ihre Kinder kümmern, hart arbeiten, sich aber auch über einen günstigen Flug freuen". Kein Verständnis hätten diese Menschen aber für Dinge "wie Gendersternchen", so der Neu-Christsoziale.
Petplayer als "abstoßend" bezeichnet
Post hatte sich in der Vergangenheit mehrfach mit den SPD-Parteifreund*innen überworfen. Für Aufsehen sorgte letztes Jahr auch sein Bundestagswahlkampf, in dem er mit einer als queerfeindlich kritisierten Kampagne um Erststimmen in seinem Münchner Wahlkreis warb. So bezeichnete er im Sommer auf Twitter Petplayer, also als Tiere verkleidete Fetisch-Liebhaber, bei CSDs als "abstoßend". Auf einem Wahlplakat warb er zudem mit einer Regenbogenfahne und dem Slogan "Vielfalt" und dem durchgestrichenen Begriff "Cancel Culture". Die grüne Direktkandidatin Doris Wagner warf ihm daraufhin einen "Missbrauch" des queeren Symbols vor (queer.de berichtete).
Von 2013 bis 2021 war Post Bundestagsabgeordneter, der zwei Mal über die bayerische SPD-Landesliste ins Parlament eingezogen war. Letztes Jahr erhielt er aber keinen Platz mehr auf der Landesliste. Sein Erststimmenwahlkampf war am Ende nicht erfolgreich: Er landete mit 21,0 Prozent nur auf dem dritten Platz hinter dem CSU-Politiker Bernhard Loos (25,7 Prozent) und der Grünen-Kandidatin Doris Wagner (24,2 Prozent).
Zuletzt sah sich Post immer wieder als Opfer der sogenannten Cancel Culture. Der aus den Vereinigten Staaten stammende Begriff umschreibt im allgemeinen Sprachgebrauch den Versuch, angebliches Fehlverhalten öffentlich zu ächten. Kritiker*innen warfen Post vor, das Schlagwort nur zu verwenden, um in den Medien Beachtung zu finden. Mit Hashtags wie #GesunderMenschenverstand oder #normal machte er zudem Stimmung gegen trans Menschen. (dk)












Kurz: CDU/CSU bestätigen sich einmal mehr als Heimat für Reaktionäre und Anti-LGBTQIA*. Nicht, dass es neu wäre. Aber man muss es dennoch jedes mal erwähnen, weil: mensch vergisst leider schnell.