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"Menschenverachtende Hetze"

Die Linke.queer zum Welt-Aids-Tag: "Die CSU soll endlich blechen"

Die queere Organisation der Linkspartei fordert die CSU auf, wegen ihrer feindlichen Haltung gegen HIV-Positive in den Achtzigerjahren eine Entschädigung zu zahlen.


Peter Gauweiler, hier in einem Bild aus dem Jahr 2014, ging wie kein anderer Politiker in den Achtzigerjahren gegen Schwule vor (Bild: Buergerrecht Direkte Demokratie / flickr)

Die Bundessprecher von Die Linke.queer haben in einer gemeinsamen Erklärung vom Mittwoch die CSU anlässlich des Welt-Aids-Tages am Donnerstag aufgefordert, einen Millionenbetrag an die Deutsche Aidsstiftung zu spenden. "Homosexualität sei eine Entartung, sie müsse ausgedünnt werden, Aidskranke sollten in Heimen konzentriert werden, HIV-positive Ausländer*innen keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Die menschenverachtende Hetze von CSU-Politikern wie Gauweiler, Seehofer und Zehetmeier hat in den 1980er Jahren zahlreiche von HIV und Aids bedrohte und betroffene Menschen in die Verzweiflung getrieben und zum gesellschaftlichen Abschuss freigegeben", so Daniel Bache und Frank Laubenburg.

Bis heute seien die Auswirkungen dieser auf Stigmatisierung setzenden Politik zu spüren. "Eine Entschuldigung der CSU für ihre menschenfeindliche Politik steht bis heute aus. "Schlimmer noch: Die Protagonisten von Menschenfeindlichkeit haben in der CSU dicke Karrieren hingelegt", erklärten die Linken-Politiker.

Die Linke.queer: Hetzer sollen sich entschuldigen

Diejenigen, "die jahrelang gegen HIV und Aids Betroffene gehetzt haben", müssten sich endlich entschuldigen. "Und sie sollen blechen", so die Forderung. Die CSU solle deshalb finanziell Mittel zur unabhängigen, wissenschaftlichen Aufarbeitung der Folgen ihrer Aids-Politik bereitstellen und darüber hinaus ihre Mandatsträger*innen auffordern, "nicht die CSU, sondern die Deutsche Aidsstiftung mit Spenden zu bedenken".

"Ein Million Euro können den von der CSU angerichteten Schaden zwar nicht wieder gut machen", so Bache und Laubenburg, "sie wären aber ein deutliches Zeichen und eine konkrete Hilfe für viele, die nicht nur HIV und Aids haben, sondern bis heute an der CSU leiden".

Vor 35 Jahren hatte die bayerische CSU-Alleinregierung einen Maßnahmenkatalog beschlossen, nach dem Schwule – ebenso wie Drogenabhängige und Prostituierte – zu einem Aids-Test gezwungen werden konnten (queer.de berichtete). Die Regelungen blieben bis 2001 gültig. Zudem äußerten sich viele führende Christsoziale extrem abwertend. Der damalige bayerische Kultusminister Hans Zehetmair verteidigte laut "Spiegel" etwa das Vorgehen gegen Schwule, indem er Homosexualität im "Randbereich der Entartung" einordnete. Man müsse Schwulen klarmachen, dass sie "contra naturam" lebten, was zu "krankhaftem Verhalten" führe. Der Nachwuchs-Bundestagsabgeordnete Horst Seehofer forderte damals, HIV-Positive in "speziellen Heimen" zu "konzentrieren". Der für viele der Maßnahmen verantwortliche Staatssekretär Peter Gauweiler gab auch offen zu, dass er die schwule Subkultur zerschlagen wolle. (dk)

#1 30167Anonym
  • 30.11.2022, 17:37h
  • Stimmt, die CSU-Heinis haben damals in der für diese Partei typischen Weise reagiert. Meine damaligen Kreise hat das zwar empört aber nicht einmal ansatzweise gewundert, frustriert oder von unserem Weg zu einem emanzipierten, selbstbestimmten schwulen Leben abgebracht. Das waren halt dumme, rückwärtsgewandte Kasper und das wusste mehr als die Hälfte der bundesdeutschen Bevölkerung. Allerdings war ich damals auch viel unter Linkenbedeutete Mitte der Achtziger alles von DKP, KBW bis hin zu den Sozis.Du meine Güte, was für ein verklemmter Haufenich erinnere mich noch gut an eine Diskussion mit einem dann geifernden, gleichaltrigen DKP-Hanselund wenn Ihr nicht spuren wollt, dann machen wir all eure Lokale zu, dann sollt Ihr mal sehen, ruckzuck geht das.lange Rede, kurzer Sinn: ich war konfrontiert mit rechten und mit linken Reaktionären und bin nicht dazu bereit, Linken, Mittigen oder Rechten irgendeinen angemaßten Beschützer- oder Empörungsstatus zuzubilligen. Da schmücken und profilieren sich Organisationen an und mit uns, im Guten wie im Bösen, die letztendlich doch nur ihr eigenes Süppchen kochen wollen.
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#2 StaffelbergblickAnonym
  • 30.11.2022, 18:37h
  • OMG ... der Linke geht der Arsch auf Grundeis. Natürlich ist das ein Diskussionsthema. Meinetwegen auch jetzt. Aber meinen die entsprechenden Verantwortlichen damit noch Stimmen für die Linke holen zu können???
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#3 Freeedom123Anonym
  • 01.12.2022, 08:32h
  • Laut Wikipedia gibt es Gerüchte, dass Gauweiler selbst homosexuell ist und deshalb so hart vorgegangen ist.
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#4 StaffelbergblickAnonym
#5 KilianEhemaliges Profil
  • 01.12.2022, 13:00h
  • Gauweiler wurde auch breit flankiert, durch große Verlagshäuser, die wiederholt Unglaubliches zum Thema und mitten in der "Hochzeit" veröffentlicht haben. Wer da jetzt an Springer denkt, sollte sich um die antiquarischen Spiegel-Hefte zum Thema bemühen. Die Lektüre wird weh tun.
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#6 Ith_Anonym
  • 01.12.2022, 15:21h
  • "Die Protagonisten von Menschenfeindlichkeit haben in der CSU dicke Karrieren hingelegt"

    Ja, gut, aber das Prinzip funktioniert ja in DieLinke auch ganz wunderbar, und auch da rangiert Queerfeindlichkeit genauso wie Hetze gegen Flüchtlinge auf der Beliebtheitsskala unter den Menschenfeind*innen ganz oben.
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#7 dellbronx51069Anonym
  • 01.12.2022, 19:34h
  • Ich möchte noch nachschicken, dass der Linken Lafo auch recht gut mit dem Waugeiler konnte. Wenns gegen Schwule ging in dieser Zeit war sich das Pack einig ,egal ob rechts ,links oder bürgerlich. Später haben sie Kratzefüsschen bei uns als Stimmvieh gemacht.
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#8 ChrisNAnonym
  • 02.12.2022, 23:26h
  • Glaubwürdiger wäre das Ganze, wenn die Kritik nicht von der Linkspartei käme, sondern z.B. von der SPD, FPD oder CDU oder am besten von der Queer-Organisation der CSU
    So bleibt leider nur hängen, Linke kristiert CSU und da schalten dann viele ab bzw. erwarten Fabeln.
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