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USA

"Fickt Transgenderismus": Transphobe Beratungslehrerin klagt gegen Entlassung

Nicht nur in Deutschland machen Feministinnen Stimmung gegen trans Menschen. Besonders aggressiv ist der Fall der Feministin Marissa Darlingh, die ihr Rechte auf freie Meinungsäußerung beschnitten sieht.


Marissa Darlingh stellte bei der Demo klar, dass sie trans Schüler*­innen nicht unterstützen würde (Bild: Screenshot Fox News Channel)

Der Kampf um die Anerkennung von trans Menschen wird auch in den Vereinigten Staaten verbittert geführt. In den letzten Monaten war insbesondere der Fall von Marissa Darlingh in den Schlagzeilen, einer ehemaligen Beratungslehrerin aus dem US-Bundesstaat Wisconsin. Sie wurde Ende September nach einer internen Untersuchung gefeuert, weil sie im April an einer transfeindlichen feministischen Demonstration vor dem Landesparlament in Madison teilgenommen und dort eine abwertende Rede gehalten hatte. Jetzt klagt Darlingh gegen ihre Entlassung.

Bei der Demo hatte sie gesagt: "Ich bin gegen Gender-Ideologie in meiner Schule. Über meine verfickte Leiche werden meine Schüler der schädlichen Gender-Ideologie ausgesetzt. […] Fickt Transgenderismus. Fickt das einfach."

Daraufhin wurde eine Untersuchung gegen Darlingh eingeleitet und sie ohne Bezahlung beurlaubt. LGBTI-Aktivist*­innen protestierten gegen die Feministin und forderten die Entlassung. Sie argumentierten, dass sich trans Schüler*­innen bei der Beratungslehrerin nicht sicher fühlen könnten. Würde Darlingh so über Schwarze reden, wie sie über trans Menschen redet, wäre sie sofort entlassen worden, erklärte eine Organisation.

Die Zeitung "Milwaukee Journal Sentinel" berichtete im Juni über einen Protest gegen die Lehrerin, an dem auch eine nichtbinäre 14-jährige Person teilnahm. "Selbstmordraten sind viel höher unter trans Menschen und trans Jugendlichen und wenn es jemanden gibt, der nicht unterstützend ist, dann ist das der Grund, warum so etwas passiert", eklärte Devon Weber. "Wenn dir Menschen sagen, dass du falsch liegst, dass du böse bist, dass du anders bist, dann ist das nicht gut."

Darlingh ist die Heldin vieler Konservativer

Viele Konservative versammelten sich allerdings hinter Darlingh. Zuletzt gab es in den USA von den Republikanern eine massive Kampagne gegen trans Menschen. Die Mehrheit der Parteianhänger*innen glaubten demnach laut einer Umfrage, dass trans Menschen Kinder trans machen könnten (queer.de berichtete). Auf lokaler Ebene sind viele transfeindliche Gesetzesinitiativen gestartet worden – in Texas gehen die Behörden sogar gegen Eltern von trans Kindern vor (queer.de berichtete).

Die Kampagne erinnert an einen anti-homosexuellen Kreuzzug vor 20 Jahren unter George W. Bush, als viele Konservative glaubten, dass erwachsene Schwule Kinder schwul machen könnten. Inzwischen haben sich die Umfragen allerdings verändert, auch weil sich inzwischen mehr Schwule und Lesben geoutet haben und viele Konservative heute Homosexuelle persönlich kennen.

Darlingh: Trans-Identität von Pharmaindustrie erfunden

Darlingh verteidigte ihre Position in den letzten Monaten insbesondere in rechten Medien. Im republikanischen Haussender Fox News Channel erklärte sie etwa: "Ich unterstütze Lesben, Schwule und Bisexuelle. Aber ich unterstütze nicht diese Bewegung, die Kindern praktisch sagt, dass sie im falschen Körper geboren worden sind." Sie vermute, dass dies ein Trick der Pharmaindustrie sei, um diesen Menschen Hormonprodukte verkaufen zu können. Diese Verschwörungstheorie verbreitet sich derzeit wie ein Lauffeuer. Zudem verbreitete Fox News kürzlich auch die absurde Theorie, dass Milch-Konsum trans macht (queer.de berichtete).


Marissa Darlingh mit ihrem Anwalt im Rechtsaußen-TV (Bild: Screenshot Fox News Channel)

Vor wenigen Tagen gab Darlingh bekannt, dass sie gegen ihre Entlassung klagen werde. Demnach sei die Entlassung ein Verstoß gegen den ersten Zusatzartikel der US-Bundesverfassung, der Redefreiheit garantiert. "Als Privatbürgerin habe ich das Recht, meine Ansichten über Gender-Ideologie zu sagen, auch wenn ich mich als Beratungslehrerin zu erkennen gebe", so Darlingh. "Meine Rede hatte so gut wie keine Auswirkungen auf meine Schüler", behauptete sie weiter.

US-Cheffeministin ist transfreundlich

Viele Feministinnen folgen in den USA übrigens nicht den Ansichten des Trans-Exclusionary Radical Feminism (TERF), also des transphoben Feminismus. Die bekannteste Feministin des Landes, die 88-jährige Rechtsanwältin Gloria Steinem, unterstützt trans Menschen aktiv. Vor zweieinhalb Jahren schrieb sie etwa in einem Tweet: "Ich denke, trans Frauen – und trans Menschen generell – zeigen allen, dass man definieren kann, was es heißt, ein Mann oder eine Frau nach eigenen Vorstellungen zu sein. Im Feminismus geht es oft darum, aus den Rollen auszubrechen und Erwartungen zu brechen, um ein authentischeres Leben zu führen."

/ GloriaSteinem
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Im Gegensatz dazu hat sich Deutschlands führende Feministin auf die Seite der TERF-Bewegung geschlagen. Alice Schwarzer, die am Samstag ihren 80. Geburtstag feiert, verteidigte erst am Dienstag bei "Maischberger" ihre transfeindliche Haltung (queer.de berichtete). Anders als Darlingh gesteht Schwarzer immerhin einer "extremen Minderheit" zu, trans zu sein – die große Mehrheit der selbst erklärten jungen trans Menschen sei dies aber in Wirklichkeit nicht.

-w-

#1 SeraphinaAnonym
  • 01.12.2022, 16:14h
  • Feminismus stellt sich selbst schön weiter in eine Schmuddelecke und ich als Trans bin immer weniger gewillt auch nur irgendeinen Feminismus zu unterstützen, sei es straight TERFism oder radikale Queerfeminismus Umbrella. Meistens ist man entweder Zielscheibe von Vernichtungsfantasien bei ersterem oder wird als Spielball missbraucht für "größere marxistisch/anarchistische" Ziele ohne dass es wirklich um die Verbesserungen der gesellschaftlichen Lebensrealitäten von Trans* geht.
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#2 FeminismusAnonym
  • 01.12.2022, 16:25h
  • Diese "Feministinnen" zeigen, dass es sich eigentlich um eine radikale Gesinnung hält, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Denen geht es nicht um Gleichstellung, sondern um ihre totalitäre Gesinnung. Dafür ist denen egal, dass sie einer Gruppe von Menschen ihre Identität absprechen (die sie selbst gar nicht beurteilen und nachempfinden können) und sie weiterem Psychoterror aussetzen.
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#3 Moondaughter161Anonym
  • 01.12.2022, 17:36h
  • Können wir bitte aufhören diese Menschen "Feminist:innen" zu nennen? Das ist einfach nur beleidigend für alle Menschen, denen (intersektionaler!) Feminismus wirklich am Herzen liegt, der auch wirklich wichtig ist.

    Zu großen Teilen besteht diese Bewegung aus Rechtspopulisten, Rechtsradikalen und Konservativen, die, die wirklich aus der "radikalfeministischen" Ecke kommen, sind da inzwischen eine Minderheit die sich selber unmöglich macht in dem sie nicht von dem längst von ganz rechtsaußen gekaperten Zug abspringen.

    In verschiedenen sozialen Medien kursiert inzwischen der Begriff "sogenannte "Feminist:innen"". Finde ich deutlich angebrachter.
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