https://queer.de/?43989
Reaktionen
"Queer gelaufen": AfD jubiliert über deutsches WM-Aus
AfD-Spitzenpolitiker*innen kommentieren das Scheitern der deutschen Nationalmannschaft in Katar mit hämischen Kommentaren – und machen unter anderem die One-Love-Binde dafür verantwortlich.

Petr Bystron: "Mit der richtigen Binde wäre das nicht passiert" (Bild: Steffen Prößdorf / wikipedia)
- 2. Dezember 2022, 09:23h 2 Min.
Das erneute Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der Vorrunde der Weltmeisterschaft ist am Donnerstagabend von AfD-Abgeordneten als Folge des Streits um die One-Love-Binde dargestellt worden. "Mit der richtigen Binde wäre das nicht passiert", kommentierte etwa Petr Bystron, seit 2017 Mitglied des Bundestags, auf Twitter. Martin Reichardt, der familienpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, ergänzte süffisant: "Alles war geflickt und ist #queer gelaufen. Eine arrogante politische Attitüde führt eine #Gurkentruppe nicht zum Erfolg!"

Die baden-württembergische AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum, die ein generelles CSD-Verbot fordert, bezeichnete die DFB-Elf in einem Tweet als "linke Aktivisten". Wörtlich schrieb sie: "Ich liebe mein Land und mein Volk. Mein Herz schlägt deutsch. Doch nicht für diese Mannschaft, die den Sport politisiert hat; nicht für diese linken Aktivisten. Deshalb -Tschüss. Ich weine dieser unwürdigen Truppe keine Träne nach."

Der Berliner Landesabgeordnete Gunnar Lindemann ergänzte: "Die Buntland Diversity Queer LGTB Kicker kehren geschlagen zurück von der #WM2022 aus #Katar nach #Deutschland." Mit "schwarz rot goldener Kapitänsbinde" würde es vielleicht in Zukunft klappen, ist er sich sicher. Der gescheiterte Bundestagsvizepräsidentschaftskandidat Malte Kaufmann ergänzte: "Jungs, wir von der #AfD-Bundestagsfraktion sind bei euch!" Dabei postete er ein Bild das ihn mit Parteikollegen mit der Hand vor den Augen zeigt; sie machen sich damit über die Geste der DFB-Spieler vor dem Auftaktspiel gegen Japan lustig, die aus Protest gegen die das Binden-Verbot durch die FIFA beim Mannschafsfoto die Hand vor den Mund hielten.

Die deutsche Nationalmannschaft hatte am Donnerstagabend zwar ihr letztes Gruppenspiel gegen Costa Rica mit 4:2 gewonnen. Da Japan gleichzeitig gegen Spanien siegreich war, schaffte es die DFB-Elf in der Gruppe E aber nur auf den dritten Platz – und verfehlte damit den Einzug in die Runde der letzten 16.
/ OomenBerlin | Auf Twitter gibt es auch andere Ideen, warum die Nationalmannschaft in der Vorrunde scheiterte2002 Nazifreier Bundestag, Platz 2
Matthias Oomen (@OomenBerlin) December 1, 2022
2006 Nazifreier Bundestag, Platz 3
2010 Nazifreier Bundestag, Platz 3
2014 Nazifreier Bundestag, Platz 1
2018 Nazis im Bundestag, Vorrundenaus
2022 Nazis im Bundestag, Vorrundenaus
Man wählt keine Nazis!#CRCGER #GERCRC #wm2022 #FIFAWorldCup pic.twitter.com/6SDwGbqYUi
Bereits nach der Auftaktniederlage gegen Japan hatten AfD-Abgeordnete den "woken Mist" für das Ergebnis verantwortlich gemacht (queer.de berichtete). (dk)















Nach dem Spiel hatte auch die Co-Moderatorin Schweinsteigers in rasender Schnelle ihren Schuldigen gefunden: der aufdringliche Schwule, der den Geist der Mannschaft mit seiner Penetranz und Themenwahl zersetzt.
Die Frage an Bierhoff lautete dann auch: Hat die Binde zum Ausscheiden geführt? - Natürlich verklausiert gestellt. Als Bierhoff diese These zum Quatsch erklärte, lies sich Madame aber nicht beirren und führte an, dass man längst Wind davon bekam, dass es innerhalb der Mannschaft heftig rumorte, da längst nicht alle Spieler mit dem Zeichen für Menschenrechte fein waren!
Hört hört, da hat wohl jemand bei Schweinsteiger geläutet und sich über die Schwulenscheiße Luft gemacht. Fakt ist: dem Vorwurf wurde nicht widersprochen.
Quintessenz: Hugo Lloris Defintion von Kultur ist nicht patentiert und exklusiv unter den Profis, und wenn es schlecht läuft, ist der Fussabstreifer schnell gefunden. Glücklicherweise gibt es aber bis jetzt noch keine Punktetabelle auf Twitter, für das Schlagen und Vergewaltigen von Schwulen, wie es sie für Schwarze gab, als die entsprechenden Spieler Englands im letzten Turnier ihre Elfmeter verschossen.