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ZDF-Sendung
Schwuler Alkoholiker aus Iran in Komödie "Extraklasse – On Tour"
Axel Prahl kehrt als Lehrer für Erwachsenenbildung auf den Bildschirm zurück. Der seltsam verkrampfte dritte Film mit vielen Klischees ist weder richtig lustig noch hält er sonderlichen Tiefgang bereit.

Beim Motivationstraining für lernschwache Menschen in einer Jugendherberge: Nick (Gerrit Klein, l.) wird von Keywan (Aram Arami) über dessen Vergangenheit aufgeklärt (Bild: Hardy Spitz / ZDF)
- Von Klaus Braeuer, dpa
8. Dezember 2022, 05:28h 3 Min.
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Nach der Komödie "Extraklasse" (Dezember 2018) und "Extraklasse 2+" (Mai 2021) mit jeweils deutlich über fünf Millionen Zuschauer*innen kommt nun die dritte Episode. Sie trägt den Titel "Extraklasse – On Tour", spielt im sonnigen Frühling und läuft am Montag um 20.15 Uhr im ZDF. Bereits jetzt kann der Film in der ZDF-Mediathek angeschaut werden.
In Berlin-Marzahn, einem sogenannten Brennpunkt, unterrichtet Ralph Friesner (Axel Prahl) in der Erwachsenenbildung. Er hatte eine Liaison mit der Direktorin Dörte Wiedebusch (Aglaia Szyszkowitz), doch die ist gänzlich aus seinem Leben verschwunden. Auf ihren Posten folgt nun Frau Bergmann (Susanna Simon). Diese hat sogleich ein besonderes Anliegen, ein "Get Ready-Projekt" als Motivationstraining für fünf lernschwache Teilnehmer. Es findet nicht an der Schule, sondern in einer Jugendherberge statt. Dort gibt es zwar keine Doppelstockbetten, aber reichlich Hagebuttentee – und sie ist recht idyllisch an einem See irgendwo in Brandenburg gelegen.
Fünf ziemlich einfach gestrickte Menschen
Weniger idyllisch geht es unter den jungen Gästen zu, denn sie tragen alle ihr Päckchen mit sich. Faheema (Belina Nasra Mohamed-Ali) stottert, Ruth (sehr gut: Nadine Wrietz) hat Depressionen und liebt Schokolade, Keywan (Arman Arami) ist Alkoholiker. Dann sind da noch zwei weitere Jungs: Mirco (Niklas Bruhn) empfindet Frauen als reine Provokation, während Nick (Gerrit Klein) ein wahrer Sonnyboy zu sein scheint. Das ginge an sich alles in Ordnung, wenn sie nicht auch noch als ziemlich einfach gestrickte Menschen auftreten würden, die obendrein in ein geradezu haarsträubendes Miteinander gezwängt sind.

Ralph (Axel Prahl) erklärt seiner Mitbewohnerin Karin (Katharina Thalbach), worum es in dem Seminar geht, auf das er sich gerade vorbereitet(Bild: Hardy Spitz / ZDF)
Autor Gernot Gricksch (58, "Die Drei von der Müllabfuhr") und Regisseur Sinan Akkus (52, "Ihr letzter Wille kann mich mal") zeichnen für diesen seltsam verkrampften Film verantwortlich, der weder richtig lustig ist noch sonderlichen Tiefgang bereithält – also nicht als Satire durchgeht. Vielmehr wimmelt es nur so von Klischees, die gern auch noch aufeinander gestapelt werden – so stammt der trockene Alkoholiker Keywan aus dem Iran und ist obendrein schwul. Ausgerechnet er wird von seinem Zimmerkumpel Nick, der ständig halbnackt vor ihm herumturnt, auf eine Party geschleppt, wo er rückfällig wird. Damit nicht genug, entpuppt sich der Herbergsvater als versponnener Geselle, der nachts gern Vollmond-Honig einsammelt.
Katharina Thalbach macht komische Geräusche
Da hat Axel Prahl (62, "Tatort", "Honecker und der Pastor") als erschreckend gewöhnlicher, engagierter und verantwortungsvoller Lehrer kaum eine nennenswerte Chance, zumal er mit seiner Ernsthaftigkeit völlig allein auf weiter Flur steht. Gänzlich grotesk geht es zu, als auch noch Friesners eifersüchtige Mitbewohnerin Karin (Katharina Thalbach) anreist, etwas von Wasserschaden und Stromausfall in ihrer Wohnung murmelt und gleich zu ihm ins Zimmer einzieht.
Die verehrte Frau Thalbach darf eigentlich nur komische Geräusche machen und allerhand Grimassen ziehen, die möglicherweise verdeutlichen könnten, in welchen Unfug sie da hineingeraten ist. Und mit ihr leider auch die geneigten Zuschauer*innen, die hier gerne abschalten und hoffen dürfen, dass es keine weitere unnötige Fortsetzung dieser Reihe geben möge.
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Was erwartet der Autor eigentlich von dieser Art der Fernsehunterhaltung? Soll auch hier jedes kleine Problem der Communitiy ausgearbeitet und ausgebreitet und wohlmöglich noch gelöst werden? Diese Filme sind genau wie Romane von Lucinda Riley oder Jojo Mojos oder die ganz alten Schinken von G.G. Konsalik: reine Unterhaltung, die keinem weh tut und die auch keinen anderen Anspruch hat, als zu unterhalten. Und wem dieser Filmchen, nicht gefallen, der schaltet ab oder sucht sich in den ÖR Mediatheken was anständiges raus.
Oder noch besser: der oder die liest einfach ein gutes Buch.
Dass diese Schmonzette überhaupt auf queer.de analysiert und bewertet wird, darf man übrigens auch hinterfragen...