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Schönheitswettbewerb
Halbfinale bei Miss Germany: Zehn Prozent sind offen trans
Zwei trans Bewerberinnen haben es in die Runde der letzten 20 bei Miss Germany 2022/23 geschafft.

Laurén (li.) und Saskia wollen die Miss-Germany-Krone 2023 erobern (Bild: Miss Germany Studios)
- 8. Dezember 2022, 14:23h 3 Min.
Erneut mischen trans Frauen beim Miss-Germany-Contest mit: Ins 20 Frauen umfassende Halbfinale sind auch zwei offen trans Frauen eingezogen. Die 18-jährige Saskia von Bargen und die 22-jährige Laurén Kaczmarczyk stammen beide aus Niedersachsen und kämpfen im Januar darum, ins Finale einzuziehen.
Sowohl Saskia als auch Laurén gehen offensiv mit ihrer Geschlechtsidentität um: "In erster Linie möchte ich den Menschen und vor allem Transpersonen zeigen, dass auch eine nicht biologische Frau eine Frau ist", erklärte Saskia auf der Miss-Germany-Website. "Eine Frau identifiziert sich nicht nach dem Geschlecht oder dem Aussehen, denn es gibt viele Arten von Frauen. Seien es feminine oder auch maskuline. Jede Frau ist einzigartig und besonders!! Eine Frau definiert sich über ihre Selbstbestimmtheit, ihre Authentizität oder Natürlichkeit aber auch über ihre Stärke und ihr Selbstbewusstsein." Akzeptanz, fährt die aus Oldenburg stammende Kandidatin fort, sei "der erste Schritt zur Selbstliebe".
Instagram / missgermany_official | "Ich bin stolz, jetzt eine Frau zu sein. Ich bin stolz, anders zu sein."
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Laurén hat eine etwas andere Herangehensweise an das Thema. Die aus Bad Nenndorf bei Hannover stammende Bewerberin erklärt, ihre Mission sei "eher weniger Aufklärungsarbeit über die trans*-Thematik zu leisten". Denn: "Wie ich finde, sind wir über diesen Punkt bereits hinaus, da wir in einer Zeit leben, in der sich Medien und Politik in einem Ausmaß über das Thema Diversität, Sexualität und Geschlechtsidentität kursieren, in welchem es noch vor ein paar Jahren nicht denkbar gewesen wäre." Für sie sei es eine Überwindung gewesen, sich bei Miss Germany zu bewerben, da sie befürchtete, dass sich der Fokus bei ihr nicht auf ihr "Menschsein" legen würde, "sondern primär auf die Tatsache, dass ich trans bin". Ihr Wunsch liege "darin, und es mag utopisch klingen, eine Zukunft zu schaffen, in der wir uns in erster Linie als Menschen begegnen, ohne Betracht unserer Geschlechtsidentität oder unserer sexuellen Orientierung", so Laurén.
Freilich macht sie trotzdem Aufklärungsarbeit. In Lauréns neuestem Eintrag auf Instagram beschreibt sie, warum sie den Begriff "transsexuell" nicht mag – nämlich weil Trans-Identität nichts mit Sexualität zu tun habe.
Bereits im letzten Jahr schafften es zwei trans Bewerberinnen in die Top-40 (queer.de berichtete). "Miss Germany" betont immer wieder, nicht nur ein Schönheitswettbewerb zu sein, in dem es um Äußerlichkeiten geht. Vielmehr werde ein ganzheitliches Bild zur Bewertung herangezogen. Der Titel gelte auch als "eine Auszeichnung für Frauen, die Verantwortung übernehmen". Die diesjährige Gewinnerin Domitila Barros erzählte etwa während des Contests davon, wie sie in einen Straßenkinderprojekt ihrer Eltern mitarbeite.
Nach dem Halbfinale im Januar 2023 soll das Finale des Wettbewerbs am 4. März im Europa-Park im badischen Rust stattfinden. Chef-Juror ist der schwule Moderator Bruce Darnell (queer.de berichtete). Das Finale moderieren wird RTL-Urgestein Frauke Ludowig an der Seite ihrer Tochter Nele Ludowig. (dk)
Links zum Thema:
» Homepage Miss Germany















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