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Rätselraten in sozialen Medien

Haben sich zwei Tennis-Profis geoutet?

Zwei französische Tennisspieler knutschen auf Instagram – ist das ein Coming-out oder ein schlechter Scherz?


Fabien Reboul und Maxence Proville (li.) geben sich in einer Instagram-Story einen Schmatzer

  • 8. Dezember 2022, 15:28h 18 2 Min.

Ein Kussfoto des 27-jährigen Tennisprofis Fabien Reboul mit dem 23-jährigen Maxence Proville sorgt derzeit in sozialen Netzwerken für Aufregung. Die Nummer 54 und die Nummer 872 der Doppel-Weltrangliste haben in den Instagram-Stories einen Schmatzer veröffentlicht, dazu schrieb Reboul: "Ich habe mich nicht in dich verliebt. Deine Liebe hat mich dazu gebracht." Broville teilte zudem ein Bild vom selben Ort, an dem der Kuss stattgefunden hat; darin legen die beiden Spieler ihren Arm gegenseitig auf die Schultern und schauen sich intensiv an.

Nun wird in sozialen Medien spekuliert, was die Botschaften der zwei Franzosen bedeuten. Viele lobten die Bild als beiläufiges, zeitgemäßes Coming-out. Bereits zuvor hatten Reboul als homoerotisch interpretierte Andeutungen gemacht. Am 23. November veröffentlichte er etwa ein Bild, auf dem er mit Spieler Hugo Gaston zu sehen ist. Dazu auf Englisch der Kommentar: "Wenn dein BAE dich anguckt." BAE steht für "Before anyone else", was in diesem Zusammenhang mit "bester Freund" oder "Freund" übersetzt werden kann.

Ob Reboul und Proville tatsächlich ein Paar sind, einer den anderen beim Coming-out unterstützen will oder sie doch nur Witze machen, bleibt bislang unklar. Sie haben sich nicht weiter dazu geäußert.

Viele Fans lobten im Rahmen der Debatte auch die Instagram-Profile der Tennisspieler, weil sie darin ausgiebig ihre nackten und durchtrainierten Oberkörper zur Schau stellten.


Bislang gibt es keinen einzigen offen schwulen Tennisspieler. Bei Athletinnen sind dagegen seit Jahrzehnten offen lesbische Frauen im Wettbewerb – zuletzt outete sich im Juli die Russin Darja Kassatkina (queer.de berichtete).

Wenn Heteros "Witze" über ihre angebliche Homosexualität machen, könnte das auch nach hinten losgehen: So scherzten die früheren spanischen Fußball-Nationalspieler Iker Casillas und Carles Puyol im Oktober über ihre Homosexualität – das führte zu Kritik, da gerade im Fußball Homosexualität nach wie vor verpönt ist und Coming-outs von Profis sehr selten. Casillas behauptete daraufhin, sein Konto sei gehackt worden, und entschuldigte sich. Auch Puyol sagte sorry (queer.de berichtete): (cw)

-w-

#1 nichtbinärePersonAnonym
  • 08.12.2022, 16:47h
  • Was an einem solchen Szenario ggf. witzig sein soll, wird mir wohl bis an mein Lebensende verborgen bleiben.
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#2 AndiAnonym
  • 08.12.2022, 17:01h
  • Ich weiß, das viele es wichtig finden, dass die Leute explizit "Ich bin schwul" sagen oder schreiben, insbesondere die "Veteranen" der 1970er Jahre.

    Ich sehe das anders: seinen Lebensgefährten oder Ehemann als eben das mit der gleichen Selbstverständlichkeit vorzustellen, wie es ein Heterosexueller macht, ohne sich weiter zu erklären, halte ich für wesentlich mächtiger. Denn damit verweigert man sich der "Heterosexualität als Normalfall"-Grundannahme und der sich daraus ergebenden impliziten Aufforderung, sich als Abweichler auszuweisen und zu rechtfertigen.

    Deshalb gefallen mir implizite Outings grundsätzlich besser als explizite. Ein solches implizites Outing sollte dann aber schon so eindeutig formuliert oder gestaltet sein, dass man es von einem Witz unterscheiden kann.
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#3 DominikAnonym
  • 08.12.2022, 17:11h
  • Ich verstehe nicht, warum man das nicht ernst nimmt und einen "Scherz" vermutet. Die beiden dürften doch ziemlich genau wissen, dass schlechte Witze auf Kosten von Minderheiten nicht gerade imagefördernd sind, oder?

    Ich denke, die beiden sind tatsächlich ein Paar. Ist doch alles gut, oder!?
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