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Republikaner gehen auf Biden los

Politischer Streit um Brittney Griner

Um die Freilassung von Brittney Griner aus russischer Haft ist eine politische Auseinandersetzung ausgebrochen: Nach Ansicht der Republikaner sei der Gefangenenaustausch mit einem berüchtigten russischen Waffenhändler ein schlechter Deal gewesen.


Präsident Joe Biden feierte die Freilassung bei einer Pressekonferenz – rechts hinter ihm steht Cherelle Griner, die Ehefrau der Basketballerin (Bild: Screenshot NBC)

Die lesbische Basketballerin Brittney Griner ist nach fast einem Jahr in russischer Haft wieder in ihrem Heimatland USA angekommen. Sie soll nach einer medizinischen Untersuchung im Laufe des Freitags in ihre Heimat Texas fliegen.

Griner war am Donnerstag überraschend vom Putin-Regime freigelassen worden (queer.de berichtete). Die wegen eines angeblichen Drogendelikts einsitzende zweifache Olympiasiegerin wurde gegen den berüchtigten russischen Waffenhändler und früheren Sowjetoffizier Viktor Bout ("Händler des Todes") ausgetauscht, der in US-Haft gesessen hatte (queer.de berichtete).

"Sie verdient Raum, Privatsphäre und Zeit mit ihren Lieben"

Präsident Joe Biden erklärte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus an der Seite von Griners Ehefrau Cherelle sowie Vizepräsidentin Kamala Harris und Außenminister Antony Blinken, dass die Sportlerin Monate ihres Leben verloren und ein unnötiges Trauma erlebt habe: "Sie verdient Raum, Privatsphäre und Zeit mit ihren Lieben, um sich von ihrer Zeit, in der sie zu Unrecht inhaftiert war, zu erholen und zu heilen." Biden würdigte Griner zudem mit den Worten: "Sie repräsentiert das Beste von Amerika – auf ganzer Linie."

Der Präsident dankte außerdem den Vereinigten Arabischen Emiraten für ihre Hilfe – der Austausch zwischen Griner und Bout hatte dort stattgefunden. Cherelle Griner dankte Biden und der gesamten Regierung für ihre Bemühungen.

Kritik an der Freilassung kam von den oppositionellen Republikanern: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Gefangenenaustausch als "unpatriotische Blamage". "Warum wurde der ehemalige Marinesoldat Paul Whelan nicht in diese völlig einseitige Transaktion einbezogen?", fragte Trump in einem Eintrag auf dem von ihm mitgegründeten Netzwerk "Truth Social" am Donnerstag. Whelan war 2018 – also zu Trumps Amtszeit – in Russland verhaftet und wegen angeblicher Spionage verurteilt worden. Die Biden-Regierung versicherte, weiter über Whelans Freilassung zu verhandeln.

Trump: Griner ist "verwöhnt"

Trump hatte bereits vor ein paar Monaten die lesbische Sportlerin als "verwöhnt" bezeichnet und einen Gefangenenaustausch abgelehnt. Hintergrund ist, dass Griner wie andere Athlet*innen am Protest gegen Rassismus teilgenommen hatte, indem sie bei der amerikanischen Nationalhymne kniete. Dies wird von Republikanern als unpatriotisch kritisiert.

Auch andere republikanische Politiker*innen kritisierten die Biden-Regierung wegen des Gefangenenaustauschs: "Es ist zwar etwas schwierig, im Nachhinein zu kritisieren, aber wir haben den 'Händler des Todes' hergegeben. Ich hatte gehofft, dass wir dafür mehr kriegen", sagte etwa der queerfeindliche US-Senator Lindsey Graham aus South Carolina.

Der diplomatische Erfolg vom Donnerstag war unter dem Eindruck harter Sanktionen der USA gegen Russland wegen des Ukraine-Einmarsches lange in der Schwebe. Tatsächlich hatten US-Medien vor einigen Monaten unter Berufung auf amerikanische Regierungsbeamte davon berichtet, dass Putin die Freilassung Griners für Bout nicht besprechen wolle und offenbar kein Interesse an einer Einigung habe. In den vergangenen Wochen war dann Bewegung in die Verhandlungen gekommen – mit einem Ergebnis, dass auch für Putin angesichts der militärischen Probleme in der Ukraine einen Erfolg und gute Presse in Russland bedeuten könnte.

Instagram / brittneyyevettegriner | Griner im Trikot ihres russischen Teams UMMC Jekaterinenburg (deutsch: UGMK), für das sie jahrelang spielte
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Griner war im Februar – kurz vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine – an einem Moskauer Flughafen mit einer kleinen Menge medizinischem Haschisch verhaftet und Anfang August von einem Gericht in der russischen Hauptstadt verurteilt worden (queer.de berichtete). Die US-Regierung sah sie als Geisel des Putin-Regimes an und setzte sich für ihre Freilassung ein. (dpa/dk)

-w-

#1 NatürlichTunSieDasAnonym
  • 09.12.2022, 13:18h
  • Ist ja auch wie ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für die menschenhassende Brut:
    Endlich können sie wieder hetzen, und zwar gleich "drei in eins":
    - Gegen Menschlichkeit an sich
    - Gegen sie als Schwarze
    - Gegen sie als Lesbe

    Wieder ein Tag, an dem ich auf der einen Seite erschrocken, auf der anderen aber auch gelöst feststelle, dass "Man wünscht keinem Menschen etwas Schlechtes" für mich nicht mehr gilt. In einer idealen Welt wäre das auch für mich natürlich sehr unschön, bzw. inakzeptabel. Aber in einer Welt, in der Hass und Hetze regieren, breite Bühnen bekommen und solch reaktionäre Unmenschen uns (und damit meine ich *alle* LGBTQIA*, in diesen Zeiten insbesondere T) tagtäglich mit Gewalt überziehen, ist etwas Schlechtes, was dem Feind widerfährt, da funktioniert manches Mantra der "guten Kinderstube" schon aus rein psychischem Selbstschutz nicht mehr. Wobei ich hier keinesfalls von "schlagt die Schweine tot" spreche - falls das jemensch missverstehen sollte.
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#2 HexeAnonym
  • 09.12.2022, 14:57h
  • Warte mal.. Wenn hat Trump noch alles begnadigt? Hmmm...
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#3 HmmmAnonym
  • 09.12.2022, 15:23h
  • "Unpatriotische Blamage"? - Was für eine hinterlistige Formulierung. Patrioten sind es also wert beschützt zu werden. Wer waren seiner Auffassung nochmal Patrioten? Achja genau, seine loyalen Anhänger.

    Dem Typ sind seine Wähler so egal. Ihm ist Griner total egal. Er will nur seine Macht zurück und sie nie wieder hergeben.
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