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Niederbayern
Gloria Gray verpasst Wahlsieg in Zwiesel
Die trans Kandidatin holte bei der viel beachteten Stichwahl um das Stadtoberhaupts-Amt rund 46 Prozent.
- 11. Dezember 2022, 19:47h 2 Min.
Die Künstlerin Gloria Gray hat den Einzug als Bürgermeisterin in das Rathaus der niederbayerischen Stadt Zwiesel verpasst. Die parteilose Kandidatin war am Sonntagabend in einer Stichwahl gegen den SPD-Kommunalpolitiker Karl-Heinz Eppinger angetreten. Dieser hat dem vorläufigen Auszählungsergebnis nach 53,97 Prozent der Stimmen erhalten, für Gloria Gray stimmten demnach 46,03 Prozent der Wahlberechtigten.
Die Wahlbeteiligung betrug mit 57,05 Prozent knapp mehr als die Hälfte, wie eine Rathaussprecherin sagte. Bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen hatte die 56-jährige Gray mit knapp 32 Prozent zwar die meisten Wählerstimmen geholt, jedoch die absolute Mehrheit verpasst (queer.de berichtete).
Der bisherige parteilose Bürgermeister Franz Xaver Steininger wurde vor rund anderthalb Jahren vorläufig suspendiert und muss sich im kommenden Jahr wegen des Verdachts auf Bankrott und Vorteilsannahme vor Gericht verantworten.
Bereits 2016 hatte Gray als unabhängige Kandidatin bei der OB-Wahl in Zwiesel kandidiert und mit 20,1 Prozent den dritten Platz und einen Achtungserfolg erzielt (queer.de berichtete). Vor zwei Jahren gelang ihr über die Wahlliste der FDP der Einzug in den Kreistag von Regen – und schrieb damit als Deutschlands erste trans Kreisrätin Geschichte (queer.de berichtete).
Gray wurde in Zwiesel geboren, verließ die Stadt aber als 18-Jährige. Danach unterzog sie sich geschlechtsanpassenden Operationen, absolvierte eine Schauspielausbildung an der Deutschen Schauspielakademie in München und arbeitet seitdem als Sängerin, Showmasterin, Fotomodell und Entertainerin. 2010 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück.
Im Jahr 2009 veröffentlichte sie ihre Autobiografie "Mit allem, was ich bin: Mein Leben" (Amazon-Affiliate-Link ). Seit kurzem ist sie auch als Krimiautorin erfolgreich. Nach dem ersten Roman "Grüße aus Bad Seltsham", der im März erschien und verfilmt werden soll, erschien vor wenigen Wochen der zweite Bayern-Krimi "Zurück nach Übertreibling". Für Empörung sorgte Gray Anfang des Monats, als sie in einem Interview in Bezug auf Transgeschlechtlichkeit von einem "Trend" sprach, der sie "nervös" mache. Hormonbehandlungen für trans Jugendliche lehne sie ab: "Wir müssen genau hinschauen, ob es für Kinder in der Pubertät nicht ein Trend ist, um besonders zu sein und um Aufmerksamkeit zu bekommen." (dpa/cw)
















Also ja aus queerer Hinsicht wohl eine Lose-Lose Situation, auch wenn es sich "nur" um Kommunalpolitik handelt.