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US-Filmpreise
Golden Globes: Drei Heterosexuelle für homosexuelle Rollen nominiert
Brendan Fraser und Daniel Craig sind für den begehrten Schauspielpreis nominiert. Sie hatten schwule Männer gespielt. Cate Blanchett darf sich für die Darstellung einer lesbischen Dirigentin Hoffnung auf einen weiteren Preis machen.

Daniel Craig erhielt viel Lob für seine Rolle in "Glass Onion: A Knives Out Mystery" (Bild: Netflix)
- 12. Dezember 2022, 16:16h 3 Min.
Es ist angerichtet. Die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) hat am Montag die Nominierten für die Golden Globes bekannt gegeben. Branden Fraser ist wie erwartet für seine Comeback-Hauptrolle in "The Whale" nominiert worden. In dem Film spielt er einen knapp 300 Kilo schweren schwulen Mann (queer.de berichtete). Der US-Film soll erst Ende April 2023 in die deutschen Kinos kommen.
Neben Fraser sind – wie erwartet – auch Austin Butler ("Elvis") und Hugh Jackman ("The Son") nominiert worden. Mit Bill Nighy ("Living") und vor allem Jeremy Pope ("The Inspection") sind aber auch Namen dabei, mit denen nicht unbedingt zu rechnen war. Stars wie Tom Cruise ("Top Gun: Maverick") und Will Smith ("Emancipation"), die manche Beobachter auf der Rechnung hatten, fehlen.
Bei den Hauptdarstellern in Komödien bzw. Musicals gab es weniger Überraschungen. Nominiert wurde unter anderem auch Daniel Craig für seine Rolle in "Glass Onion: A Knives Out Mystery". Darin spielt der James-Bond-Darsteller den schwulen Kultdetektiv Benoit Blanc. Der Film ist ab 23. Dezember auf Netflix zu sehen. Außerdem nominiert sind Diego Calva ("Babylon"), Adam Driver ("White Noise"), Colin Farrell ("The Banshees of Inisherin") und Ralph Fiennes ("The Menu").
Bei den Drama-Hauptdarstellerinnen geht einmal mehr Cate Blanchett für ihre Rolle in "Tàr" als Favoritin ins Rennen. Darin spielt sie eine fiktive lesbische Dirigentin der Berliner Philharmoniker. Erst kürzlich wurde "Tàr" vom US-Kritiker*innenverband als bester Film des Jahres geehrt (queer.de berichtete). Sollte Blanchett gewinnen, wäre es bereits ihr vierter Globe. Ihre Konkurrenz bilden Olivia Colman ("Empire of Light"), Viola Davis ("The Woman King"), Ana de Armas als Marilyn Monroe ("Blonde") und Michelle Williams ("The Fabelmans"). "Tàr" wird am 23. Februar 2023 in die deutschen Kinos kommen.
Blockbuster dominieren
In den Königsdisziplinen "Bestes Drama" oder "Beste Komödie" sind dieses Jahr mit "Top Gun: Maverick", "Avatar: The Way of Water", "Elvis" und "Everything Everywhere All at Once" viele (potenzielle) Publikumshits nominiert. Was der Oscar schon seit Jahren erreichen will, mehr populäre Filme zu nominieren, hat der Golden Globe damit geschafft. Die meisten Nominierungen, insgesamt acht, holte aber die kleinere irische Tragikomödie "The Banshees of Inisherin". Aus queerer Sicht interessant ist die Nominierung von "Glass Onion: A Knives Out Mystery" als beste Kömödie sowie "Tàr" mit Cate Blanchett als bestes Drama.
Deutscher Film im Rennen – Comedyserie sticht "The Crown" aus
Ein deutscher Film kann sich Hoffnungen für den besten nicht-englischsprachigen Film machen. "Im Westen nichts Neues" tritt gegen "RRR" aus Indien, "Argentina, 1985" aus Argentinien, "Close" aus Belgien und "Decision to Leave" aus Südkorea an. Die Neuverfilmung des Romans von Erich Maria Remarque ist auch der deutsche Beitrag für den Auslands-Oscar.
Bei den Serien führt "Abbott Elementary" das Feld an. Die Schulkomödie holte fünf Nominierungen, darunter als beste Comedy. Bei den Dramen kann "The Crown" mit vier die meisten Nennungen vorweisen. Die Serie über das Königshaus ist neben "Better Call Saul", "Ozark" "Severance" und dem "Game of Thrones"-Ableger "House of the Dragon" als Drama-Serie nominiert.
Alle Nominierungen auf einen Blick gibt es auf der Homepage der Golden Globes.
Die Verleihung der Golden Globes steigt am 10. Januar 2023. Anders als 2022 läuft die Gala auch wieder im Fernsehen. Nach diversen Skandalen, unter anderem um Bestechung und strukturellen Rassismus, hatte der Sender NBC die Ausstrahlung verweigert, mehrere Medien hatten die Berichterstattung ausgesetzt. Dieses Jahr setzten die Golden Globes daher in der Wahl des Moderators auf Diversität: Die Rolle übernehmen wird der offen schwule Afroamerikaner Jerrod Carmichael (queer.de berichtete). (spot/cw)
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