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US-Republikaner

Erst Homo-Gegner, dann Coming-out: Jim Kolbe gestorben

Nachdem er für ein homophobes Gesetz gestimmt hatte, wurde Jim Kolbe zum Coming-out gezwungen – und änderte auch seine Politik.


Jim Kolbe engagierte sich bis zuletzt politisch, etwa in Werbespots für andere Kandidat*­innen

  • 12. Dezember 2022, 16:24h 1 2 Min.

Der US-Politiker Jim Kolbe ist am 3. Dezember im Alter von 80 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Der Politiker aus Arizona war der zweite offen schwule Republikaner im US-Repräsentantenhaus, dem er von 1985 bis 2007 angehörte.

Kolbe outete sich 1996 als schwul, um einem Outing durch das queere Nachrichtenmagazin "The Advocate" zuvorzukommen. Anlass für das geplante Outing war, dass Kolbe kurz zuvor im Parlament für das homophobe "Defense of Marriage Act, DOMA" ("Gesetz zum Schutz der Ehe") gestimmt hatte. Das Gesetz untersagte die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen durch den Bund und wurde erst 2013 vom Supreme Court für verfassungswidrig erklärt (queer.de berichtete). Kolbe, der als überzeugter Konservativer galt, war auch innerparteilich unter Druck gesetzt gewesen, für das Gesetz zu stimmen. Der einzige Republikaner, der am Ende gegen das Gesetz votierte, war der erste schwule Republikaner im Parlament Steve Gunderson aus Wisconsin; er war zwei Jahre zuvor während einer Parlamentsdebatte von einem Partei-"Freund" geoutet worden.

Kolbe änderte nach Coming-out Meinung zu LGBTI-Themen

Kolbe verteidigte auch als offen schwuler Mann zunächst DOMA, weil es die Rechte der Bundesstaaten schütze, die am Eheverbot für Schwule und Lesben festhalten wollen. Später bedauerte er aber seinen Einsatz für das Gesetz. 2005 traf er schließlich seinen Freund, den Lehrer Hector Alphonso, den er 2013 heiratete. 2018 brach er nach der Wahl von Donald Trump mit seiner Partei. Als parteiloser Konservativer warb er bei den Präsidentschaftswahlen 2020 für den Demokraten Joe Biden.

Noch heute spricht sich eine Mehrheit der Republikanischen Partei für das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben aus. Erst letzte Woche stimmte das Repräsentantenhaus zwar mehrheitlich für das Gesetz "Respect for Marriage Act", allerdings votierten vier Fünftel der Republikaner dagegen (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 MarkKerzman
  • 13.12.2022, 22:06hPrinceton, New Jersey
  • Wann endlich können wir eine detaillierte Studie lesen, in der die >pathologische Dysphoria< (Richard Riegler, PhD.) einer Vielzahl schwuler Menschen anschaulich und nachvollziehbar erläutert wird, die (oftmals ihr Leben lang) gegen Homosexualität anwettern und, wie im vorliegenden Fall, daran mitwirken, per Gesetzgebung et al. Betroffenen (und entsprechend sogar sich selbst) massiv zu schädigen? Christopher Hitchens beschreibt (in: >The Quotable Hitchens<) das Malheur schwuler republikanischer Politiker, die in miesen Latrinen mit besoffenen Strichjungen ertappt wurden. Pech gehabt, sicher, aber für mich ist diese mentale Verwirrnis in gewissem Grade sogar bemitleidenswert; ich hätte allerdings auch gern erfahren, was die Quelle dieser pathologischen Dysphoria ist.

    MBK
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