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Schottland
Transphobie: J.K. Rowling gründet Anlaufstelle ausschließlich für cis Frauen
Die "Harry Potter"-Autorin hat eine Hilfsorganisation für weibliche Opfer sexueller Gewalt gegründet – allerdings nicht für alle Frauen.

J.K. Rowling bei einer Lesung im Garten des "Weißen Hauses" in Washington, D.C. (Bild: Executive Office of the President / wikipedia)
- 12. Dezember 2022, 17:12h 2 Min.
Gute Opfer, schlechte Opfer: Diese Unterscheidung ist J.K. Rowling in ihrer neuesten Initiative Beira offenbar wichtig. Rowling finanziert mit dem Projekt in Edinburgh und dem Einzugsgebiet der schottischen Hauptstadt eine Anlaufstelle, die Frauen kostenlos Hilfe anbieten soll, wenn sie Opfer von sexueller Gewalt geworden sind. Die britische Schriftstellerin stellte laut den "Edinburgh Evening News" aber klar, dass die neue Anlaufstelle nur Frauen helfe, wenn diese nicht trans sind – dieser Dienst werde "women-only" angeboten, hieß es. Trans Frauen wird damit ihr Frausein pauschal abgesprochen.
"Ich habe 'Beira's Place' gegründet, um Frauen in der Region Lothian einen meiner Meinung nach derzeit unerfüllten Bedarf zu decken", erklärte die Autorin am Montag in einem Gespräch mit der ebenfalls transphoben Journalistin Suzanne Moore. "Als Überlebende sexueller Übergriffe weiß ich, wie wichtig es ist, dass Überlebende in einer so schwierigen Zeit die Möglichkeit einer frauenzentrierten und von Frauen bereitgestellten Versorgung haben." Warum trans Frauen diese Hilfe nicht verdienen, verriet Rowling indes nicht.
Die Einrichtung Beira ist nach der schottischen Winterkönigin benannt. "Beira steht für weibliche Weisheit, Kraft und Regeneration", so Rowling.
Die "Harry Potter"-Romane von J.K. Rowling galten einst als Aufruf zur Toleranz für alle Menschen. Zuletzt machte sich die Erfolgsautorin aber für die Ausgrenzung von trans Menschen stark. Sie hatte erstmals Ende 2019 einen ersten Shitstorm ausgelöst, weil sie sich in sozialen Netzwerken hinter eine Wirtschaftswissenschaftlerin stellte, die trans Frauen abgesprochen hatte, "echte" Frauen zu sein (queer.de berichtete).
In den letzten Jahren radikalisierte sich die Autorin immer mehr und macht auf ihrem Twitter-Konto regelmäßig Stimmung gegen geschlechtliche Minderheiten. Letztes Jahr schrieb sie etwa einen sarkastischen Twitter-Eintrag über eine "penishaltige Person, die dich vergewaltigt hat" (queer.de berichtete). Danach brachte sie wiederholt trans Frauen mit männlichen Sexualstraftätern in Zusammenhang (queer.de berichtete). Zuletzt startete die Multimillionärin eine Kampagne gegen das geplante Selbstbestimmungsgesetz in Schottland (queer.de berichtete). (dk)















