Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?44088

Absurde Vorwürfe

Schwuler Ex-Twitter-Mitarbeiter muss nach Musks Pädo-Kampagne untertauchen

Elon Musk geht mit absurden Vorwürfen gegen den früheren Trust-and-Safety-Chef Yoel Roth vor.


Elon Musk geht auf den früheren Twitter-Mitarbeiter Yoel Roth los (Bild: freepik.com)

  • 13. Dezember 2022, 11:26h 11 2 Min.

Yoel Roth, der offen schwule frühere Chef des inzwischen aufgelösten Twitter-"Trust and Safety Councils", musste laut CNN nach einem Tweet des neuen Firmenchefs Elon Musk sein Haus am Montag wegen Morddrohungen verlassen. Die Attacke Musks war offenbar Rache dafür, dass Roth die Firma nach seinem Ausstieg letzten Monat in einem Beitrag für die "New York Times" kritisiert hatte. In seinem Job hatte sich Roth unter anderem mit der Suspendierung des Twitter-Kontos von Präsident Donald Trump und dem Umgang mit Hass-Einträgen befasst.

/ yoyoel

Musk hatte in einem Tweet angedeutet, dass Roth Pädosexualität, also dem sexuellen Missbrauch von unter 14-Jährigen, positiv gegenüber stehe. Der neue Twitter-Chef veröffentlichte dabei einen Auszug aus Roths Doktorarbeit mit dem Titel "Gay Data", der sich mit der Dating-App Grindr beschäftigte. In dem Ausschnitt geht es aber nicht um Pädosexualität, sondern Roth beschäftigte sich darin damit, wie sich "queere junge Erwachsene" austauschen und wie Plattformen für Jugendliche, die sie auch trotz Unterschreiten des Mindesalters nutzten, sicherer werden könnten.

Die Attacke Musks war die Antwort auf einen zwölf Jahre alten Tweet von Roth, der in rechtsextremen Kreisen kursiert. In dem Tweet geht es ebenfalls nicht um Pädosexualität, sondern um ein Verfahren gegen eine Lehrer, der mit einem 18-jährigen Schüler Sex hatte, was im Bundesstaat Washington illegal ist. Erst 21-Jährige dürfen dort laut Gesetz sexuelle Beziehungen mit Lehrer*innen unterhalten.

/ yoyoel | Der Auslöser für den "Groomer"-Vorwurf war dieser Tweet aus dem Jahr 2010
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

/ Esqueer_ | Der Musk-Tweet und die Auswirkungen
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Zwar sei Roth laut CNN schon vor Musks Tweet Anfeindungen ausgesetzt gewesen, diese sei aber danach "exponentiell eskaliert". Roth war unter Trump-Anhänger*innen bereits seit Jahren ein rotes Tuch, weil er den früheren Präsidenten scharf kritisierte. Nach dessen Wahlsieg 2016 bezeichnete er Trump etwa als "rassistische Mandarine".

Roth wurde zuletzt von vielen Rechten als "Groomer" beschimpft. Das Wort wird für Erwachsene verwendet, die eine minderjährige Person in Missbrauchsabsicht kontaktieren. Zuletzt wurde es von vielen Gleichbehandlungsgegner*innen pauschal für alle schwulen Aktivisten verwendet.

Musk hatte noch im Oktober Roth verteidigt, damals arbeitete dieser noch bei Twitter. "Wir alle haben fragwürdige Tweets abgesendet, ich mehr als andere, aber ich will deutlich machen, dass ich Yoel unterstütze", so Musk damals auf Twitter. Jede Person habe das Recht auf ihre eigene politische Meinung. (cw)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 13.12.2022, 13:34h
  • Tja, jeder der es wagt den Sonnenkönig Elon Musk zu kritisieren, wird von ihm gnadenlos fertiggemacht. Selbst wenn das bedeutet, dass seine rechten Follower jemanden mit dem Tode drohen.

    Musk und Twitter werden immer mehr zur Gefahr für Demokratie und Grundrechte. Da muss endlich die Politik einschreiten, denn Musk ist längst viel zu mächtig. Übrigens ebenso wie Jeff Bezos.
  • Direktlink »
#2 PetterAnonym
  • 13.12.2022, 13:35h
  • -----------
    des inzwischen aufgelösten Twitter-"Trust and Safety Councils"
    -----------

    Dass gerade diese Abteilung aufgelöst wurde, zeigt ja schon sehr deutlich, in welche Richtung die Reise gehen wird...
  • Direktlink »
#3 StaffelbergblickAnonym
  • 13.12.2022, 14:03h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Musk und Bezos würde ich (vom finanziellen Hintergrund abgesehen) nicht unbedingt in einen Topf werfen. Immerhin hat letzterer zwar die Washington Post aufgekauft, aber er nimmt, soweit mir bislang bekannt ... keinen Einfluß darauf.
    Und Musk hatte entsprechend seiner "Dynamik" gleich am nächsten Tag Tabula Rasa bei Twitter gemacht. Bezos könnte wohl auch geschäftsmässig nicht so flott "umherspringen". Das könnte für ihn einen ziemlichen Einbruch in seiner Medien/Literatur/Buchsparte bringen ...
  • Direktlink »