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Fußball-WM

Zeichen gegen die FIFA: Faeser würde "One Love"-Binde wieder tragen

Die deutsche Sportministerin übte scharfe Kritik an der FIFA und erklärte, der Weltverband müsse sich verändern.


Nancy Faeser, die Bundesministerin des Innern und für Heimat, ist auch für Sportpolitik zuständig (Bild: Angelika Aschenbach)
  • 14. Dezember 2022, 13:12h 13 2 Min.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erachtet ihren Auftritt mit der "One Love"-Binde bei der Fußball-WM in Katar weiter als richtig und würde ihn auch wiederholen. "Ja", antwortete sie im Interview der "Zeit" (Bezahlartikel) auf die Frage, ob sie die Binde wieder tragen würde. Die FIFA müsse sich verändern, forderte die 52-Jährige. "Dass sie den Clubs kurz vor dem Start das Tragen der Armbinden verboten hat, ist unterirdisch", sagte Faeser über den Fußball-Weltverband.

Faeser hatte das erste WM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan (1:2) am 23. November live im Stadion verfolgt und dabei die "One Love"-Binde getragen, die ursprünglich auch die Kapitäne mehrerer Teams auf dem Rasen überstreifen wollten (queer.de berichtete). "Die One-Love-Binde steht für Frauenrechte, für die Rechte Homosexueller, gegen jegliche Diskriminierung", sagte die Sozialdemokratin. "Mir war klar, dass ich damit polarisiere. Aber das war vor allem ein Zeichen gegen das Verhalten der FIFA. Hier für unser Land Haltung zu zeigen, war mir unglaublich wichtig."

Sie hätte es sich als Sportministerin "sehr leicht machen und das Ganze von Deutschland aus kritisieren können", so Faeser. "Stattdessen bin ich nach Katar gereist und habe die Menschenrechtslage und die Ausbeutung der Wanderarbeiter, die die Stadien gebaut haben, bei Premierminister Al Thani und FIFA-Präsident Infantino thematisiert."

Die "One Love"-Binde ist unter queeren Aktivist*innen nicht universell beliebt: Schon bei ihrer Vorstellung im September wurde sie als fauler Kompromiss kritisiert, weil bei der Fußball-Europameisterschaft 2021 noch die Regenbogenfahne als Kapitänsbinde getragen worden war (queer.de berichtete).

Die französische Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra trug am Samstag beim Viertelfinalspiel der Équipe Tricolore gegen England einen Pulli mit regenbogenfarbenen Ärmeln (queer.de berichtete). Frankreich gewann das Spiel und tritt im Halbfinale am Mittwochabend gegen Marokko an (queer.de berichtete). Oudéa-Castéra kündigte an, auch bei diesem Spiel anwesend sein zu werden. Außerdem werde Staatspräsident Emmanuel Macron anreisen. (dpa/dk)

-w-

#1 SymbolverschiebungAnonym
  • 14.12.2022, 14:38h
  • Genau was ich vor einigen Monaten schon erwartet habe: Was für eine verabscheuungswürdige und perfide Taktik. Merkt ihr, was hier passiert?
    Das international bekannte Symbol für LGBTQIA* wird durch ein LGBTQIA*-fernes Pseudosymbol ersetzt, bzw. ist durch den vorliegenden Fall bereits in der Politik (ich vermute: dankbar) ersetzt worden: Die Frage nach der Regenbogenflagge stellt sich gar nicht mehr, es wird wie selbstverständlich diese "1Love"-Armbinde erwähnt. Für was auch immer diese stehen soll, ob für Duckmäusertum, Bücklingsmentalität oder schlicht gar nichts (was dem "Bemühen" der Ampel und insbesondere der SPD um die Rechte von LGBTQIA* recht gut zusammenfasste).

    Aber gut, vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht. So muss sich die Ampel nicht mehr zu einem sichtbaren Einsatz für uns herablassen, kann trotzdem weiterhin Aktionismus für die Kameras und Mikros heucheln, ohne dass etwas getan werden muss und vor allem: ohne direkt erkennbar für LGBTQIA*-Belange zu sein (ist bei manchen Wähler*innen sicherlich ein Pluspunkt, wenn sich die Regierung "wieder auf die wirklich wichtigen Dinge konzentriert, statt auf so nervige Randgruppen, die den Hals nicht vollkriegen!!!1eins!"). Und ich als queere Person komme mir dann nicht mehr ganz so verhöhnt vor, wenn wer-auch-immer-von-der-Regierung von der großartigen Unterstützung für queere Personen und Menschenrechte und bla bla bla (ist aber nicht nur die SPD, bzw. die Ampel - oder hat Herr Wüst sich nach seiner GG-Artikel3-Werbeoffensive vor knapp 8 Monaten* nochmal dazu geäußert, bzw. sind da Dinge in die Wege geleitet worden?)

    *)
    www.queer.de/detail.php?article_id=41863
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#2 KilianEhemaliges Profil
  • 14.12.2022, 15:24h
  • Antwort auf #1 von Symbolverschiebung
  • Das ist, für mich, nicht >die< Politik, sondern SPD-Politik aus dem Lehrbuch. Soll heißen: Doppelmoral vom Feinsten.

    Wir erinnern uns:

    Feaser - schiebt LGBT*IQs europarechtswidrig in Verfolgung, Folter und Tod ab, und posiert im Ausland mit 1Love-Binde, als vermeintliches Zeichen ihrer Verbundenheit ggü. den Menschen des Regenbogen.

    Maas - damals noch Außenminister, teilt den US-Amerikanern mit: ""Es gibt keine Abhängigkeit Deutschlands von Russland, schon gar nicht in Energiefragen."

    Schröder - drückt vor seinem Ausscheiden aus dem Amt des Kanzlers, am Parlament vorbei, die Pipeline Nordstream 2 durch und übernimmt im Anschluss einen Aufsichtsratposten in einen russischen Staatskonzern, der Gas und Öl verkauft.

    Gabriel - verteidigt Nordstream 2, selbst nachdem Putin in der Ostukraine einmarschiert und die Krim annektiert. Zitat: "Nordstream 2 ist kein politisches Projekt."

    Kühnert - attestiert der Bevölkerung Hysterie und ein Herbeireden des Krieges, zweifelt die Glaubwürdigkeit us-amerikanischer Geheimdienstinformartionen an.

    Schwesig - gründet eine Fake-Umweltstiftung, die vom russischen Staat finanziert wird, um US-Sanktionen zu umgehen, lässt aber kurz nach Grenzübertritt der russischen Streitkräfte den Landtag in blaugelb anstrahlen.

    Scholz - kündigt großspurig Hilfen und eine Zeitenwände an, verschleppt aber längstmöglich militärische Lieferungen an die Ukraine, während das UK verlautbaren lässt, Berlin möchte einen schnellen Sieg Russlands sehen, um wieder zur Normalität zurückkehren zu können.

    die Sozialdemokraten im EU Parlament - darunter die Vize-Präsidentin, lässt sich Säcke mit Bargeld aus Katar überreichen und framed die europäische Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Katar als Diskriminierung Katars und antiislamische Stimmungsmache.

    Giffey - framed die ungültige Wahl in Berlin als rechtmäßig und quittiert den Beschluss der berliner Richterin, die die Neuwahlen erurteilt, mit der Verweigerung ihres längst überfälligen Aufstiegs in der Justizhierarchie.

    Wer da kein System erkennt, muss wirklich blind sein.
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#3 TimonAnonym
  • 14.12.2022, 15:44h
  • Wie scheinheilig ist das denn...

    Wäre es ihr ernst, wäre sie erst gar nicht dahin gefahren.
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