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Katholische Kirche
Erzbischof Wolfgang Haas warnt vor "LGBT-Propaganda"
Der Chef der liechtensteinischen Staatskirche kritisiert mit schrillen Worten Parlamentsabgeordnete, die das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben abschaffen wollen.

Wolfgang Haas will Liechtenstein als homophobe Insel erhalten, in der das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben Bestand hat (Bild: Erzbistum Vaduz)
- 15. Dezember 2022, 09:12h 2 Min.
Der Vaduzer Erzbischof Wolfgang Haas hat laut kath.ch einen traditionellen Gottesdienst für die liechtensteinischen Landtagsabgeordneten abgesagt, weil sich eine Mehrheit von ihnen für die Ehe für alle ausspricht. Im Amtsblatt veröffentlichte der katholische Geistliche dazu einen Artikel, in dem er die Politiker*innen für ihre Haltung scharf kritisiert und vor "LGBT-Propaganda" warnt.
Hintergrund ist, dass das liechtensteinische Parlament vor wenigen Wochen mit großer Mehrheit die Regierung aufgefordert hat, einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe zu erstellen. 23 der 25 Abgeordneten stimmten dafür. In Liechtenstein sind zwar seit 2011 eingetragene Lebenspartnerschaften möglich, die Ehe ist aber weiter tabu. Dabei haben die beiden einzigen Nachbarstaaten des Landes – Österreich und die Schweiz – das Ehe-Verbot bereits abgeschafft.
23 Stimmen für Ehe für alle
Posted by 1FLTV – Das Liechtensteiner Fernsehen on Friday, November 4, 2022
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Die gleichgeschlechtliche Ehe sei eine "der göttlichen Schöpfungsordnung [...] widersprechende Pseudo-Ehe", führte der Erzbischof aus. Wenn Homosexuelle heirateten, widerspreche das unter anderem auch "dem natürlichen Empfinden" des Menschen.
In Richtung der Abgeordneten schrieb er: "Wehret den Anfängen! Die Folgen sittlichen Fehlverhaltens sind erfahrungsgemäß katastrophal. Die Einführung der sogenannten 'Ehe für alle' mit all den damit verbundenen Auswüchsen wird nicht zuletzt auch im erzieherischen Bereich zu einem moralischen Dammbruch führen, wie dies bereits in verschiedenen Ländern festzustellen ist, wo die Gender- und LGBT-Propaganda bis in die Schulen hinein gelangt ist."
Haas hatte bereits im September erklärt, dass er den Kampf gegen die Gleichbehandlung Schwuler und Lesben im Ehe-Recht als "heilige Pflicht" ansehe (queer.de berichtete). Der Erzbischof bestrafte bereits in der Vergangenheit Politiker*innen, die sich gegen die Diskriminierung Homosexueller aussprachen. So boykottierte der Geistliche im Sommer ein Firmessen mit dem Bürgermeister von Schaan, weil in seiner Gemeinde der erste CSD des Fürstentums stattfand und der Kommunalpolitiker dort auftrat. (dk)















