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Polizeibericht
Berlin: Junge Frau homophob beleidigt, Zeuge verletzt
In Rudow wurde bei einem Streit vor einem Club eine 19-Jährige, die in Begleitung ihrer Partnerin war, lesbenfeindlich beleidigt. Ein zur Hilfe eilender Mann wurde zu Boden geworfen und am Kopf verletzt.

Die Berliner Polizei macht vermutete queerfeindliche Gewalt gezielt publik (Bild: René Mentschke / flickr)
- 17. Dezember 2022, 16:41h - 2 Min.
In der Nacht zum Samstag wurde eine 19-Jährige im Berlin-Neuköllner Ortsteil Rudow homophob beleidigt und ein zur Hilfe eilender 22-Jähriger durch einen Angriff am Kopf verletzt. Das meldete die Polizei der Hauptstadt am Samstag in einem Bericht.
Gegen 3 Uhr hielten sich demnach die junge Frau und deren 22-jährige Partnerin vor einer Diskothek in der Neuköllner Straße auf, als sich ein verbaler Streit zwischen der 19-Jährigen und einem ihr unbekannten jungen Mann, 18 Jahre alt, entwickelt habe. Im weiteren Verlauf soll es dann zu einer homophoben Beleidigung der jungen Frau gekommen sein.
Im Anschluss soll ein 22-jähriger Zeuge bei einem Schlichtungsversuch durch den Tatverdächtigen zu Boden geworfen und dabei am Kopf verletzt worden sein. Seine Verletzungen wurden durch eingetroffene Rettungskräfte ambulant versorgt.
Verdächtiger stellt Anzeige
Nach der Feststellung der Personalien wurde der Tatverdächtige entlassen, so die Polizei. Gegen 6 Uhr sei der 18-Jährige dann auf der Wache des Polizeiabschnittes 48 erschienen und habe gegen den 22-jährigen Zeugen eine Anzeige wegen Körperverletzung gestellt; zu dieser sei es während der nächtlichen Auseinandersetzung gekommen.
Die weiteren Ermittlungen dauern an und wurden wie bei vermuteter Hasskriminalität üblich vom Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernommen. Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in ihren Berichten publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner für LGBTI. Erst vor wenigen Tagen war der zweite Monitoringbericht zu queerfeindlicher Gewalt in Berlin vorgestellt worden, mit einem neuen Höchststand an gemeldeten Fällen (queer.de berichtete). (pm/cw)














