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Rochade an der Regierungsspitze
Irland wird wieder schwul regiert
Leo Varadkar von der liberal-konservativen Partei Fine Gael wurde erneut zum irischen Ministerpräsidenten gewählt. Der offen homosexuelle Politiker hatte das Land bereits von 2017 bis 2020 regiert.

Leo Varadkar im Jahr 2021 (Bild: IMAGO / NurPhoto)
- 18. Dezember 2022, 04:20h 2 Min.
In Irland hat Regierungschef Micheal Martin zur Hälfte seiner Amtszeit seinen Posten mit seinem Stellvertreter Leo Varadkar getauscht. Am Samstagmorgen reichte Martin in Dublin seinen Rücktritt bei Präsident Michael D. Higgins ein und erklärte, es sei ihm eine Ehre gewesen, Irland als Ministerpräsident gedient zu haben.
Sein Koalitionspartner Varadkar folgte ihm auf dem Posten des sogenannten Taoiseach und wurde vom Parlament mit 87 Ja-Stimmen bei 62 Gegenstimmen als neuer Ministerpräsident Irlands bestätigt. "Ich nehme die Ernennung an, mit Demut und Entschlossenheit und dem Wunsch, allen unseren Bürgern neue Hoffnung und neue Möglichkeiten zu eröffnen", sagte Varadkar.
Die Rochade an der Regierungsspitze geht auf eine Koalitionsvereinbarung der beiden Mitte-Rechts-Parteien Fine Gael und Fianna Fail zurück, die sie nach der Parlamentswahl 2020 getroffen hatten. Mit der Übernahme des Postens des Regierungschefs durch Varadkar geht auch eine Kabinettsumbildung einher.
Coming-out 2015 in einem Radiointerview
Der erst 43 Jahre alte Varadkar ist inzwischen ein alter Hase bei der liberal-konservativen Fine Gael, eine von zwei großen Volksparteien in der Republik Irland. Seit 2007 ist er Mitglied des nationalen Parlaments, 2011 ernannte ihn der damalige Premierminister Enda Kenny zum Verkehrsminister, 2014 wechselte er ins Gesundheitsministerium. In dieser Position outete er sich 2015 in einem Radiointerview als schwul – er war das erste offen homosexuelle Kabinettsmitglied einer irischen Regierung (queer.de berichtete). 2017 stieg er schließlich nach einer Regierungskrise zum Regierungschef auf (queer.de berichtete).
/ Independent_ie | Varadkar und sein Freund sorgten 2019 für Schlagzeilen, als sie am Weihnachtsmorgen am traditionellen Winterschwimmen teilnahmenTaoiseach Leo Varadkar and partner Matt brave icy waters at Forty Foot for Christmas Day dip
Independent.ie (@Independent_ie) December 25, 2019
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Das Ende von Leo Varadkars erster Amtszeit war vom Ausbruch der Corona-Pandemie geprägt. Sein Krisenmanagement mit einer strikten Lockdown-Politik galt in Irland als erfolgreich. Corona-Leugner*innen galt er jedoch ebenso als Feindbild wie Homo-Hasser*innen. Im vergangenen Jahr erhielten Varadkar und sein Partner allerdings Todesdrohungen von paramilitärische Einheiten der protestantischen Unionist*innen (queer.de berichtete). (cw/AFP)















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