Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?44149

TV-Tipp

"Schrille Nacht": Läster-Schwule in arte-Weihnachtskomödie

Gerade zu Weihnachten bricht hier und da der nackte Irrsinn aus. Sehr hübsch erzählt wird das nun einem Spielfilm mit einigen Kurzgeschichten – zu sehen am Freitag auf arte und bereits jetzt in der Mediathek.


Hannes (Simon Schwarz, li.) und Oskar (Martin Leutgeb) feiern das Weihnachtsfest mit einem anderen schwulen Paar – und einem selbstgetöpferten Truthahn-Bräter (Bild: arte)
  • 20. Dezember 2022, 06:06h 11 3 Min.

"Wo ist der Baum?" Mit diesen dürren Worten begrüßt die genervte Gattin den gestressten Ehemann (Faris Rahoma) kurz vor der Bescherung. Der Mann gerät daraufhin erst in Panik, dann an einen dreisten Baumverkäufer und schließlich an die penetrante Nachbarin, Frau Sedlacek (Inge Maux). Während sie sich heftig streiten, nadelt der gekaufte Baum schon beträchtlich. Was alles an Heiligabend schiefgehen kann und welche Katastrophen da so möglich sind, davon erzählt die Episoden-Komödie "Schrille Nacht", die in Wien spielt und diesem Freitag um 20.15 Uhr auf arte zu sehen ist. Im ORF1 läuft der Film schon am Mittwoch um 20.15 Uhr, bereits jetzt ist er in der arte-Mediathek abrufbar.

Mit "Wenn der Weihnachtsmann zweimal klingelt" gibt es auch eine schwule Episode: Simon Schwarz (51, "Die Eifelpraxis", "Alle Nadeln an der Tanne") ist hier als feinsinniger Gastgeber Hannes zu erleben, der zusammen mit seinem langjährigen Freund Oskar (Martin Leutgeb) die beiden Willis (Fritz Egger und Alexander Fennon), ein befreundetes Pärchen, zum etwas anstrengenden Christmas-Dinner empfängt.


Plötzlich steht bei Oskar und Hannes eine große Überraschung vor der Tür (Bild: ORF / Stefanie Leo)

Es gibt gebratenen Truthahn, guten Rotwein, und alle kommen aus dem Lästern gar nicht mehr heraus. Beim tiefen Griff in die Klischeekiste mag den Zuschauer*innen schon so Einiges bekannt vorkommen, aber auch schon mal das Lachen im Halse stecken bleiben. Zumindest solange, bis der Weihnachtsmann zwei Mal klingelt, sich als Oskars Ex Camillo (Lukas Spisser) herausstellt und gar einen Heiratsantrag macht...

Hetero-Probleme und ein steckengebliebener Zug

In einer anderen Episode wird Josef (Lukas Resetarits, "Kottan ermittelt") von seiner Mausi vor die Tür gesetzt und klingelt auf der Suche nach einer Bleibe schließlich bei seiner Tochter Rosi (Kathrin Resetarits). Zehn Jahre haben sie sich nicht gesehen – so gibt ein Wort das andere, samt gepfefferten Kommentaren der altklugen Enkelin.

Währenddessen servieren Simon (Ferdinand Seebacher) und seine Freundin ein Weihnachtsmenü, das die respektlose Schwiegermama (Susi Stach) samt Schreikrampf rasant aus der Wohnung treibt. Von einem festlichen Mahl kann der Paketzusteller Vlad (Mehmet Ali Salman) dagegen nur träumen, hängt er doch in einem steckengebliebenen Aufzug fest. Weder die telefonische Nothilfe noch die versammelte Hausgemeinschaft scheinen ihn wirklich verstehen zu wollen. Auch Birgit (Martina Ebm) und ihre Tochter stecken fest, allerdings auf freier Strecke in einem Zug. Die Welt scheint still zu zustehen.

Die Schauspieler*innen hatten sichtlich Spaß

Durchweg alle Rollen in diesem Film sind famos besetzt. Den Schauspieler*innen ist durchaus anzumerken, dass sie Spaß an ihrer Arbeit hatten. Die sieben Episoden – jede einzelne dauert zwischen 10 und 20 Minuten – wurden von acht Autor*innen geschrieben, drei Regisseur*innen waren am Werk: Mirjam Unger (52, "Alle Nadeln an der Tanne") und die Brüder Arash T. Riahi (50) und Arman T. Riahi (41, "Fuchs im Bau").

Herausgekommen ist ein amüsanter Film, unter Mitwirkung einiger Hunde und mit sehr skurrilem österreichischem Humor. Das Tempo ist gemächlich, die Musik zugespitzt, es gibt Situationskomik und völlig absurde Szenen. An Themen ist so gut wie alles dabei: Einsamkeit, Entfremdung, Perfektion, Rassismus, Boshaftigkeit, verpasste Chancen – der nackte Irrsinn also. Wobei diese Figuren in Österreich das Maß an Gemeinheit und Ignoranz schon sehr auf die Spitze treiben. (cw/dpa)

-w-

#1 Stereo-TypAnonym
  • 20.12.2022, 12:31h
  • Klar, kommen Schwule ins Spiel, muss es in den reaktionären Deutschsprachländern natürlich sofort "schrill" hergehen.
    Ich habe diese Michels, Ösis usw. dermaßen satt.
  • Direktlink »
#2 Schon
  • 20.12.2022, 12:51hFürth
  • Antwort auf #1 von Stereo-Typ
  • Ohne Buzzword-Bingo geht heute eben nichts mehr.
    Heute als Überschrift gelesen: "Ungeregelte Knallerei verbieten?" (Welt). In Deutschland ist Silvesterfeuerwerk geregelt, d.h. ungeregeltes Silvesterfeuerwerk ist jetzt schon verboten, schon immer.

    Schrill, bunt, laut, ist xxx noch zeitgemäß? (Schwulsein, CSD, Silvesterfeuerwerk, Rock im Park, Schlaghosen... setze ein, was Du willst)
  • Direktlink »
#3 Schon blödAnonym