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Reformprojekt
Schottland vor Abstimmung über Selbstbestimmungsgesetz
Bereits am Mittwoch könnte das Parlament für ein Gesetz stimmen, das die Änderung des Geschlechtseintrags erleichtern soll.

Vor dem Parlament versammelten sich Unterstützer*innen der Reform. Auch 1.500 Postkarten mit der Forderung wurden den Abgeordneten übergeben (Bild: Adam Knight / twitter)
- 20. Dezember 2022, 18:35h 2 Min.
In Schottland bahnt sich eine Lockerung der Regeln zum Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt an. Die Abgeordneten im Regionalparlament in Edinburgh diskutierten am Dienstag über eine Gesetzesänderung, die die Änderung des Geschlechtseintrags in offiziellen Dokumenten erleichtern und selbstbestimmter gestalten soll.
Anders als beim bisherigen Gender Recognition Act aus dem Jahr 2004 soll dazu künftig kein medizinisches Gutachten mehr nötig sein. Auch der Mindestzeitraum ab Beginn der Transition soll deutlich verkürzt werden, das Mindestalter von 18 auf 16 herabgesetzt werden.
Vor dem Gebäude demonstrierten Befürworter des geplanten Gesetzes. Insgesamt sollten 150 Änderungsanträge diskutiert werden, nachdem der Entwurf im Oktober mit 88 zu 33 Stimmen in erster Lesung angenommen worden war. Für diesen Mittwoch ist die Schlussabstimmung geplant.
Dem Antrag werden gute Chancen eingeräumt. Zwar kritisieren auch einige Mitglieder der regierenden Schottischen Nationalpartei (SNP) das Gesetz. Allerdings haben sich Abgeordnete der Grünen, die mit der SNP kooperieren, sowie der Oppositionsparteien Labour und Liberaldemokraten dafür ausgesprochen.
Gegner des Gesetzes hatten dagegen schon seit Monaten transfeindliche Stimmung bei Protesten oder in sozialen Netzwerken geschürt, darunter die "Harry Potter"-Autorin Joanne K. Rowling (queer.de berichtete). Sie stellte etwa die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon als "Zerstörerin von Frauenrechten" dar. Mehr als 60 queere Organisationen hatten hingegen Abgeordnete angeschrieben, um das Vorhaben zu unterstützen.
/ ScottishTrans | Ein Thread zur Wichtigkeit der ReformSo why should the Gender Recognition Act be reformed?
Scottish Trans (@ScottishTrans) December 13, 2022
Reason #1: The current application process for a Gender Recognition Certificate (which can be used to change the sex on a birth certificate) is broken and unfair pic.twitter.com/JJ7jSZVGci
Am Montag hatte es Zeitungsberichte gegeben, dass die britische Gleichstellungsministerin Kemi Badenoch noch in das Vorhaben mit einer Bitte um Aufschub intervenieren könnte. So wolle die konservative Politikerin mehr wissenschaftliche Daten sammeln und das Mindestalter hochsetzen. Ihre Vorgängerin und spätere Premierministerin Liz Truss hatte eine geplante landesweite Reform des Gender Recognition Acts gestoppt. (cw/dpa)












