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Scharia-Polizei

Nigeria: 19 Festnahmen bei "gleich­geschlechtlicher Hochzeit"

Die Islamische Religionspolizei in Kano wurde angeblich durch einen Tipp auf die Zeremonie aufmerksam.


Blick auf Kano. In der Stadt leben rund 2,4, in der Metropolregion 5 Millionen Menschen (Bild: Shiraz Chakera / wikipedia)

Die Scharia-Polizei des nord-nigerianischen Bundesstaates Kano hat am Sonntag eigenen Angaben zufolge 19 Menschen bei einer gleich­geschlechtlichen Hochzeitszeremonie festgenommen. Die religiöse Polizei, Hisba genannt, sei durch einen Tipp auf die Veranstaltung in der gleichnamigen Hauptstadt aufmerksam geworden.

In dem Bundestaat mit rund 13 Millionen Einwohnern gilt wie in zwölf weiteren nördlichen Staaten seit dem Jahr 2000 für Muslime Scharia-Recht, religiöse Gerichte arbeiten parallel zu staatlicher Justiz. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, 15 Frauen und vier Männer seien verhaftet worden, alle in ihren Zwanzigern.

Der BBC sagte der Polizeisprecher, man plane keine Bestrafung der Festgenommenen, die er als Homo­sexuelle und "Crossdresser" beschrieb. Vielmehr plane man "Counselling", also eine Beratung, was die BBC in Richtung "Homo-Heilung" deutete. "Wir werden den Weg der Änderung prüfen, bevor wir sie vor Gericht anklagen würden", so der Sprecher. "Zuerst beraten wir sie, beziehen die Eltern mit ein und hoffen, dass sie ihren Lebensstil ändern."

/ BBCWorld
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Die Festgenommenen stritten den Angaben nach ab, an einer Zeremonie für ein gleich­geschlechtliches Paar teilgenommen zu haben. Zu der Zeremonie sei es laut der Polizei nicht mehr gekommen, das angebliche Paar habe fliehen können.

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Razzien bei angeblichen gleichgeschlechtlichen Hochzeiten machten in den letzten Jahrzehten mehrfach in mehreren afrikanischen Ländern Schlagzeilen, so etwa auch im letzten Jahr in Ghana (queer.de berichtete). In Nigeria gab es Massenfestnahmen unter anderem 2018 und zwei mal 2017.

In dem multireligiösen Staat trat 2014, als mehrere Länder wie Gambia und Uganda ihre Gesetze gegen Homosexuelle verschärften oder entsprechendes planten, landesweit ein "Gesetz zum Schutz der Ehe" in Kraft, das unter anderem homosexuelle Veranstaltungen verbietet (queer.de berichtete). Wer eine gleichgeschlechtliche Ehe oder Lebenspartnerschaft eingeht, kann mit 14 Jahren Haft bestraft werden. Nach einem Gesetz aus britischer Kolonialzeit droht die selbe Strafe für Sex unter Männern.

In Bundesstaaten mit islamischen Recht kann für (teils unterschiedlich definierte) "Sodomie" die Todesstrafe verhängt werden, teils dann, wenn der Beschuldigte verheiratet ist oder war. Im Bundesstaat Bauchi waren in diesem Sommer drei Männer wegen angeblicher homosexueller Handlungen zur Steinigung verurteilt worden (queer.de berichtete). Eine Durchführung entsprechender Urteile gegen Homosexuelle wurden aus Nigeria bislang nicht bekannt. In Kano wurde laut BBC bislang niemand wegen Homosexualität von einem Islamischen Gericht verurteilt. (cw)

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#1 mmmmAnonym
  • 24.12.2022, 13:39h
  • religion der liebe. religionen sind glauben, wie rassismus und homophobie. glauben gegen menschenrechte sollte man bekämpfen und nicht unterstützen
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