Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?44203

Serientipp

Humorvolle RomCom über schwule Dating- und Sex-Fauxpas

In der rundum gelungenen spanischen Netflix-Serie "Smiley" kommt (beinahe) alles auf den Tisch, was Grindr-Usern, Partyhoppern und (vermeintlichen) "Boyfriend Material"-Typen in 365 Tagen so widerfährt.


Nähern sich immer mehr an: Àlex (Carlos Cuevas, li.) und Bruno (Miki Esparbé) in der spanischen Serie "Smiley" (Bild: Netflix)

Das Jahr neigt sich so langsam dem Ende zu, doch wir können es nicht beenden, ohne vorher mit euch über eine ganz bestimmte Serie gesprochen zu haben: "Smiley". Die spanische RomCom läuft seit dem 7. Dezember 2022 auf Netflix und ist der ideale Weg, um sich zum Jahresabschluss noch mal – auf humoristische Art und Weise – mit seinen Dating- und Sex-Fauxpas des vergangenen Jahres auseinanderzusetzen. Denn hier kommt (beinahe) alles auf den Tisch, was Grindr-Usern, Partyhoppern und (vermeintlichen) "Boyfriend Material"-Typen in 365 Tagen so widerfährt.

Zugegeben: Als ich mit der Serie gestartet habe, hatte ich keinerlei Ahnung, worum es darin wohl gehen wird, und konnte auch in den ersten fünf Minuten nicht so recht erahnen, was wohl der Hauptstrang sein könnte. Und noch immer bin ich mir nicht so wirklich sicher, ob es diesen überhaupt gibt. Im Zentrum stehen zwar die beiden schwulen Männer Bruno und Àlex, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und sich dennoch annähern – doch es geht um so viel mehr. Thematisiert werden Beziehungskrisen, Karriereträume, das Älterwerden, das Coming-out vor der Familie und jede Menge queere Klischees.

Geschickter Umgang mit Klischees


Poster zur Serie: "Smiley" ist seit 7. Dezember 2022 auf Netflix verfügbar

Ja, richtig gehört, die Serie spielt natürlich auch mit Klischees, schafft es aber gleichzeitig, den Umgang mit Klischees in der LGBTI-Community – auf eine raffinierte Art und Weise – zu kritisieren. Denn sind wir mal ehrlich, den meisten von uns gelingt es tatsächlich nicht, alle Klischees und Vorurteile über Bord zu werfen – sei es innerhalb der eigenen Reihen oder aber auch gegenüber Personen mit anderen Religionen, Weltanschauungen oder sonstigen Charakteristika.

Exemplarisch hierfür gibt es etwa eine Szene mit Brunos bestem Freund, der zwar auf der einen Seite möchte, dass man seinen Kindern keine Geschlechter zuschreibt, auf der anderen Seite die Nanny aber schräg anschaut, weil sie ein Kopftuch trägt. Um letztlich noch vollkommen ins Fettnäpfchen zu treten, fragt er diese darüber hinaus, woher sie denn komme, und behauptet anschließend, dass er eigentlich nur wissen wollte, aus welchem Stadtteil.

Eine tatsächliche Vielfalt an Inhalten und Charakteren

"Smiley" beweist genau wie "Élite" oder "Jemand muss sterben", dass spanische Serien nun mal zweifelsohne die besten sind. Doch noch mehr: Während es etwa in "Élite" – verständlicherweise – immer nur vereinzelt um LGBTI-Themen geht, schafft es "Smiley" eine große Bandbreite an Queerness darzustellen. Und das nicht nur, was die Inhalte, sondern auch die Charaktere betrifft: Von einer Dragqueen im besten Alter, über sexy Twinks bis hin zu dem intellektuellen Filmliebhaber Bruno ist hier eine große Bandbreite an Menschen vertreten.

Neben dieser breiten Themenvielfalt und jede Menge heißem Sex, regt die Serie aber tatsächlich auch zum Nachdenken an. An einer Stelle sagt die beste Freundin von Àlex bspw., dass Schwule sehr schwer zu verstehen seien. Und wenn man sich die ganze Serie anschaut und sich in Àlex oder Bruno wiedererkennt, muss man ihr wohl (leider) tatsächlich manchmal recht geben. Denn wissen wir wirklich, was wir wollen? Eine Beziehung oder nur einen kurzen Flirt? Monogamie oder Polygamie? Und sind wir teilweise vielleicht etwas zu wählerisch? All das sind Fragen, die man sich beim Gucken stellt – und ich muss sagen, ich bin froh, dass ich hierzu noch mal angeregt wurde.

Allen, die sich zum Jahresende noch mal ein ordentliches Lachmuskeltraining – oder wie ich anfangs geschrieben habe: eine Zeitreise durch das vergangene Dating-Jahr – gönnen möchten, kann ich diese Serie wärmstens ans Herz legen. Allzu ernst sollte man sie natürlich dennoch nicht nehmen, denn es ist immer noch eine RomCom und damit mindestens zur Hälfte eine Komödie.

-w-

Queere TV-Tipps
-w-

-w-

#1 Espana por favorAnonym
  • 27.12.2022, 09:33h
  • Oh ja, ich kann nur zustimmen: spanische Serien sind die Besten. Uns hat Smiley so gut gefallen, dass wir gleich mit Merli weitergemacht haben. Hier springt die süße Maus Carlos Cuevas auch mal nackt durchs Bild.
    Einer muss sterben ist natürlich auch fantastisch, ach, es gibt einfach so viele spanische Serien, die einfach grandios sind.
  • Direktlink »
#2 Netflixer_inAnonym
  • 27.12.2022, 14:08h
  • Antwort auf #1 von Espana por favor
  • Und ich musste mich wirklich bemühen nach ""Smiley" beweist genau wie "Élite" oder "Jemand muss sterben", dass spanische Serien nun mal zweifelsohne die besten sind." überhaupt noch weiterzulesen zu wollen.

    Was für ein grandioser Mist ist eine solche Behauptung? Kann man eine solche Behauptung überhaupt für irgendein Land aufstellen und auch nur hoffen, dass sie stimmt? Ich denke nicht und gerade "Èlite" z. B. ist imo der letzte Teenie-Dreck!

    "Smiley" hingegen war wirklich anrührend und unterhaltsam - trotzdem es eigentlich nahezu jedes Klischee zum x-ten Mal abgehandelt hat.
  • Direktlink »
#3 WanndererAnonym
  • 27.12.2022, 15:53h
  • Antwort auf #2 von Netflixer_in
  • Also im Gegensatz zu vielen deutschen Sachen sind die spanischen Netflix-Serien schon sehr gut.
    Klar, "Élite" geht mehr Richtung Soap und man muss es mögen, aber die anderen Serien sind gut gefilmt und die Stories sind oft nicht so mit Problemen überlastet wie deutsche Serien. Da hat man ja oft das Gefühl, alle möglichen Sachen müssen abgehandelt werden. Ausnahme auch hier "Élite" wegen des Soap-Charakters.
  • Direktlink »