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Kooperation
Berlin: Landessportbund und LSVD bauen Zusammenarbeit aus
Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg berät den LSB künftig noch intensiver zu Veränderungen in den Verbandsstrukturen sowie bei der Gestaltung von Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Der LSB und der LSVD Berlin-Brandenburg arbeiten seit vielen Jahren bei unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen zusammen (Bild: LSB Berlin)
- 27. Dezember 2022, 15:39h - 3 Min.
Der Landessportbund Berlin (LSB) und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg vertiefen ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Diskriminierung und für einen gleichberechtigten Zugang zum Sport. Die beiden Organisationen hätten im Dezember eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, wie der LSB am Dienstag mitteilte. Der LSVD Berlin-Brandenburg berät den LSB demnach künftig noch intensiver zu Veränderungen in den Verbandsstrukturen, einer inklusiven und zielgerichteten Kommunikation nach außen, wie auch bei der Gestaltung von Aus-, Fort- und Weiterbildung zum Thema.
"Ob wir es so wollen oder nicht, im Sport sind Bilder von bestimmten Körpernormen und (zwei)geschlechtlichen Anforderungen bis heute sehr präsent", erklärte Mia Schumacher, Vorstandsmitglied des LSVD Berlin-Brandenburg, zur Kooperation. "Daraus resultieren queerfeindliche Strukturen. Um langfristig etwas zu verändern, braucht es nicht nur Empowerment und Engagement von unten, sondern auch vorgegeben und gelebt von den Sportverbänden."
Dokumentation von Sportangeboten für queere Menschen
Der LSB und der LSVD Berlin-Brandenburg arbeiten seit vielen Jahren bei unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen zusammen. In diesem Jahr wurde eine gemeinsame Dokumentation von Sportangeboten für queere Menschen veröffentlicht. Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung wird dieser Zusammenarbeit nun ein offizieller Rahmen gegeben.
"Als Dachorganisation des Berliner Sports nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst, gestalten Gesellschaft, ermöglichen gleichberechtigte Teilhabe und vermitteln Werte. Wir stellen uns gegen jegliche Form von Diskriminierung und schützen lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie nicht-binäre Menschen vor Anfeindungen und strukturellen Barrieren", erklärte LSB-Präsident Thomas Härtel. "Durch die Kooperation mit dem LSVD Berlin-Brandenburg und seinen Expert*innen werden wir diese Anstrengungen fortsetzen und das Thema noch tiefer in unsere Mitgliedsorganisationen und die Sportmetropole tragen."
Homo- und Transphobie im Sport weit verbreitet
Die "Outsport"-Studie aus dem Jahr 2019 hat gezeigt, wie die Realität für queere Sportler*innen in Deutschland aussieht: So sahen über 90 Prozent der Befragten in Homo- und Transfeindlichkeit ein großes Problem, 16 Prozent haben gar eigene Diskriminierungserfahrungen im Sport machen müssen. Aktuell zeigt außerdem der Umgang mit queeren Menschen bei der Fußball-WM in Katar, wie wichtig der Schutz queerer Menschen vor Diskriminierung im Sport ist.
Erst kürzlich hat der Landessportbund Berlin als eine von sechs Organisationen für seine jahrelange Unterstützung der BundesNetzwerkTagung des queeren Sports (BuNT) den Ethikpreis des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erhalten. Mit dem DOSB-Ethikpreis zeichnet der DOSB seit 2010 alle zwei Jahre eine Persönlichkeit oder eine Gruppe aus, die sich in besonderer Weise um die Förderung der ethischen Werte im Sport verdient gemacht hat – besonders im Bereich der Werteerziehung, des sozialen und ökologischen Engagements oder im Sinne von Fairness und moralischer Integrität. (cw/dpa)













