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Polizeibericht
Drei queerfeindliche Übergriffe zum Jahreswechsel in Berlin
In Schöneberg und Hellersdorf wurden Männer von Unbekannten schwulenfeindlich beschimpft und geschlagen. In Prenzlauer Berg wurde ein 50-Jähriger wegen einer homophoben Beleidigung festgenommen.

Die Berliner Polizei macht vermutete queerfeindliche Gewalt gezielt publik (Bild: Sebastian Rittau / flickr)
- 1. Januar 2023, 13:54h 3 Min.
Gleich drei queerfeindliche Vorfälle zum Jahreswechsel meldete die Berliner Polizei am Sonntag.
Im ersten Fall nahmen Polizeieinsatzkräfte am Samstagnachmittag in Prenzlauer Berg einen Mann nach einer homofeindlichen Beleidigung fest. Gegen 16 Uhr nahmen Zivilfahnder in einem Imbiss in der Landsberger Allee wahr, wie der später Festgenommene einen 35 Jahre alten Gast während eines Streitgesprächs homophob beleidigte. Die Einsatzkräfte gaben sich als Polizisten zu erkennen, stellten die Personalien des Tatverdächtigen fest und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung ein. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde der 50-Jährige entlassen. Die weiteren, noch andauernden Ermittlungen führt – wie bei Hasskriminalität üblich – der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes.
Faustschläge im Regenbogenkiez
Beim zweiten Vorfall beleidigten Unbekannte im Regenbogenkiez einen Mann und schlugen seinen Begleiter. Gegen 1.40 Uhr sollen der 35-Jährige und sein 30 Jahre alter Begleiter am Nollendorfplatz aus einer fünfköpfigen Personengruppe heraus angesprochen und homophob beleidigt worden sein. Als der Jüngere der beiden die Gruppenmitglieder nach dem Grund der Äußerung fragte, sollen zwei Personen der Gruppe ihn getreten und mit den Fäusten in sein Gesicht geschlagen haben, so dass er zu Boden ging.
Die drei übrigen Gruppenmitglieder sollen derweil zu schlichten versucht haben. Der Mann erlitt bei dem Angriff dennoch Verletzungen im Gesicht sowie an einem Knie. Der 35-Jährige versuchte noch seinem Begleiter zur Hilfe zu kommen, stürzte bei dem Versuch jedoch und erlitt Hautabschürfungen an den Knien. Die Personengruppe flüchtete derweil in unbekannte Richtung. Eine ärztliche Behandlung von der Besatzung eines alarmierten Rettungswagens lehnten die beiden Männer ab. Die Ermittlungen wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung dauern an. Nähere Angaben zu den Angreifern wurden im Polizeibericht nicht gemacht.
Angriff um 7 Uhr in einer Hellersdorfer Bar
Beim dritten Vorfall wurde ein Mann am Sonntagmorgen in Hellersdorf von einem bislang Unbekannten beleidigt und geschlagen. Der 48-Jährige hielt sich gemeinsam mit zwei Bekannten gegen 7 Uhr in einer Bar in der Stendaler Straße auf, als der Tatverdächtige ihn zunächst homofeindlich beleidigt und anschließend ins Gesicht geschlagen haben soll. Der 48-Jährige wurde bei dem Angriff leicht im Gesicht verletzt, lehnte eine ärztliche Behandlung aber ab. Eine Absuche nach dem Tatverdächtigen verlief ohne Erfolg. Die weiteren Ermittlungen zum Sachverhalt führt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts.
Berliner Polizei für queerfeindliche Gewalt sensibilisiert
Immer wieder gibt es aus Berlin Berichte über queerfeindliche Übergriffe, da die Berliner Polizei mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik macht und diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit meldet. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner*innen für LGBTI. (pm/cw)














