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Schulamt schaltet auf stur
Fulda: Trans Schülerin wehrt sich gegen Deadnaming
Emily Rödel kämpft dafür, dass sie als trans Mensch an ihrer Schule anerkannt ist. Bislang stellt sich das Schulamt quer.

Eigentlich will die Bundesregierung mit dem Selbstbestimmungsgesetz derartige Erniedrigungen von trans Menschen einen Riegel vorschieben – der Entwurf verzögert sich aber (Bild: Foreign, Commonwealth & Development Office / flickr)
- 2. Januar 2023, 15:29h 2 Min.
Die Fuldaer Schülerin Emily Rödel hat vergangene Woche eine Online-Petition gestartet, mit der sie sich gegen das Deadnaming an ihrer Schule wehrt. Bislang haben mehr als 2.000 Menschen das Dokument unterzeichnet.
Das Schulamt habe ihr mitgeteilt, dass trans Personen "in allen Akten von nun an nicht mehr unter ihrem Wunschnamen, sondern unter deren Deadname und dem falschen Geschlecht geführt werden müssen", so Rödel in der Petition. Damit werde ihre Geschlechtsidentität offenbart, da sie unter ihrem neuen Namen an die Schule gewechselt sei.
/ kira_dieWaldfeeIn Fulda MÜSSEN trans* Schüler*innen seit kurzem auf Zeugnissen etc. gedeadnamed werden – selbst, wenn z.B. ein Ergänzungsausweis vorliegt. Dagegen haben sie u.a. eine Petition gestartet – bitte teilt & unterschreibt diese! https://t.co/LkMAo1fLJo
Kira@climatejustice.social (@kira_dieWaldfee) December 27, 2022
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"Meine Schulleitung hat sich sehr für mich eingesetzt, aktuell ist jetzt sogar mein neuer Name in der Datenbank", erklärte Rödel gegenüber "Osthessen-News". "Zumindest war das so, bis das Staatliche Schulamt sich einschaltete und die Maßnahme für rechtswidrig erklärte." Rödel beklagte, dass ihr DGTI-Ergänzungsausweis "einfach ignoriert" werde.
Immerhin habe sie sich bereits zuvor bei ihren Mitschüler*innen geoutet. "Mein Glück, sonst hätte das die Schule wohl für mich übernommen", so Rödel.
Schulamt verteidigt Deadnaming
Harald Persch, der stellvertretende Leiter des Schulamts, verteidigte in dem Online-Nachrichtenportal die Maßnahme: "Das Verfahren in solchen Fällen richtet sich nach bundesgesetzlichen Vorgaben." Dem widersprach Rödel: "Das geht gar nicht. Es gibt genügend Juristen, die eine andere Auffassung als das Schulamt vertreten. Mein Anwalt hat mir geraten, eine Petition zu starten, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken."
Zwar gibt es im Transsexuellengesetz ein Offenbarungsverbot, allerdings nur, wenn trans Menschen bereits offiziell anerkannt sind. Der Weg zur Anerkennung ist allerdings nach dem veralteten und in großen Teilen verfassungswidrigen Gesetz aus dem Jahr 1981 kompliziert und kostspielig. Viele Betroffene warten daher auf die Verabschiedung des Selbstbestimmungsgesetzes, das eigentlich schon vergangenes Jahr beschlossen werden sollte. Die Bundesregierung stellt es jetzt bis zum Sommer in Aussicht (queer.de berichtete).
Deadnaming bedeutet, dass trans Menschen unter ihrem alten, abgelegten Vornamen genannt werden. Oft wird diese Praxis von queerfeindlichen Kräften wie der AfD oder dem Grünenpolitiker Boris Palmer genutzt, um trans Personen lächerlich zu machen. (dk)
Links zum Thema:
» Petition unterzeichnen















Was für ein niederträchtiges, gestörtes Monstrum muss man sein, um sich an der Stigmatisierung und Verfolgung eines unschuldigen Mädchens zu ergötzen?
Ist es für eine höhere Laufbahn an einem deutschen Schulamt jetzt völlig unerheblich, ob man sich einen Überblick über die geltende Rechtslage verschafft, bevor man zu menschenrechtswidrigen Rundumschlägen ausholt?
Und wer schützt unsere Kinder vor solchen Schreibtischtätern?
Protect trans kids! Solidarität mit Emily!