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Folterstrafe
USA wollen erstmals trans Frau hinrichten
Amber McLaughlin könnte noch am Dienstag sterben – ein Gericht hatte bereits vor mehr als 16 Jahren die Tötung der trans Frau wegen Mordes an ihrer Ex-Freundin angeordnet.

Amber McLaughlin soll am Dienstag in einem Gefängnis in Missouri vergiftet werden (Bild: Federal Public Defender Office)
- 3. Januar 2023, 13:49h 2 Min.
Die 49-jährige Amber McLaughlin wird voraussichtlich am Dienstag als erste offen trans Frau in den USA exekutiert werden. Einzig Mike Parson, der republikanische Gouverneur von Missouri, kann die Hinrichtung durch eine Giftspritze noch aufhalten. Die Anwälte McLaughlins hatten am 12. Dezember 2022 den Landesregierungschef gebeten, ihre Todesstrafe in einem lebenslange Haft umzuwandeln.
McLaughlin war 2006 – vor ihrer Transition – wegen Mordes an ihrer Ex-Freundin verurteilt worden. McLaughlin soll ihr Opfer 2003 vergewaltigt und erstochen haben.
Das Urteil drei Jahre nach der Tat war ungewöhnlich, da sich die Geschworenen nicht einigen konnten, ob sie McLaughlin töten oder nur lebenslang ins Gefängnis einsperren lassen wollten. In allen außer zwei US-Bundesstaaten, die noch an der Todesstrafe festhalten, wäre damit lebenslange Haft ausgesprochen worden. In Missouri und Indiana dürfen sich dann aber die Richterin oder der Richter eine Strafe aussuchen – im Falle von McLaughlin ihre Tötung. In den folgenden Jahren gab es weitere Scharmützel vor Gericht um die Bestrafung. Inzwischen seien aber laut den Anwälten der Verurteilten alle Rechtsmittel ausgeschöpft.
In ihrer Todeszelle begann McLaughlin ihre Transition. Dies wurde erst möglich, nachdem ein Gericht 2018 entschieden hatte, dass die Gefängnisse trans Insass*innen nicht willkürlich Hormontherapien verweigern dürften.
Todeskandidatin hat Hirnschaden
Die Anwälte McLaughlins argumentierten in ihrem Brief an den Gouverneur, dass nur eine Jury die Todesstrafe aussprechen sollte. Zudem verweisen sie auf die dramatische Kindheit und psychische Probleme der verurteilten Frau. Tatsächlich war bei der Angeklagten ein wohl auf Misshandlungen zurückgehender Hirnschaden diagnostiziert worden, der allerdings im Verfahren nicht erwähnt wurde.
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Viele Menschen in den USA setzen sich für eine Umwandlung der Strafe in eine lebenslange Haft ein. So setzte sich auch Austin Sarat in einem Kommentar für "USA Today", die auflagenstärkste Zeitung des Landes, für einen Stopp der Exekution ein. Dabei fragte der Autor: "Warum wollen wir all die zerbrochenen Menschen töten?"
McLaughlin wäre die erste offen trans Frau in der Geschichte der USA, die in einer Todeskammer auf staatliche Anordnung stirbt. Sie wäre auch die erste Frau seit 1953, die in Missouri hingerichtet wird. Im vergangenen Jahr waren im gesamten Land 18 Menschen exekutiert worden, darunter zwei in Missouri. Derzeit gibt es die Todesstrafe in den USA nach Bundes- und Militärrecht sowie in 20 der 50 Bundesstaaten. (dk)















mein Eindruck ist, dass dieser Mensch nur deswegen das weibliche Geschlecht angenommen hat, um der Todesstrafe mit größerer Wahrscheinlichkeit zu entgehen. Weil Frauen im Justizsystem generell weniger hart bestraft werden.
ich bin dafür sie lebenslang weg zu sperren mit Sicherungsverwahrung.