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Der Ballett-Star des 20. Jahrhunderts

30. Todestag von Rudolf Nurejew

Er floh in den Sechzigerjahren aus der sowjetischen Diktatur und feierte dann im Westen Erfolge: Rudolf Nurejew, einer der besten Tänzer des 20. Jahrhunderts, starb vor genau drei Jahrzehnten.


Rudolf Nurejew in einem Foto aus dem Jahr 1973 (Bild: Allan warren / wikipedia)

Der legendäre Tänzer Rudolf Nurejew ist am 6. Januar 1993 – vor 30 Jahren – in Frankreich an den Folgen von Aids gestorben. Er galt – trotz seiner späten Ausbildung – schon zu Lebzeiten als Ikone des Tanzes und leitete eine Renaissance des klassischen Balletts ein. Durch seine Medienpräsenz war er auch vielen Menschen bekannt, die sich sonst nicht für das Ballett interessieren.

Der 1938 in Sibirien geborene Nurejew, ein Kind tatarischer Eltern, wurde Ende der Fünfzigerjahre einer der bekanntesten Tänzer der Sowjetunion. Wegen seiner Prominenz durfte er ins Ausland reisen, nach dem Willen der Staatsmacht um die "Überlegenheit" der sowjetischen Kultur zu zeigen. 1961 weilte er wegen Engagements in Paris und hatte – trotz Verbots – Kontakt mit vielen Einheimischen, außerdem besuchte er schwule Bars. Zu dieser Zeit war Homosexualität in der UdSSR streng verboten und wurde als "westliche Verdorbenheit" von der Kommunistischen Partei gebrandmarkt. Der KGB, der Nurejews rebellische Ader stets argwöhnisch beobachtete, wollte den Tänzer daher sofort nach Moskau zurückschicken.

Nurejew fürchtete, ins Gefängnis zu kommen und bat deshalb um politisches Asyl. Im Westen wurde der charismatische Tänzer dann zum Superstar. Er feierte unter anderem wilde Partys mit Größen wie Gore Vidal, Freddie Mercury, Jackie Kennedy Onassis, Mick Jagger, Liza Minnelli und Andy Warhol.

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Nurejew war laut Biografien entweder schwul oder bisexuell. Er besuchte gerne Schwulensaunen, soll aber gerade in jungen Jahren auch heterosexuelle Beziehungen geführt haben. Der "New Yorker" merkte jedoch an, dass "die meisten seiner heterosexuellen Kontakte einen deutlichen praktischen Nutzen" gehabt hätten. Er selbst sagte, er hätte gerne einen Sohn gehabt.

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Nach seiner Flucht aus der Sowjetunion war er rund ein Vierteljahrhundert praktisch mit dem dänischen Tänzer Erik Bruhn (1928-1986) in einer offenen Beziehung liiert. Dann war er bis zu seinem Tod mit dem amerikanischen Tänzer Robert Tracey (1955-2007) zusammen.

Im Jahr 1984 wurde Nurejew positiv auf HIV getestet. Öffentlich behauptete er stets, dass er bester Gesundheit sei. Schließlich verschlechterte sich sein Gesundheitszustand nach dem Ausbruch von Aids merklich und er starb am Dreikönigstag 1993 im Alter von nur 54 Jahren in einem Krankenhaus in Paris. Er ist auf dem russischen Friedhof Sainte-Geneviève-des-Bois in der französischen Hauptstadt begraben. (dk)

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#1 VitelliaAnonym
  • 06.01.2023, 15:09h
  • Rudolf NUREJEW war ein toller Tänzer - und unersetzlich im Ballett. Ich habe erst lange nach seinem Tod von ihm gelesen.
    Peter TSCHAIKOWSKI war ein hervorragender Komponist. Auch er war homosexuell.
    Ja und?
    Nur die doofen Russen sind bis heute gegen Schwule.
    Diese sind alle viel besser als der Kriegsverbrecher Putin!
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#2 LothiAnonym
  • 06.01.2023, 15:34h
  • Antwort auf #1 von Vitellia
  • Schön das Du auch mal Russen benennst die sehr sympathisch sind oder waren vielmehr. Finde ich nämlich auch. Und ich bezweifle das alle Russen auf Seiten Putins stehen.
    Bei klassischen Ballett Tänzern muß ich sogleich an ein Verhältnis mit solch eine Person denken. Welch anmutig schöner Körper und dann diese Haltung. Selbst beim Kochen am Herd hatte mein damaliger Liebhaber Dehn u. Streckübungen gemacht.
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#3 ThomasKAnonym
  • 06.01.2023, 21:37h
  • Nur zur Klärung: Tataren sind eine nicht-russische, von Russland einverleibte "ethnische Minderheit", mit einer sehr leidvollen Geschichte, u.a. Zwangs-Deportation von der Krim.

    Wie schon bei Nijinsky (ukrainisch-polnisch) ist oft "der Andere" als Tänzer exotischer, interessanter. Die Realität dahinter ist leider auch hier eine der Gewalt, in diesem Fall wiederum der Ukraine nicht unähnlich. (und dazu sehr viele andere u.a. sibirische Völker die immer wieder brutal unterworfen, gemordet wurden)

    Ich weiss, das ist beim Genuss von Kunst nicht immer erwünscht, spielt aber eben auch eine Rolle.

    Und ja, wenn wir schon von Kultur reden: Nurejevs Szene mit Miss Piggy in der Sauna bleibt für alle Zeiten unvergessen (besonders wertvoll!)
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