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Folge 2 von 53

Schwule Symbole im Film: Herz, Haut und Haare

Mit viel Herz, viel nackter Haut und sogar mit ganz vielen Haaren geht es weiter mit dem zweiten Teil der Serie über schwule Symbole im Film.


Der ältere Friseur Harry (D: Richard Burton, re.) muss in "Unter der Treppe" (1969) seine Glatze verstecken

Diese Artikelserie wurde gefördert von der Homosexuellen Selbsthilfe e.V., www.hs-verein.de

Das Herz – Mein Herz wird nie für einen anderen schlagen

Im Christentum ist das durchbohrte bzw. flammende Herz ein verbreitetes Symbol für den Ort der Begegnung zwischen Gott und Mensch. Heute wird das Herz als Symbol für Liebe, Seele und Güte nicht selten inflationär verwendet. Viele Redensarten beziehen sich auf das Herz, das "zum Schmelzen gebracht", aber bei einer Zurückweisung auch "gebrochen" werden kann. Das, was eine besondere Bedeutung hat, wird als eine "Herzensangelegenheit" bezeichnet. Sehr populär ist das Bild eines von →Amors Pfeil (s. Folge 22) durchbohrten Herzens.

Das liebende Herz

Auch in schwulen Filmen ist das Herz als einfaches Symbol für Liebe omnipräsent und schwule Filme bieten bei Herzensangelegenheiten zunächst wenig Überraschendes. In einfacher emotional-symbolischer Bedeutung ist das Herz in unzähligen Filmen mit schwuler Thematik schon im Filmtitel präsent, wie in "Drei von ganzem Herzen" (1993), "Der Mann meines Herzens" (1997), "Offene Herzen" (1998), "Antarctica – lässt Herzen schmelzen" (2008) und "Herzstein" (2016). Das Cover von "I love you Phillip Morris" (2009) zeigt die beiden sich liebenden Männer Steven Russell (D: Jim Carrey) und Philipp Morris (D: Ewan McGregor) in Herzform.


Die Liebe zwischen Steven Russell und Philipp Morris in "I love you Philipp Morris" (2009)

Das zerbrochene Herz

Einige Filmtitel künden nicht nur vom Glück, sondern auch vom Unglück in der Liebe. Der Filmtitel "Herzflimmern" (1971) basiert auf einer homoerotischen Situation, die mit einer lebensbedrohenden Krankheit verknüpft wird. Der Film "Du bist nicht allein" (1978) behandelt das Erwachen der Liebe zwischen zwei Jungen in einem Internat mit allen Problemen und wird mit dem Bildmotiv eines blutenden Herzens beworben. "Der Club der gebrochenen Herzen" (OT: "Broken Hearts", 2000) verweist auf einen gleichnamigen schwulen Club. In "Herzensbrecher" (2010, mit Xavier Dolan als Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller) buhlen Marie und Francis erfolglos um die Liebe eines Mannes. Der Film "The normal heart" (2014) wird mit einem Motiv beworben, bei dem Glas in Form eines Herzens zersplittert ist. Der Grund für die Zerstörung dieses Herzens ist der Ausbruch der Aids-Epidemie in New York zwischen 1981 und 1984, als die Krankheit für viele Schwule einem Todesurteil gleichkam. Diese Filme geben einen Eindruck davon, als wie wichtig das Herz mit seiner symbolischen Bedeutung schon als erste Information angesehen wird.


Das zerbrochene Herz in "The normal heart" (2014)

Herzklopfen – Aufregung und Erregung

In mehreren Filmen ist das Herzklopfen zu hören, das darauf verweist, dass die schwulen Protagonisten aufgeregt bzw. sexuell erregt sind ("The Perfect Plan", 2013; "The Disco Years", 1994; "Cucumber", Folge 2; "WC masculino", 2017; "Queer as Folk", USA, Folgen 5/8 und 5/12). In "Der Mann meines Herzens" (1997) wird mehrfach ein Herzfrequenzmesser gezeigt, der beim Laufen, beim Sex und bei einer zärtlichen Berührung ausschlägt. Besonders hervorzuheben ist der vierminütige Animations-Kurzfilm "In a Heartbeat" (2017, hier online). Er handelt von zwei sich liebenden Jungs und einem Herzen als handelnde dritte Kraft. Dieses Herz kümmert sich um alle Herzensangelegenheiten: Es pocht, versucht zu verkuppeln und wird dabei fast zerrissen. Es ist einer der schönsten und unterhaltsamsten Kurzfilme, die ich kenne.


Das Herz (Mitte) als treibende Kraft von Entscheidungen: "In a Heartbeat" (2017)

Sprichwörter und Redensarten wie "Stich ins Herz"

In vielen Filmen werden Sprichwörter und Redensarten unreflektiert eingesetzt. So betont Agron gegenüber Asir: "Mein Herz wird nie für einen anderen schlagen!" ("Spartacus", Folge 3/8). Der schwule Smithers lässt sein "Herz sprechen" ("Simpsons", Folge 5/21) und verschenkt zum Valentinstag ein Herz (Folge 19/12). Ein schwuler Mann soll auf sein Herz hören ("Out Now", 2005), während der Vater eines schwulen Sohnes wohl ein "Herz aus Stein" hat ("Die Rettungsflieger", Folge 8/12). Der taiwanische Film "Formula 17" (2004) fällt durch sehr viele Herz-Metaphern auf. Nicht nur das Herz von Bai stirbt, sondern auch das Leben vieler anderer junger Männer wird von einem Mann mit einem "pechschwarzen Herzen zerstört". Aufmerksam wird man allenfalls bei Variationen, wenn es z. B. unklar ist, ob man dem Herzen oder dem Loch folgen soll, oder es mit Bezug auf die Kirche heißt: "Öffnet eure Herzen, schließt eure Löcher" (beides aus "Another Gay Sequel", 2008).

Weil das Herz als Sitz der Gefühle gilt, wird – seit dem 16. Jahrhundert – die Formulierung "Stich ins Herz" für eine Verletzung der Gefühle verwendet. In dieser Verbindung steht offenbar auch der Freitod eines jungen Mannes durch einen Schuss ins Herz in "Töte, Django" (1967), der auf die emotionale Belastung nach einem angedeuteten sexuellen Missbrauch verweist. Dazu gehört auch das Messer, das Dorian Gray seinem Ebenbild ins Herz sticht ("Das Bildnis des Dorian Gray", 1970). Bosie, der Liebhaber von Oscar Wilde, will seinem homophoben Vater Gewalt antun und kündigt an: "Ich schieße ihm mitten ins Herz" ("Oscar Wilde", 1997). In "The Wolfes of Kromer" (1999) verbluten die beiden Schwulen mit "Kugeln im Herzen" ("Out im Kino", 2003. S. 382). Auch der "Pfahl ins Herz" als typisches Element von Vampirfilmen steht historisch in diesem Zusammenhang und findet sich in schwulen Vampirfilmen wie "Scab" (2005).


Ein Schuss ins Herz in "Töte, Django" (1967)

Unkonventionelle Darstellungen und neue Bezüge

In einigen schwulen Filmen gibt es eine unkonventionelle Herangehensweise an das Herzsymbol, die auf einen reflektierten Umgang mit dem Herz als Symbol verweist und in einigen Fällen auch eine Verbindung zum biologischen Organ herstellt. Als erste filmische Selbstdarstellung eines schwulen Mannes gilt heute der Film "Fireworks" (1947, ab 10:40 Min., hier online) von Kenneth Anger, zu dessen kaum verständlichen symbolischen Bildern auch eine Filmszene gehört, in der an der Stelle eines herausgerissenen Herzens ein Messgerät erscheint. Ebenso schwer dechiffrierbar ist auch das Herz, das in "Dear Friend" (2011) in einer Lava-Lampe schlägt. Das gebrochene Herz in "Breakfast on Pluto" (2005) wird auch als Körperorgan gezeigt. In dem Kurzfilm "La dérade" (2011, hier online) unterhält sich ein Mann mit seinem Freund darüber, dass er eine Herztransplantation benötigt und weiß, dass jemand sterben muss, damit er leben kann. Es ist eine Geschichte, die mit einer Nierentransplantation so nicht hätte erzählt werden können. Das Spielen mit einem kleinen roten Herzen verweist in dem Kurzfilm "Eden" (2014) von Sean Willis auf die begrenzten Möglichkeiten einer schwulen Liebe in einer Heilanstalt. Ergänzen lässt sich an dieser Stelle auch Miss Mona, die sich eine geschlechtsangleichende Operation wünscht, "weil die Eier auf das Herz drücken" ("Miss Mona", 1987).


Die "kleine" Liebe zwischen zwei Männern in "Eden" (2014)

Pornos zum Thema Herz – als Symbol für Liebe

Auch Schwulenpornos verwenden das Herz als Symbol in Bildform ("Lukas in Love", "First time. Bareback", "Twink Love, Cheating BFS") oder auch als Text ("Heiße Herzen", "King of Heart") einschließlich gebrochener Herzen ("Heartbreakers", "Heartbreak Hotel") als Symbol für Liebe bzw. den Liebesschmerz. Sexuelle Leidenschaft wird durch einen Herzfrequenzausschlag auf dem Cover zum Ausdruck gebracht ("Herzsprung", "Twink Passion"). Einige Filmtitel vermischen die Symbolik des Herzens mit einzelnen Ländern ("Czech Heart", "Arabian Heartbreakers", "The best of Roman Heart", "Hispanic Heart Breakers"). Der Name des Porno-Labels "Heart of Europe" wirkt emotionalisierend – auch wenn damit eigentlich nur geographisch die Mitte Europas gemeint ist.

Nackte Haut – schutzlos und schamlos

Nacktheit steht für Erotik und Sexualität, aber auch für unverhüllte Realität – Menschen ohne Maske und Fassade. Seit Adam und Eva steht Nacktheit, für die wir uns bis heute grundlos schämen, für Unschuld und für das Paradies. Nacktheit lässt Menschen manchmal als schutz- und würdelos erscheinen, vor allem dann, wenn sie gezwungen werden, sich auszuziehen. Die Haut selbst hat eine eigene Symbolik und Ausdrücke wie "dünnhäutig sein" verweisen darauf, wie dringend wir den Schutz und die Hülle unserer Haut benötigen, in der wir lebenslang wohnen.

Nacktheit – Schutzlosigkeit und Demütigung

Nackte bzw. fast nackte Männer sind in schwulen Filmen omnipräsent, wobei Nacktheit sehr oft fernab von jedem Symbol auf Sexualität verweist. Wenn sich Männer nackt ausziehen müssen, kann Nacktheit als Form der Demütigung, Entwürdigung und Schutzlosigkeit inszeniert werden. Solche Szenen sind u. a. in "Westler" (1985) und "Das Flüstern des Mondes" (2006) zu sehen. In "Kopfüber" (1998) muss sich neben einem Mann auch eine trans* Person ausziehen, deren emotionale Verletzlichkeit in Bezug auf ihren nackten Körper noch wesentlich größer ist. In "Maricon" (2005) träumt ein nicht offen schwul auftretender Mann davon, dass er nackt ist und alle Menschen um ihn herum ihn auslachen. In "Sargento Garcia" (2000, hier online) müssen Männer im Rahmen einer Musterung nackt antreten und werden angeschrien. Der Film "Cover Boy" (2006) wird mit einem Foto von Ioan aus dem Film beworben, der auf offener Straße nackt die Hände hochstreckt und sich auf diese Weise ergibt. Es ist Fotokunst im Rahmen politischer Fotografie, die im Film breit diskutiert wird.


Demütigung durch erzwungenes Ausziehen in "Kopfüber" (1998)

Nacktheit – Würde, Stolz und Selbstbewusstsein

Im Gefängnis kommt es in "Menschen hinter Gittern" (1971) nach einer Drag-Show von Queenie dazu, dass er sich "demaskiert". Das passiert jedoch nicht, wie ansonsten nach Drag-Shows häufig üblich, durch Abschminken und Ablegen der weiblichen Bekleidung, sondern durch Ausziehen. So wird Nacktheit zur selbstbewussten Form der Demaskierung und zum Zeichen von Authentizität.


Nacktheit als Form der besonderen Stärke in "Desnudos" (= Die Nackten, 2013)

In "Desnudos" (= Die Nackten, 2013) wird die klassische Form der Bedeutung von Nacktheit ins Gegenteil verkehrt. Ein Schwuler wird von seinem Vater rausgeworfen und soll alles zurücklassen, was er von seinem Vater bekommen hat. Als er sich auszieht, solidarisiert sich seine Mutter mit ihm und zieht sich ebenfalls aus. Als sie die Wohnung verlassen, begegnen ihnen andere nackte Menschen. Auf diese Weise wird Nacktheit zu einem Symbol der Würde und des Stolzes.

Die Haut – Schnittmuster des Geschlechts und Wohnung


Die Haut bzw. der Körper, in dem ein Mensch wohnt, in "Die Haut, in der ich wohne" (2011)

In "Das Schweigen der Lämmer" (1991) entführt und ermordet ein Serienmörder Frauen und zieht ihnen die Haut ab. Aus dieser Haut näht er sich nach einem Schnittmuster ein Kleid. Er glaubt, trans zu sein und will auf diese Weise seinem Wunsch, eine Frau zu sein, näherkommen. Wegen der Art der Darstellung von Transgeschlechtlichkeit wurde der Film nach seinem Erscheinen massiv kritisiert. In gewisser Weise kann man hier thematisch eine Verbindung sehen zu Pedro Almodóvars 20 Jahre späterem Film "Die Haut, in der ich wohne" (2011), worin ein Mann gegen seinen Willen zu einer Frau operiert wird. Erinnert sei auch an "Deed Poll" (2004), wo ein Geschwisterpärchen einen bisexuellen Callboy häutet, um aus seiner Haut ein Kartenspiel herzustellen.

Die Farben der Haut

Menschen mit dunkler Hautfarbe, bzw. People of Color, werden mit südlichen Ländern, z. B. mit Afrika als Land des Südens und der Hitze, assoziiert. Dabei wird klischeehaft auch auf ihren angeblichen "Glaube[n] an magische Kräfte und ihre betont rhythmische Musik wie de[n] besonders rhythmische[n] und damit erotisierende[n] Tanz" verwiesen (Friedrich W. Doucet: "Taschenlexikon der Sexualsymbole", 1971, S. 86). Ein Film, in dem genau diese Vorstellungen umgesetzt wurden, ist Doris Dörries Film "Keiner liebt mich" (1994), in dem sich der schwule Orfeo de Altamar als Medizinmann und Medium ausgibt, sich auf die Ankunft von "Außerirdischen" vorbereitet und auf dem Dach tanzt. Am Ende verschwindet er auf magische Weise. Es ist ein Filmbeispiel, bei dem die Hautfarbe nicht unabhängig von der Darstellung der Rolle gesehen werden kann. Der Darsteller von Orfeo ist Pierre Sanoussi-Bliss, die wohl wichtigste Persönlichkeit of Color des deutschen schwulen Films.

Der Kurzfilm "Golden" (2015) kommt ganz ohne Sprache aus. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, der wegen seiner goldenen Haut und seinen goldenen Haaren ein Außenseiter ist, bis er einen anderen jungen Mann kennenlernt, dem es ebenso geht und in den er sich verliebt. Auf diese Weis wird im Kontext der Thematisierung gesellschaftlicher Akzeptanz zwischen der Haut und der sexuellen Orientierung eine Verbindung hergestellt.


Orfeo verkörpert den Tod in "Keiner liebt mich" (1994)

Die Haut als Metapher – was "unter die Haut" geht

Eine gängige Redewendung ist, dass etwas "unter die Haut" geht und damit innerlich aufwühlt oder dass eine Person "aus der Haut" fährt, worauf auch die Titel von zwei schwulen Filmen Bezug nehmen: In "Unter der Haut" (2015) verliebt sich ein Familienvater in einen Mann und in "Aus der Haut" (2016) verliebt sich der 17-jährige Milan in seinen besten Freund.

Pornos – Skin als politische Einstellung und Kondomverzicht


Die Haut wird in Pornos zum Synonym für Bareback-Sex

"Skin" steht im englischen für Haut und verweist u. a. als Kurzform auf Skinheads (wörtlich Hautkopf). Insofern verweist hier die Haut – wie in den Pornos von Bruce LaBruce ("Skin Flick" als Softcore-Fassung von "Skin Gang" und "No Skin of my Ass") über das Körperorgan hinaus auf die Skinheadszene, die u. a. für ihre kurz bis kahl geschorenen Köpfe bekannt ist.
Dagegen sehe ich keine symbolische Bedeutung, wenn bei Pornos durch die Titel mehrerer Filmreihen (u. a. "Skin on Skin" mit mindestens sechs Teilen) oder durch den Namen des Porno-Labels ("Skin 2 Skin Films") über den Begriff "skin" Bareback-Sex zum Ausdruck gebracht wird.

Tätowierungen – gehen unter die Haut

Tätowierungen haben eine ähnliche Bedeutung wie Körperbemalungen mit dem Unterschied, dass sie auf einer als endgültig angesehenen Entscheidung beruhen und mit dem Wunsch verbunden sind, dass etwas lebenslang Bestand haben soll. Sie können soziale Identität symbolisieren und ein Zeichen dafür sein, dass das Fremde zum Eigenen wird. Früher waren Tattoos ein Symbol des Exotischen und des "Männlichen", heute sind sie aber auch unter Frauen weit verbreitet. Sie sollen nach wie vor verschönern bzw. abschrecken und haben u. a. persönliche, politische und religiöse Bedeutungen.

Private Bedeutungen

Dass Tattoos im Film eine besondere Bedeutung haben, ist auch daran zu erkennen, dass sie in Nahaufnahmen präsentiert werden. Dabei handelt es sich oft um Liebeserklärungen: Waylon Smithers hat sich bei den "Simpsons" (Folge 15/22) mit "Boss of my heart" eine Liebeserklärung an seinen Chef auf seine Brust tätowieren lassen, in "Frasier" (Folge 4/3) ist es der Name "Chester".

Die Bedeutung vieler Tattoos lässt sich recht schlecht erfassen. Oft kann aber die symbolische Bedeutung einzelner Motive dechiffriert werden: ein Adler als Symbol der Freiheit in "North of Vortex" (1991) oder der Schriftzug "Veritas" als Verweis auf die Göttin der Wahrheit in "Criminal Minds" (Folge 3/17). Die Tätowierung "Mr. Ward" des Hauptdarstellers Tony Ward in "Hustler White" (1996) ist Ausdruck von Narzissmus. Manchmal hätte ich über die Tattoos schwuler Männer in Filmen gerne noch mehr erfahren, wie über die Darstellung von Kompass und Spinne auf der linken und rechten Hand in "Das Ende des Regenbogens" (1979), das Schwert-Tattoo eines Strichers in einem "Tatort" (Folge 227, 1990) und das Freundschafts-Tattoo eines schwulen Paares in einem anderen "Tatort" (Folge 1117, 2020). Das Fliegen-Tattoo in "The Fluffer" (2001) ist nicht selbsterklärend und gehört zu den wenigen Motiven, deren Bedeutung im Film erläutert wird: Fliegen seien ebenfalls "ständig unterwegs und die leben auch nicht so lang".


Ein Tattoo als Liebeserklärung in "Die Simpsons" (Folge 15/22)

Politische Bedeutungen

Mit einer Tätowierung werden manchmal politische Aussagen verknüpft. Dazu gehört nicht nur das Hakenkreuz-Tattoo des schwulen Neonazis Jimmy in "Bruderschaft" (2009), sondern auch das "Pink Panther"-Tattoo von Peter in "We are Animals" (2013).


Das "Pink Panther"-Tattoo verweist in "We are Animals" (2013) auf einen kämpfenden Schwulen

Tattoos gehen unter die Haut

Mit dem Wortspiel, dass Liebe und Tätowierungen "unter die Haut" gehen, werden zwei schwule Filme angeworben. "Beneath the Skin" (= Unter der Haut, 2015) erzählt von der Liebe zwischen Joshua und dem Tattoo-Künstler Jay. Der Film "Tattoo" (2013) – in dem sich Fininha die Initialen seines Geliebten an die Stelle seines Herzens tätowieren lässt – greift die Tätowierungen sogar im Titel auf und wird mit dem Zusatz "I've got you under my Skin" beworben,


Ausschnitt aus dem Poster zum Film "Tattoo" (2013)

"Männlichkeit"

Tattoos sind traditionell männlich konnotiert und es ist daher passend, Filme mit ähnlich konnotierten Motiven zu bewerben, wie z. B. dem einer GI-Plakette. Zu den Filmen, die so beworben werden, gehören "Soldierʼs Girl" (2003), der die Geschichte eines jungen Soldaten erzählt, der sich in eine trans Person aus einem Nachtclub verliebt, und "Triple Crossed" (2013), in dem ein Soldat wegen seines Tattoos zur Rede gestellt wird. Ähnliches gilt für das Tattoo "Cowboy forever" (2006) im gleichnamigen Film.


Der Film "Soldierʼs Girl" (2003) verbindet Tattoos mit besonderen Konnotationen von "Männlichkeit"

Tattoos als Hinweis auf und Substitution für Analverkehr

Zwischen Tätowierungen und schwulem Sex wird in einigen Filmen ein assoziativer Zusammenhang hergestellt. In "2001 Maniacs" (2005) hat Ricky ein Pfeil-Tattoo und der von ihm ausgeübte Analverkehr wird mit einem abgeschossenen Pfeil Amors umschrieben. Im Zusammenhang mit dem ersten (passiven) Analverkehr wird in "Wofür hältst du mich?" (2009) die Tätowierung eines wilden Tieres auf der Haut des sexuell Aktiven gezeigt.
In eine ganz andere Richtung gehen Interviews mit dem NS-Opfer Albrecht Becker (1906-2002). In der Dokumentation von Rosa von Praunheim "Tote Schwule, lebende Lesben" (2008) beschreibt der Masochist Albrecht Becker seine ersten Tätowierungen als "Sado-Maso-Ersatz" für kriminalisierten schwulen Sex und wie er sich dabei unter Schmerzen mit der Nadel tief in seine Haut stach. Zu Becker siehe auch den Artikel von Tim Geyer: "Wie dieser Tattoo-Pionier die Nazis überlebte und zum Body-Positivity-Symbol wurde" (Vice.com, 1. Februar 2019).

Ausdruck der sozialen Rolle und eine Erinnerung des Körpers

Hintergründe von Tätowierungen werden auch in zwei verfilmten Büchern thematisiert, wobei die hier benannten Aspekte bei der Verfilmung nicht berücksichtigt wurden. In seinem Buch "Die Wunder der Rose" (zum Teil verfilmt als "Poison", 1991) beschreibt Jean Genet seine Erlebnisse in Gefängnissen und vergleicht die Tätowierungen dort mit "Adelswappen", die sich der Tätowierte über seine soziale und sexuelle Rolle "verdienen" müsse. So sei das Motiv des Adlers einem sexuell aktiven Mann vorbehalten, während das Motiv der Fregatte (= kleines Beiboot) einen sexuell passiven Mann kennzeichne, der unter dem Schutz eines Aktiven stehe. Im Roman "Boy Culture" (gleichnamige Verfilmung 2006) wird eine Tätowierung mit der Erinnerung an den ersten Sex im Leben verglichen, die man immer mit sich trage, "ob ich das mag oder nicht". Tätowierungen werden damit wie Erinnerungen zum prägenden und unwiderruflichen Teil der eigenen Persönlichkeit.

Pornos zum Thema Tattoos

In Schwulenpornos sind Tattoos vor allem als Fetisch erkennbar, der auch durch Hervorhebungen im Titel ("Tattooed Tools", "The Tattoo Fucklist") keine symbolische Bedeutung erlangt. Eine symbolische Bedeutung haben auch hier allenfalls einige der Tattoo-Motive wie der Tiger ("Boy with a Tiger Tattoo"), der Drachen ("Str8 shots 2"), der Panther ("I could learn to like this") und der Gott Amor mit Pfeil und Bogen ("Room Mated"). In "The Boy with the Star Tattoo" geht es um das Motiv des Sterns – hier wohl im übertragenen Sinne eines Filmstars. Der tätowierte Davidstern eines Darstellers ("Tattooed Twinks") hat vermutlich nur für den Darsteller, aber nicht für die Filmhandlung eine Bedeutung.


Der Davidstern als Symbol für das Judentum als Tattoo-Motiv in "Tattooed Twinks"

Haare – Freiheit, Gleichheit, Schönheit

Man kann sich in einem übertragenen Sinne "die Haare raufen" oder sich in die "Haare geraten". Haare oder ihr Fehlen stehen für Erotik, Schönheit und Verführung, aber auch für Konformität, Religionszugehörigkeit und Rechtsradikalismus. Hippies, Skinheads und Punker provozieren mit ihren Haaren bzw. Glatzen, die auch individuelle Freiheit ausdrücken können. In "Hair" (1979) stehen lange Haare für politische und sexuelle Freiheiten und das Abschneiden der Haare in der Armee für die Aufgabe der Individualität. Das männliche Barthaar ist ein Symbol für Kraft und Erotik, aber auch Ausdruck des Übergangs von der Adoleszenz zum Mann.

Individualität

Frisuren können bei schwulen Männern ihre Individualität ausdrücken und wie in "Hairspray" (1988) des schwulen Regisseurs John Waters für eine exzentrische Lebensführung stehen. In "Far West" (2003) zieht ein Mann aufs Dorf und ersetzt – um als Schwuler nicht negativ aufzufallen – seine leicht exzentrische Großstadtfrisur durch eine konventionelle Frisur. Die Erwartungshaltung an einen schwulen Film durchkreuzt und bestätigt gleichermaßen "Dish" (2009), in dem für den schwulen 15-jährigen Israel seine Frisur wichtiger ist als der erste Sex mit einem anderen Jungen. Im Rahmen seines Coming-outs experimentiert Eric Hunter in "Edge of Seventeen" (1998) nicht nur mit der Form der für ihn passenden Sexualität, sondern auch mit der Form der für ihn passenden Haare herum. In "Merry Christmas, Mr. Lawrence" (1983) gehört zu den wenigen homoerotischen Szenen eine, in der sich Yonoi nachts zu Cellier (D: David Bowie) schleicht und sich eine Locke von dessen blondem Haar abschneidet, um diese mit in sein Grab zu nehmen. Die Haare stehen damit stellvertretend für einen geliebten Menschen.


Eine Locke von David Bowie in "Merry Christmas, Mr. Lawrence" (1983)

Wegnahme der Individualität

Wenn schwulen Männern gegen ihren Willen der Kopf kahlrasiert wird, ist dies dann symbolisch, wenn ihnen damit die Individualität genommen werden soll, wie bei der Einberufung zur Armee in "Madre amadísima" (2009). In "Save me" (2007) soll sich der Insasse eines christlichen Umerziehungslagers für Schwule die Haare schneiden. In einem ähnlichen Fall gehört zur Konversions"therapie" von schwulen Männern, dass ihnen lange oder gefärbte Haare abgeschnitten werden ("Criminal Minds", Folge 8/15). Die Filmszene, in der einem Schwulen bei der Einlieferung in ein KZ in "Triángulo Rosa Invertido" (2013) die Haare rasiert werden, wurde als so bedeutend angesehen, dass mit diesem Motiv der Film beworben wurde. In Anlehnung an die Verbrechen an Schwulen in der NS-Zeit näht sich ein schwuler Mann in "Pink Triangle" (2010) selbst den rosa Winkel an und schneidet sich die Haare ab.


Die Wegnahme der Individualität bei der Armee in "Madre amadísima" (2009)

Lange Haare sind "weiblich"

Lange Haare lassen Männer in den Augen anderer feminin bzw. schwul erscheinen und daher lassen sich über die Länge der Haare auch Geschlechterrollen thematisieren und in Frage stellen. Schon in "Betragen ungenügend" (1933) ist der langhaarige und feminine Tabard als "Sissy" verschrien. In "Mein Leben in Rosarot" (1997) entsprechen die langen Haare der Identität des femininen Jugendlichen Ludovic. Als die Mutter nicht mehr will, dass ihr Sohn als "Schwuchtel" beleidigt wird, will sie ihm die Haare schneiden, wobei das Haarschneidegerät wie eine Waffe gegen Ludovic inszeniert ist. Bei der 16-jährigen Emilie in "Boy" (2014, ab 7:00 Min., hier online) ist es genau andersrum: Sie schneidet sich ihre langen Haare ab, weil sie ein Junge sein möchte.


Haare als Zeichen des Weiblichen in "Boy" (2014)


Kurze oder keine Haare sind "männlich"

Der junge Justin hat sich seine Haare sehr kurz schneiden lassen, um für die Selbstverteidigungsgruppe "Pink Patrol" durchsetzungsfähiger und maskuliner zu erscheinen ("Queer as Folk", USA, Folge 4/3). In "Oil! Warning" (1998) ist rasieren Teil der Initiation als Skin Head und der Spitzname "Zottel" eine Anspielung auf dessen Haare. Auch bei den schwulen Neonazis in "Bruderschaft" (2009) wird mit kurzen Haaren die "Männlichkeit" unterstrichen und die politische Zugehörigkeit verdeutlicht. In "Crossroad" (2016) schneidet sich ein Mann eine Glatze und verändert sich damit auch innerlich zum brutalen Skin.


Justins neue Kampfbereitschaft wird auch durch seine Haarlänge veranschaulicht ("Queer as Folk", USA, Folge 4/3)

Schwule Friseure

In mindestens 40 Filmen geht es um schwule Friseure, bei denen meistens stereotyp über den Beruf das Exzentrische und Feminine ihrer Persönlichkeit betont wird, wie bei Pat Pitsenbarger (D: Udo Kier) in "Swan Song" (2021), womit Haare aber noch keine symbolische Bedeutung bekommen.

Mit "Unter der Treppe" (1969) setzt sich einer der älteren Filme auch symbolisch mit den Haaren auseinander. Der ältere Friseur Harry Leeds (D: Richard Burton) betreibt mit seinem Lebenspartner Charles Dyer (D: Rex Harrison) einen Friseurladen. Seine Glatze muss er – wegen seiner Kunden – unter einem Kopfverband verstecken. Die fehlenden Haare können damit nicht nur als ein Zeichen von angenommener Inkompetenz (Friseur ohne Erfahrung), sondern auch als Symbol von Impotenz (zunehmender Verfall des Körpers) angesehen werden. Im weiteren Verlauf des Films hat Harry den Mut und das Selbstbewusstsein, den Verband abzunehmen. Seine Glatze auf diese Weise zu präsentieren, gleicht nicht nur dem Abnehmen eines Schleiers, sondern ist auch wie ein Coming-out und Bekenntnis inszeniert.

Bei den schwulen Protagonisten in "Liberace" (2013) und "Rex Gildo – Der letzte Tanz" (2022) handelt es sich um reale Prominente. Durch die Art, wie die Regisseure deren Toupets im Film inszenieren, können diese als Ausdruck mangelnder Authentizität und damit indirekt als Ausdruck des Versteckspiels vor der Öffentlichkeit gewertet werden.

Stereotypes Klischee und Authentizität

In der schwulen Filmgeschichte gab es einen bestimmten schmalen Oberlippenbart, der von Schwulen getragen wurde und in stereotyper Form in Filmen Verwendung fand. In der Filmdokumentation "The Celluloid Closet" (1995, hier online) äußert sich Whoopi Goldberg über diesen Oberlippenbart (8:20 Min.) und es ist eine entsprechende Filmszene aus "Our Betters" (1933, 7:20 Min.) zu sehen. Auch die schwule Nebenrolle von George K. Arthur als "Madame Lucy" in "Irene" (1926, 24:25-1:12:15 Min., hier online) und die schwule Nebenrolle in "Palmy Days" (1931, hier Szene online) können hier genannt werden. Der offen schwule Regisseur John Waters trägt bis heute einen solchen schmalen Oberlippenbart, der auch übernommen wurde, als eine schwule Figur in "Die Simpsons" (Folge 8/15) ihm nachempfunden und von ihm synchronisiert wurde (s. Youtube). Dieser Oberlippenbart hat nichts mit dem schwarzen, großen Schnurrbart in "A Florida Enchantment" (1914) zu tun, der stereotyp "männlich" wirken soll.

Adoleszenz

Wenn Haare mit Bezug auf Adoleszenz behandelt werden, geht es vor allem um Bart- und Achselhaare. In "Ernesto" (1978) hat der 17-jährige Ernesto Sex mit älteren Männern und will bei einem schnauzbärtigen Arbeiter auch mal aktiv sein, aber dieser versucht Ernesto zu erklären, dass sich "ein Mann nicht mehr bumsen lasse, wenn der Bart zu sprießen beginne". Daraufhin verschwindet Ernesto, weil er offenbar auch nicht passiv sein möchte, da er "nicht als bartloser Jüngling eingestuft werden" möchte (Hermann J. Huber: "Gewalt und Leidenschaft", 1989, S. 58). (Hier ist das Thema Adoleszenz offenbar eng verknüpft mit dem Thema "Männlichkeit".) In "Wild Tigers I Have Known" (2006) ist der 13-jährige Logan auf der Suche nach seiner sexuellen Identität und klebt sich Haare von seinem Kopf unter die Achseln, um erwachsen zu wirken. Der jugendliche Roy wird in "What Grown – Ups Know" (2004, 11:10; 19:55 Min., hier online) zweimal bei seiner Nassrasur gezeigt. In der ersten Szene schickt er seine Mutter aus dem Männerwaschraum weg und zeigt damit eine leichte Grenzverletzung auf. In der zweiten Szene wird er nach einer Verletzung bei seiner Rasur angesprochen und danach wird übergeblendet zu einer Sexszene, in der er Schmerzen beim passiven Analverkehr hat.

In "Ehʼ die Fledermaus ihren Flug beendet" (1989) rasiert der ältere László den noch minderjährigen Robi, was hier als Initiationsritus zum Mann wahrgenommen werden kann. Die betonte körperliche Nähe, die László, als Lebenspartner von Robis Mutter, auch in anderen Szenen sucht, wird auf diese Weise als eine Art Vorstufe zum späteren sexuellen Missbrauch spürbar.


Rasieren zwischen Missbrauch und Initiationsritus in "Ehʼ die Fledermaus ihren Flug beendet" (1989)

Blond, Schwarz und Rot – Haarfarben können auf Dummheit und den Tod verweisen

In mehreren Folgen der Serie "Queer as Folk" wird gezeigt, wie Ted Schmidt unter Drogenproblemen leidet ("Queer as Folk", USA, Folgen 3/07, 3/12, 3/14). Äußerlich wird das dadurch veranschaulicht, dass er unrasiert ist und mit langen, ungepflegten Haaren herumläuft. Später färbt er sich die Haare blond, weil er Angst vorm Altwerden hat (Folge 5/2). Blonde Haare werden oft mit Schlichtheit oder Dummheit assoziiert, wie bei dem künstlichen Wesen Rocky in "Rocky Horror Picture Show" (1974) oder in den beiden Filmen von Lothar Lambert "Drama in Blond" (1984) und "Blond bis aufs Blut" (1997). Die blondierten Haare von Schwulen in "Kiss Me, Guido" (1996) sind als stereotypes Klischee wahrnehmbar.

In Luchino Viscontis "Tod in Venedig" (1971) kommt der Haarfarbe eine besondere Bedeutung zu. Um jugendlicher zu wirken und größere Chancen bei dem von ihm verehrten jungen Tadzio zu haben, lässt sich Gustav von Aschenbach von einem Friseur seine Haare schwarz färben, das Gesicht weiß schminken und die Wangen mit Rouge betonen. Aschenbach wirkt nun wie ein Geck und hat jede Würde verloren. In seinen letzten Lebensstunden läuft ihm die schwarze Farbe links und rechts von den Schläfen herunter. Weil sich die Farbsymbolik in "Tod in Venedig" – wie in der zugrundeliegenden gleichnamigen Novelle von Thomas Mann – vor allem über die Haarfarbe äußert, möchte ich an dieser Stelle den Kapiteln über →Farbsymbolik (Folge 33/34) vorgreifen: Die schwarzen Haare Aschenbachs sind ein Symbol des Todes, während die blonden Haare Tadzios auf Jugend, Schönheit und Engelsgleichheit verweisen. Die roten Haare eines Sängers und eines Gondoliere verweisen auf die Farbe des Teufels und des Bösen, womit sie sich als Todesboten interpretieren lassen (Wikipedia).


Schwarze Haare als Zeichen des Verfalls in "Tod in Venedig" (1971)

Pornos – viele Haare sind "männlich", blonde Haare sind "unschuldig"

Ein Bart, weil ihn grundsätzlich nur Männer bekommen können, steht symbolhaft für eine stark ausgeprägte "Männlichkeit" ("Love a Man with a Beard 1"). Den Wunsch vieler Schwuler nach starker und maskuliner Körperbehaarung deckt das Porno-Label "Hairy and Raw" ab, wo es die Porno-Serie "Hairy Boys" auf mindestens 48 Folgen brachte.


Haare als Zeichen von "Männlichkeit" auf dem Cover von "Love a Man with a Beard 1"

Wenn die blonden Haare von Darstellern im Filmtitel aufgegriffen werden, geht es um bekannte Stereotype wie "Attraktivität" ("Pin-up Blondes", "Blond Lovers"). Auch das Stereotyp "Unschuld" wird durch das Alter der vielleicht ca. 20-jährigen jungen Darsteller bedient, während das Stereotyp "Dummheit" nicht aufgegriffen wird. Die Betonung liegt erkennbar auf der Zuschreibung von Schönheit ("Blond Angel", "Blond Adonis") und Leidenschaft ("Blond Passion, Blonde Lover").