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Nach Gender-Äußerungen

Kretschmann erhält Applaus von der AfD

Mit seiner Ablehnung der geschlechtergerechten Sprache hat der einzige grüne Ministerpräsident plötzlich auch Fans am rechten Rand.


Emil Sänze freut sich über die Gender-Äußerungen von Ministerpräsident Kretschmann (Bild: Landtag Baden-Württemberg)

  • 9. Januar 2023, 14:09h 21 2 Min.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erhält wegen seiner Ablehnung von geschlechter­gerechter Sprache Lob von ungewohnter Seite. Co-AfD-Landeparteichef Emil Sänze hat am Montag in einer offiziellen Pressemitteilung der Landtagsfraktion gönnerhaft erklärt: "Mit dem Alter kommt die Weisheit, in Kretschmanns Fall vor allem aber Einsicht."

"Was wir schon seit unserer Gründung vertreten, scheint wohl auch Kretschmann endlich einzusehen: Gendern ist widernatürlich, hilft niemandem und führt am Ende nur dazu, dass unsere Kinder nicht mehr richtig schreiben können", so Sänze. "Es ist eine künstliche Politsprache, die mit der realen Lebenswelt des Volkes überhaupt nichts zu tun hat. Sie wird einzig von einer kleinen Kaste verwandt, um sich bewusst abzuheben."

Sänze: "Wir sind bereits in dunklen Zeiten angekommen"

Wenn etwa der Berliner Polizei vorgeschrieben werde, "wie sie sich auszudrücken hat, dann sind wir bereits in ganz dunklen Zeiten angekommen", so der Rechtsaußen. "Der Philologenverband zieht hier berechtigterweise den Vergleich zur DDR. Über die Sprache wird versucht, Menschen zu steuern. Wer aber seine Sprache nicht achtet und liebt, kann auch sein Volk nicht achten und lieben. Das wusste schon Ernst Moritz Arndt."

Kretschmann hatte am Wochenende gegenüber der Deutschen Presse-Agentur das Gendern an baden-württembergischen Schulen abgelehnt und erklärt: "Die Schulen müssen sich an das halten, was der Rat für deutsche Rechtschreibung vorgibt. Sonst haben wir am Ende keine einheitliche Rechtschreibung mehr" (queer.de berichtete).

Auch Kretschmann-Lob von CDU und FDP

Mit seinen Äußerungen zum Gendern erhielt Kretschmann auch Beifall von CDU und FDP. In mehreren Bundesländern gab es sogar Initiativen, geschlechtergerechte Sprache zu verbieten – in Thüringen arbeiteten dafür letztes Jahr sogar CDU und die rechtsextreme Höcke-AfD zusammen (queer.de berichtete). Innerhalb der Union gibt es aber einen Streit um geschlechtergerechte Sprache: So lehnen die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) ein pauschales Gender-Verbot ab (queer.de berichtete).

/ Sueden_social

Emil Sänze ist bereits wiederholt durch extreme Äußerungen aufgefallen: 2018 rückte er Homosexualität etwa in die Nähe des Rinderwahnsinns (queer.de berichtete). Außerdem setzte er sich dafür ein, Asylbewerber*innen in Sonderlagern in "ethnisch homogenen" Gruppen zu kasernieren – Ziel müsse sein, die Integration der Menschen zu verhindern. Sänze galt auch als ein Unterstützer des ehemaligen AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon, der wegen seinen als antisemitisch kritisierten Thesen über eine "zionistische Verschwörung" selbst innerhalb der AfD in Ungnade fiel und schließlich 2020 aus der Partei ausgeschlossen wurde. (cw)

-w-

#1 LothiAnonym
  • 09.01.2023, 15:37h
  • Ach der Kretschmann schon wieder. Auch so einer der raus sollte aus der Politik. Den jungen Nachzüglern endlich mal Platz schaffen.
    Wie peinlich doch. Nun beklatschen ihn schon die Rechten.
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#2 VitelliaAnonym
  • 09.01.2023, 16:02h
  • WIDERLICH!
    Das hat Kretschmann jetzt davon, dass er von der braunen Hetzpartei AfD noch Beifall bekommt.
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#3 SeraphinaAnonym